Blickwinkel

Wenn Displaywerbung wearable wird

Aussenwerbung

In unserem Artikel China, der Online-Gigant haben wir ja bereits über die Entwicklung milliardenschwerer Unicorns in der Volksrepublik speziell in den Startup-Hotspots Peking, Hangzhou, Shanghai und Shenzhen berichtet. Royole ist eines davon. Es ist fast 4 Milliarden US-Dollar wert, entwickelt und produziert VR-Brillen sowie auch innovative Displays. Wobei wir mit Displays wahrscheinlich zu kurz greifen. Denn tatsächlich stellt das sino-amerikanische Wunderkind, das erst 2012 von einigen Standford-Absolventen in Kalifornien, Hong Kong und Shenzhen gegründet wurde, das weltweit dünnste AMOLED (Active Matrix Organic Light Emitting Diode) her – und das gleich in drei Varianten: flach, gebogen und voll flexibel.

Das Besondere an diesen sehr dünnen und transparenten Displays ist, dass man sie ein- und ausrollen sowie auf Gegenständen wie Shirts oder Hüten anbringen kann. Damit verwandelt sich die eigene Kleidung zum leuchtenden Schaukasten und wird zur begehrten Werbefläche für GIFs und Videos. Welche massetauglichen Einsatzmöglichkeiten es für AMOLEDs gibt, zeigte Royole bei der Fußball WM in Russland. Dort wurden einige Zuschauer mit den Flexible+ Wearables des Startups ausgestattet und schon ließen sich auch jene Spiele, die in die Hose gingen, auf diversen Hüten und T-Shirts verfolgen.

Mobile Kundenansprache in vielen Formaten

Im Prinzip ist die Technik darauf ausgelegt, dass man von seinem Smartphone aus alle möglichen Inhalte auswählen und dann auf Wearables abspielen kann. Und wenn man im Schweiße des AMOLED-Angesichts als wandelnde Litfaßsäule viele Medien-Meilen mit Hut und T-Shirt zurückgelegt hat, lassen sich die High-Tech-Displays für eine gründliche Wäsche der komfortablen Klamotten einfach entfernen. Und genauso leicht kann das AMOLED, das laut Hersteller von einer externen und mehrmals aufladbaren Lithium-Batterie mit einer Leistung von 10.000 Milliamperestunden (mAh) betrieben wird und auf dem sich Formate wie 3GP/MP4, JEPG und GIF mit einer Laufzeit von 10 Stunden abspielen lassen, auch wieder angebracht werden.

Doch T-Shirts und Hüte mit Echtzeit-Content sind natürlich nur ein mögliches Einsatzszenario. Weitergedacht könnte die Technologie künftig auch für einrollbare Smartphones oder andere in ihrer Formbarkeit ebenso flexible Endgeräte benutzt werden. Weitere denkbare Anwendungsbereiche sind Smart-Home-Lösungen oder auch die Robotik, das Gesundheitswesen und die Bildungsbranche.

In jedem Fall bieten Royoles Flexible+ Wearables sowohl in der B2B- wie auch in der B2C-Kommunikation zahlreiche Möglichkeiten der aufmerksamkeitsstarken Ansprache, die zudem räumlich vollkommen flexibel ist, in Sachen Content individuell bespielt werden kann und letztlich auch hinsichtlich der Energiezufuhr recht autonom agiert.

Gerade im Bereich Out-of-Home bietet so eine Technologie diverse Anwendungsmöglichkeiten. Alles, was an T-Shirts oder andere Kleidungsstücke angebracht werden kann, könnte auch in der Außenwerbung Anwendungsgebiete finden. Vorstellbar sind beispielsweise Werbeplätze, die vorher durch klassische Plakate abgedeckt werden. So könnten uns in baldiger Zukunft Konzertplakate auf den Straßen begegnen, die nicht nur auf die Veranstaltung hinweisen, sondern auch noch ein Filmchen des letzten Gigs abspielen. Denkbar sind auch Edgar Cards, die wechselnde kesse Sprüche in Dauerschleife abfeuern.

Mit einem Preis von etwa 880 US-Dollar für ein T-Shirt oder einen Hut bzw. für umgerechnet rund 1.300 US-Dollar für die Kombi-Packung, mag sich für den einen oder anderen damit eine farbenfrohe Ergänzung zu bestehenden Werbeplätzen und in jedem Fall eine einzigartige Nische für die mobile Content-Platzierung und eine außergewöhnliche Kundenansprache bieten. Sollten die Anfragen für die an November 2018 erhältlichen Flexible+ Wearables ist Royole bereits heute gerüstet, was eine baldige große Anfrage nach seinen Displays schlagartig explodieren. Bei voller Auslastung nämlich können über 50 Millionen Einheiten pro Jahr in der 1,1 Millionen Quadratmeter großen Fertigung in Shenzhen in Serie hergestellt werden, so das Unternehmen.

Autor: MB

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