Blickwinkel

So unique ist Nutella

Aussenwerbung

Diversity – dieses Wort haben wir in den letzten Jahren schon das ein oder andere Mal gehört. Jeder Mensch ist einzigartig. Das sieht auch Ferrero so. Mit dem Slogan „So einzigartig wie ihr“ bringt der italienische Süßwarenhersteller Anfang des Jahres ein neu designtes Nutella-Glas raus – beziehungsweise zig Millionen unterschiedliche Gefäße gefüllt mit nussiger Köstlichkeit.

Im Sommer 2017 launchte Ferrero erstmals in Italien sieben Millionen unterschiedliche Nutella-Gläser. Jedes davon sei ein Unikat, so Ferrero. Die Agentur, die damals hinter der Umsetzung steckte, war Ogilvy Italy.

Nutella Unique

Anfang des Jahres kam die Kampagne „Nutella Unique“ dann unter der Agentur Zum golden Hirschen Hamburg nach Deutschland. Ab dem 12. Januar 2018 waren die Nutella Gläser in unzähligen Designs im Handel erhältlich. Jedes Etikett-Design gab es jeweils nur ein einziges Mal. Die Kampagne lief ganz getreu dem Motto: Es lebe die Vielfalt. Die einzigartigen Nutella Gläser wurden mit einem Algorithmus entwickelt. Für die Produktion der Gläser tat sich Ferrero mit dem Technologieunternehmen HP zusammen. Der amerikanische Tech-Riese entwickelte die Software zur Herstellung und druckte anschließend die individuellen Etiketten.

Umsetzung

Zur Unterstützung der Unique-Kampagne startete Ferrero gleichzeitig eine Promo-Aktion. Käufer der Gläser konnten mit einem Gewinnspielcode einen Nutella-Lampendeckel gewinnen, in welchem LEDs integriert sind. Mit dieser Upcycling-Aktion setzte Ferrero ein weiteres Statement. Um die Zielgruppe zu erreichen, hat Nutella eine 360-Grad Kampagne gestartet. Jost von Brandis platzierte die bunten Motive deutschlandweit auf City-Light-Postern, City-Light-Säulen und Infoscreens.

Neben TV- und Online-Werbung hat WerbeWeischer die Kampagne in strategisch passenden Kino-Werbeumfeldern platziert.

KI VS. Mensch

Bei der Umsetzung der Kampagne gab es jedoch auch kritische Stimmen, da die durch einen Algorithmus designten Nutella Gläser nicht wie in der Werbung versprochen aussahen. Da stellt sich natürlich die Frage, ob Künstliche Intelligenz und Algorithmen Menschen ersetzten können und somit unsere Arbeitsplätze bedrohen. 

Vor einigen Wochen gab Zalando bekannt, das sie 250 Werbefachleute durch Künstliche Intelligenz ersetzten werden. Die ganze Umstrukturierung im Marketing soll dem Zweck dienen, eine „noch präzisere Kundenansprache“ zu realisieren, sagt Moritz Hahn, Senior Vice President of Supply and Demand bei Zalando. Das Unternehmen wird sich nun Schritt für Schritt mehr mit Künstlicher Intelligenz und Daten-getriebenen Arbeitsabläufen beschäftigen. Zalando bemühe sich jedoch, die 250 Marketer in anderen Bereichen des Unternehmens unterzubringen und soll zu einem baldigen Zeitpunkt einen Schub von Entwicklern und Datenanalysten einstellen.

Künstliche Intelligenz ist aktuell anscheinend schon im Stande Arbeitsplätze zu bedrohen, jedoch erfordert sie gleichzeitig Arbeitsplätze zur Entwicklung und Kontrolle ihrer selbst.

Autor: CG

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