Blickwinkel

Burda setzt auf prominente Influencer

Crossmedia

Will man mehr verkaufen, holt man sich einen Promi ins Boot. Offenbar läuft ohne prominente Testimonials heute fast nichts mehr in der Medienbranche. Während der Hamburger Traditionsverlag Gruner + Jahr vermehrt Promi-Magazine raushaut, setzt der Burda-Konzern nun verstärkt auf prominente Markenbotschafter, um „gemeinschaftlich mit Partnern aus Handel und Industrie zusammen starke Produkte“ zu entwickeln.

Boateng und Birgit

Jérôme Boateng und Birgit Schrowange müssen nun also richten, was die Verlage aus eigener Kraft offenbar nicht mehr hinreichend schaffen: verkaufen. Anscheinend greifen die Leser lieber zu Barbara und Boateng als zu Brigitte oder Stern. Auch Hubert Burda Media hat mit „Birgit Schrowange – Lust auf mehr“ ein Promi-Magazin am Start. Dennoch wird das Printgeschäft in beiden Verlagen schon seit längerem flankiert von lizensierten Wandfarben, Fitnessgeräten oder Events, um die Bilanzen im schwarzen Bereich zu halten. Und selbst hier ist offenbar noch Luft nach oben – die nun die Celebrities ausreizen sollen. Denn mit einem Promi im Boot fährt es sich offensichtlich besser auf Elbe und Isar. Nur der Bauer-Verlag setzt zum Ankurbeln eines „Female-Empowerment-Netzwerks“ unter der Marke COSMOPOLITAN noch auf ganz „normale“ Influencer, um dann heilende Steine für mehr „Happinez“ an starke Frauen zu verkaufen.

Jeder Zielgruppe ihr Celebrity-Influencer

„Gesichter und prominente Absender werden im Bereich des Empfehlungsmarketings immer relevanter“, betont André Möllersmann, Director Brand Licensing by Burda, gegenüber WuV. So setzt Burdas Full-Service-Agentur nun verstärkt auf Namen wie Eva Padberg, Detlef Soost, die Ehrlich-Brüder oder Designer Dawid Tomaszewski, um große Marken für Koops an Land zu ziehen. „Personenmarken“ heißt das bunte Köpfe-Potpourri dort in der Fachsprache. Erste Kooperationen seien bereits in Planung. Insbesondere die Kernsegmente Beauty und Fashion sowie Living und Home will Brand Licensing by Burda auf diese Weise aufpolieren.

Fremdgehen mit Atze

Die Full-Service-Agentur aus dem Hause Burda ist für die Entwicklung und Umsetzung von innovativen Lizenzprodukten und kommerziellen Markenkooperationen zuständig. Seit dem Start der Unit Mitte 2012 wurden laut Eigenaussage über 150 Kooperationen eingetütet. Dazu zählten unter anderem Kooperationen mit Atze Schröder, Andreas Gabalier oder auch Influencerin Luísa Lión. Neben der Vermarktung der eigenen Medienmarken managed der Bereich seit 2017 auch das deutschsprachige Lizenzgeschäft der Marke ELLE sowie das des „manager magazin“ aus dem Spiegel-Verlag.

Sieht fast so aus, als wurde da ein kleiner Wettkampf um die schönste, und kommerziell erfolgreichste, Tapeten-, Kissen-, Taschenkollektion losgetreten. Wir sind auf jeden Fall gespannt, welchen Promi dann Gruner wieder als nächstes aus der medialen Wundertüte zaubert.

Autor: KS

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