Blickwinkel

Deutsche KMU: Liebe für Instagram

Influencer Marketing

Pünktlich zum OMR Festival 2019 rockte Instagram die E-Commerce-Bühne in Hamburg – und zwar mit nüchternen und dennoch irgendwie auch prickelnden Daten zur Shopping-Nutzung der Fotosharing-App durch deutsche KMU und User.

Um diese aussagekräftigen Zahlen zu erhalten, beauftragte Instagram die Marktforscher von Ispos damit, 3.000 deutsche Instagram-User und 1.000 deutsche kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die bereits auf Instagram aktiv sind, nach ihren Online-Einkaufsaktivitäten und Verkaufserfahrungen auf der Plattform zu interviewen.

Großes Geschäft für die Kleinen

Es sind vor allem die kleinen Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, die mit überschaubarem Budget und über ihren Business-Account Großes via Instagram bewegen können. Über die Hälfte der befragten KMU gaben nämlich an, dass die Plattform ein wertvolles Helferlein sei, wenn es um Aufmerksamkeit für die eigene Marke geht. Mit 46 Prozent ist es weiterhin fast die Hälfte der kleinen Unternehmen, die in Instagram einen Business-Booster sehen und für immerhin 40 Prozent lässt sich der Account auf der Fotosharing-App sogar in Umsatzsteigerungsraten messen.

Mit Instagram Geschäftsziele erreichen.jpg

(Quelle: Instagram / Ipsos / Internetworld)

Blickt man noch genauer auf die Ergebnisse der Befragung, erkennt man, dass sich Instagram nicht nur bestens als Verkaufsturbo, sondern auch als Anziehungsmagnet und Kontakt-Tool eignet. Denn mit 45 respektive 46 Prozent der KMU, die angaben, dass ihnen der Dienst dabei hilft, Kunden in ihr Online-Geschäft zu locken bzw. sich mit lokalen Kunden zu vernetzen, ist Instagram mittlerweile auch eine Brücke, die von den Social Media in den E-Commerce und bisweilen sogar in den stationären Handel führt und dabei hilft, die virtuelle Laufkundschaft anzusprechen, den Traffic und damit letztlich auch die Chance auf mehr Konversionen zu erhöhen.

Instagrams gute Gründe für Gründer

Doch nicht nur in Sachen Cross-Channel- und Social Commerce ist die Facebook-Tochter ein Aushängeschild für erfolgreiches Business. Sie dient nämlich mittlerweile auch als eine Art Start-up-Inkubator. Der Ipsos-Umfrage zufolge hat nämlich jedes zehnte Unternehmen, das auf Instagram aktiv ist, seine Wurzeln genau dort. Für gar 97 Prozent der jungen Gründer ist Instagram zudem nicht mehr wegzudenken, wenn es um die unkomplizierte und direkte Kommunikation und Interaktion mit den Kunden geht. Mit 58 Prozent sagen mehr als die Hälfte zudem, dass sie ohne Instagram wohl nie ihr Business gestartet hätten.

Mit Instagram ein eigenes Unternehmen Gründen.jpg

(Quelle: Instagram / Ipsos / Internetworld)

Ebenso viele junge Gründer sind der Meinung, dass ihr Unternehmen und die Plattform wie Deckel auf Topf passen, also im perfekten Matching vereint sind. Selbst wenn jemand alleine gründet, wird er oder sie im Laufe seines Wachstums irgendwann Verstärkung benötigen. Und diese, so die jungen Gründer, lässt sich sehr gut über Instagram ansprechen und gewinnen. Das denken 47 bzw. 37 Prozent der Befragten. Und so entpuppt sich das soziale Netzwerk mit einem bisweilen inflationären Influencer-Anteil unter den Usern nicht nur als Social-Commerce-Plattform, Social Inkubator und Social-Start-up-Hub, sondern auch als beliebtes Social-Recruiting-Tool in der Community der jungen Gründer mit Instagram Business Account.

Instagram als Inspirationsquelle für das E-Commerce

Schaut man nun mit den Augen der Konsumenten auf Instagrams Shopping-Potential, ergibt sich ein ähnlich positives Bild: Mit 55 Prozent gaben mehr als die Hälfte der befragten Nutzer an, eine Marke über Instagram entdeckt zu haben. Für gut die Hälfte der User war Instagram die Fundgrube für das Entdecken eines Produkts oder eines Service. Und für 43 Prozent schließlich ging es nach dem Entdecken gleich weiter in Richtung Kasse, um das auf Instagram entdeckte Schätzchen gleich eintüten zu lassen.

Abverkauf via Instagram.jpg

(Quelle: Instagram / Ipsos / absatzwirtschaft.de)

The shop must go on

Kein Zweifel, dass Instagram sein eigenes Potential in Sachen Social Commerce erkannt hat. Sei es Instagram Shopping oder auch Stories: Beide Formate zielen explizit darauf, den Kaufkontakt zwischen Creators und Kunden noch übergangsloser zu gestalten. Zu Facebooks Entwicklerkonferenz F8 2019 wurde nun ein weiteres Tool vorgestellt, bei dem das Shoppen über Instagram ähnlich dem legendären „What happens in Vegas, stays in Vegas“ künftig ausschließlich über Instagram laufen soll.

Keine Weiterleitung mehr in Online-Shops. Es reicht schon ein einfaches Tippen auf das Bild, um das Produkt bequem entdecken und direkt in der Instagram-App kaufen zu können. Zudem wird auch der Rest des Bestellprozesses – also Verfolgen des Versands und Lieferungsbenachrichtigungen – ausschließlich in der App abgebildet.

Instagram Checkout.png

(Quelle: Instagram)

Der Vorteil bei dieser Art des Einkaufens ist neben der Erfahrung eines praktisch übergangslosen Shopping-Erlebnisses eben auch die Authentizität, die dadurch entsteht, dass die Produkte und Marke im Kontext der Creators – also auch der Influencer – gezeigt werden. Und von solchen Einflussnehmern gegründete Labels sollen bei Instgrams „@checkout“ künftig ebenso Berücksichtigung finden wie die großen Marken. Vor allem aber sollen die rund 130 Millionen User, die das „alte“ Instagram Shopping nutzen, ihre Einkaufsinteraktion am besten noch intensiver auf das neue Checkout-Feature verlagern.

Bisher befindet sich die neue „Alles-aus-einer-App“-Shopping-Erfahrung noch in der Betaphase und wird aktuell in den USA u.a. von Brands wie Adidas, Prada, Dior, H&M und auch Zara getestet.

Autor: MB

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