Blickwinkel

Facebooks Algorithmen: Zeit für Marketingalternativen

Aussenwerbung

Mark Zuckerberg, CEO und Gründer von Facebook, verkündete am 11. Januar 2018 auf seinem offiziellen Account, dass sich sein Unternehmen fortan wieder mehr als soziales Netzwerk verstehen wird – Freundschaft statt Marketing. Was bedeutet das für Unternehmen, die bis jetzt ihre Werbung auf Facebook platziert haben?

Facebook verpasst sich ein Face-Lift

Zuckerberg möchte Facebook wieder zu dem machen, was es mal war. Eine Art digitales, personalisiertes Jahrbuch, in dem man sich jederzeit mit Freunden auf der ganzen Welt vernetzen, austauschen und in Verbindung treten kann. Der Netzwerkgedanke war in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen, zumal sich Facebook in den letzten neun Jahren zu einer wahren Marketingmaschinerie entwickelt hat. So sieht das Zuckerberg inzwischen auch. Das mag zum einen am wachsenden Druck aus der EU liegen, wo Facebook derzeit zu Privatsphäre und Datenschutzthemen auf Herz und Nieren geprüft wird und am Kampf gegen Fake-News unter der US-Regierung Trump. Zuckerberg versucht Facebook aus all diesen Themen herauszuhalten und an das Herzstück der Plattform zu erinnern – ein Netzwerk, das Menschen miteinander verbindet: „(…) posts from businesses, brands and media -- is crowding out the personal moments that lead us to connect more with each other.“ 

One of our big focus areas for 2018 is making sure the time we all spend on Facebook is time well spent. We built...

Geplaatst door Mark Zuckerberg op donderdag 11 januari 2018

Facebook will also zurück zu seinen Wurzeln. Nach Jahren der extensiven Werbeanzeigen, soll nun ein neuer News Feed Algorithmus die kapitalistischen Entgleisungen richten. Mit Online-Marketing wird auf Facebook jedoch nie ganz Schluss sein, egal wie sehr Zuckerberg den Freundschaftsaspekt betont, zumal das Unternehmen stets an neuen Marketing Tools arbeitet, wie zuletzt im November letzten Jahres – mit dem Rollout von sprachgesteuerten Ads.

„You'll see less public content like posts from businesses, brands, and media. And the public content you see more will be held to the same standard -- it should encourage meaningful interactions between people“, beteuert Zuckerberg. Da nun Freunde stärker im News-Feed gefeatured werden sollen, um maximale Interaktion untereinander zu erreichen, bedeutet dies aber gleichzeitig, dass die Re- und Interaktionen auf Seiten und Beiträgen von Unternehmen stark zurückgehen werden.

Somit wird es für Unternehmen und Publisher zunehmend komplizierter werden, den News-Feed ihrer Fans und potenziellen Kunden zu erreichen. Facebook möchte mit diesem Update gezielt gegen die verbreitete Strategie des Engagement-Baiting vorgehen. Das digitale Marketing wird ziemlich bald neue Schlupflöcher auf Facebook finden. Bis dahin ist aber sicherlich mit Einbußen zu rechnen. Diese Lücken sollten Unternehmen langfristig durch verlässliche Marketingalternativen zu schließen wissen.

Marketing breit streuen

Continuing our focus for 2018 to make sure the time we all spend on Facebook is time well spent... Last week I...

Geplaatst door Mark Zuckerberg op vrijdag 19 januari 2018

In einem zweiten Update am 19. Januar dieses Jahres lässt Zuckerberg verlauten, dass zusätzlich zum neuen Algorithmus auch zukünftig darauf geachtet werden soll, dass Informationen im News-Feed vertrauenswürdig, informativ und regional werden sollen. Also stellt sich die Frage, ob Facebook langfristig als Reichweitentreiber im Medienmix das maßgebliche Toll bleibt, oder ob Unternehmen ihr Portfolio erweitern sollten.  

Dabei bietet der Markt diverse Tools, die für Sichtbarkeit im öffentlichen Raum sorgen. Wir wären nicht wir, wenn wir in dem Kontext nicht an klassische Außenwerbung (Out-Of-Home) denken würden. Gerade im Rahmen der Markenwahrnehmung spielen City-Lights, Plakatkampagnen und Co. eine besondere Rolle. Zwar weniger personalisiert als Facebook Ads, aber dennoch spürbar aufmerksamkeitsstark – auch bei diejenigen, die ihr Smartphone wenig nutzen oder kaum auf Facebook unterwegs sind. Insofern sind Plakate oder Werbebanner im Media-Mix ein effizientes Push-Medium. Vor allem im Einsatz mit Interactive Targeting, also dem Einsatz von Smartphone und TV-Werbung.

Außenwerbung im Media-Mix: News-Feed To Go

Daher sollte man 2018 nicht nur auf Digital-Marketing auf Facebook vertrauen, sondern sich überlegen ein Auge auf andere Kanäle zu werfen. Gerade Wartezeiten versprechen besonders wirkungsvolle Ansatzpunkte, um Konsumenten unter anderem über ihr Smartphone anzusprechen – oder diese durch ansprechende Bildwelten in Form von Out-of-Home-Installationen abzuholen.

Da Facebook langfristig kein Garant mehr für wirkungsvolle Marketingmaßnahmen sein wird, sollten sich Unternehmen wieder breiter aufstellen und ihre Außenwirkung durch weitere Maßnahmen forcieren. Wir brauchen eine Art News-Feed – aber ohne Netzwerk, ohne Zuckerberg, ohne Silicon Valley und trotzdem für alle jederzeit zugänglich.

So oder so: Zeit für Alternativen.

Autor: DR

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