Blickwinkel

Shithole: Kack-Emojis für Trump

Aussenwerbung

Vor einer Woche machte Trump negative Schlagzeilen, die das Weiße Haus und die Welt ein weiteres Mal in Aufruhr versetzen sollte: „Why do we want all these people from 'shithole countries' coming here?“, soll er gesagt, und damit Immigranten aus Haiti, Afrika und Lateinamerika gemeint haben.

Das große Trump-eln

Bei einem Treffen zur US-Einwanderungspolitik am 11. Januar 2018 hat US-Präsident Donald Trump die Einreise von Menschen aus ‚Drecksloch-Ländern‘ (‚shithole countries‘) kritisiert. Trump dementiert kurzerhand am 12. Januar 2018, er habe niemals gesagt „schmeisst Sie raus“, weist aber die inhaltliche Aussage nicht ganz von sich. Das Statement wird wie gewohnt auf Twitter platziert.

Der Multimedia-Protest

Währenddessen arbeitet Robin Bell, ein Anti-Trump-Aktivist und Multimedia-Künstler aus Washington D.C, an einer Lichtinstallation, die am 14. Januar 2018 zu einem Protest-Echo auf Trumps Kommentar wird.

Er projiziert das Wort „Shithole“ sowie den Kommentar „This is a Shithole“ auf den Eingang des Trump Hotels in Washington D.C., visuell werden die Schriftzüge von vielen lächelnden Kot-Emojis untermalt, wie man sie aus sämtlichen Chatfunktionen der sozialen Netzwerke kennt.

Emojis gegen Trump

Wer nicht in Washington D.C. wohnt und eventuell an der Projektion vorbeigelaufen ist – oder gar die Washington Post liest, die sofort von der Aktion berichtete, wurde spätestens über Retweets auf Twitter von der Aktion unterrichtet. Hier dokumentiert Robin Bell das Unterfangen für Interessenten und die Presse. 

Bell kennt sich als Multimedia-Aktivist mit dem Einsatz sozialer Netzwerke für sich und seine Aktionen aus und postet direkt ein Video, das die Aktion schildert. Der Shithole-Protest ist allerdings nicht die erste Aktion des Künstlers. Bell hat direkt nach dem Wahlsieg Trumps, mit einer Reihe von Protest-Installationen in Washington D.C. gestartet, doch erst mit dieser Aktion hat das Team eine unerwartete Reichweite erlangt. Bell und sein Kollektiv waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort und haben zum richtigen Zeitpunkt auf Twitter gepostet.

(Noch) Twitter machts möglich

Inzwischen ist Bells Twitter-Video 1,33 Mio. Mal aufgerufen worden, seine Followerzahl ist auf 27.800 Abonnenten gestiegen und er hat in kürzester Zeit die internationale Presse mit seinem Post erreicht. Die Aktion wurde allein 19.000 Mal auf Twitter geteilt: nicht schlecht für einen lokalen Aktivisten.

Die Aktion dauerte 40 Minuten, in denen der Künstler und sein Team, von dem US-Gesetz des „First Amendment Activity“ Gebrauch machen und ohne gerichtliche Folgen, auf das US-Recht des freien Protests zurückgreifen. Power to the (digital) people.

Autor: DR

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