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Werbetafeln als Warnmittel bei Katastrophen

Aussenwerbung

Statt flotter Werbesprüche oder Wettervorhersagen werden in Hamburg künftig auch Katastrophenwarnungen auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein. Möglich macht dies ein bundesweites Pilotprojekt, das pünktlich zum Beginn der Sturmflutsaison am 15. September gestartet wurde. Dafür wurden 25 digitale Anzeigenflächen der Werbe-Vermarkter Ströer Media und Wall an das satellitengestützte Warnsystem von Bund und Ländern angeschlossen. Bei einer Sturmflut, einem Großfeuer mit Giftwolken oder einer terroristischen Bedrohungslage kann der Lagedienst der Polizei ab sofort per Mausklick unmittelbar Warnmeldungen an die Betreiber der digitalen Anzeigetafeln übermitteln. Bis dato wurden diese Warnungen nur an Rundfunk- und Fernsehanstalten sowie an Smartphones versandt. Nun ploppen sie im Gefahrenfall auch an wichtigen Verkehrsknotenpunkten der Hansestadt auf. Über die Anzeigebildschirme sollen vorerst nur Warnungen der Stufe eins, der höchsten Warnstufe, visualisiert werden.

Technische Innovation, die Leben retten kann

„Eine technische Innovation, die Hamburg noch ein Stück sicherer macht“, jubilierte dann auch Innensenator Andy Grote (SPD) bei der Vorstellung des Projekts. Und betont: „Um die Hamburgerinnen und Hamburger im Gefahrenfall schnell und bestmöglich über Risiken zu informieren, entwickeln wir unsere Instrumente unter Berücksichtigung der zunehmenden Digitalisierung stetig weiter. Die Nutzung der digitalen Werbeanlagen für amtliche Warnungen stellt einen weiteren wichtigen Baustein dar.“ Das sind doch mal beruhigende Nachrichten.

Weitere digitale Medien sollen folgen

An dem Pilotprojekt waren neben der Stadt, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie den Außenwerbern Ströer und Wall auch der technische Dienstleister Mecom beteiligt. Die Innenbehörde will zudem weitere digitale Medien einbinden. Geplant ist, demnächst auch auf den Bildschirmen in den U- und S-Bahnen Warnhinweise zu zeigen. „Wir wollen jeden Informationskanal nutzen. Nicht jeder hört Radio und nicht jeder nutzt sein Smartphone mit den entsprechenden Apps“, sagte Karsten Wegge von der Innenbehörde, der für den Bevölkerungsschutz zuständig ist.

Hamburg als Vorreiter

Andere Bundesländer wollen dem guten Beispiel Hamburgs folgen. „Wir arbeiten täglich daran, bei der Warnung der Bevölkerung vor potenziell gefährlichen Ereignissen technische Trends aufzugreifen. Mit dem Anschluss unseres Warnsystems an die digitalen Werbeanlagen können wir sehr effektiv, leicht verständlich und gut wahrnehmbar auf Risiken hinweisen“, sagte Bundesamtspräsident Christoph Unger gegenüber dem NDR. Bundesweit sollen die Warnungen auf den Anzeigetafeln im gleichen Design ausgestrahlt werden, um die Wiedererkennbarkeit zu gewährleisten.

Wachstumstreiber DOoH

Neben Plakatwerbung, Transport Media und Ambient Media etabliert sich Digital Out-of-Home (DOoH) weiter als viertes großes Segment der Kommunikation im öffentlichen Raum. Der Ausbau des innovativen Mediums ist voll im Gang. Der Anteil von digitaler Außenwerbung beträgt bereits 15 Prozent der gesamten Gattung Außenwerbung und bleibt damit, neben Mobile, klarer Wachstumstreiber im Gesamtwerbemarkt.

Autor: KS

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