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Vilnius will Touristen zum Kommen bringen

Aussenwerbung

Litauens Hauptstadt Vilnius hat mit ihrer neuen Werbekampagne Aufsehen erregt. Die Stadt gibt sich selbst den Titel „G-Spot of Europe“. Wer sich jetzt fragt, was es mit der Bezeichnung auf sich hat, der sollte die ergänzende Line „Nobody knows where it is, but when you find it it's amazing“ betrachten. Damit versuchen sich die Balten als neues touristisches Zentrum Europas zu vermarkten und anderen die Touristen abzuluchsen. Doch mit solch einem Slogan trifft man nicht nur auf Zustimmung. Vor allem dann nicht, wenn der Papst zu Besuch kommt.

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Eine merkwürdige Art der Werbung

Die gewagte Kampagne erntet im katholisch geprägten Litauen Kritik. „Ich denke, dass eine merkwürdige Art der Werbung gewählt wurde“, sagte der Regierungschef Saulius Skevernelis im Interview eines litauischen Radiosenders. Die Kampagne überschreite aus seiner Sicht zwar nicht gesetzliche oder moralische Grenzen, angesichts des sehr wichtigen Besuchs in Litauen von Papst Franziskus hätte dafür vielleicht aber ein besserer Zeitpunkt gewählt werden können, sagte er mit Blick auf die geplante Baltikum-Reise des Kirchenoberhauptes. Eine Aufforderung der Regierung, den Kampagnenstart zu verschieben, war vergebens. Schließlich sollte die Kampagne am internationalen „Orgasmus-Tag“, den 8. August, gelaunched werden.

Social Media ist geteilter Meinung

In den sozialen Netzwerken bringt ein Teil der litauischen Bevölkerung ihre Sorge um den Ruf im Ausland zum Ausdruck. Andere hingegen äußern sich positiv über die Kreativität der Kampagne. Jurgis Ramanauskas, einer der Schöpfer hinter der G-Punkt-Kampagne sagt: „Die Hauptidee der Kampagne ist, dass nur wenige Leute wissen, wo Vilnius wirklich ist, aber wenn sie hierher kommen, sind alle sehr zufrieden und verlieben sich in Vilnius“. Hintergrund des gewagten Titels „G-Spot of Europe“ ist die 18- bis 35-jährige Zielgruppe, von denen sich die Balten wohl versprechen, mehr in Valnius begrüßen zu können, wenn sie Humor beweisen. Stadtmarketing-Leiterin Inga Romanovskiene verteidigte die Werbung auf Facebook unter Verweis auf in Deutschland und Großbritannien durchgeführte Umfragen. Demnach wüssten nur wenige, was Vilnius ist und wo es liegt. Angesichts des fehlenden Images bestehe somit nicht einmal theoretisch die Chance, eines zu beschmutzen, schrieb sie.

Wir sind in jedem Fall gespannt, wann und wie oft die Touristen kommen.

Autor: RD

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