Blickwinkel

Die Social-Media-Regeln der Royals

Influencer Marketing

Wenn sich gekrönte Häupter in Richtung Social Media neigen, verwandeln sich die einen oder anderen Untertanen gerne mal in hässliche Trolle. Diese schmerzliche Erfahrung hat nicht zuletzt auch die Royal Family rund um ihre Glamour-Faktoren, die Prinzen William und Harry und deren Herzoginnen Kate und Meghan, gemacht.

In letzter Zeit häuften sich Hasskommentare, rassistische und sexistische Beleidigungen in den Social-Media-Accounts der britischen Königsfamilie, die sich sowohl auf Facebook (@TheBritishMonarchy, rund 4,9 Millionen Likes und fast ebenso viele Abonnenten) und Instagram (theroyalfamily, 4,9 Millionen Abonnenten), wie auch auf Twitter (@RoyalFamily, 3,88 Millionen Follower), und YouTube (fast 570.00 Abonnenten) verteilen. Allen voran war es die Hatespeech gegen Meghan Markle and Kate Middleton, die die Royals jetzt veranlasste, einen Social-Media-Benimmleitfaden zu veröffentlichen.

Benehmen Royale

In den königlichen Social Media Community Guidelines findet sich zunächst einmal wenig Neues oder gar Spektakuläres. Es sind vielmehr sehr selbstverständliche Richtschnüre, die ab sofort für alle Social Follower der Royal Family, Clarence House (Sitz von Prince Charles und Camilla) und Kensington Palace (wo die Prinzen William und Harry wie auch ihre Herzoginnen Kate und Meghan wohnen) gelten.

Inhaltlich verbitten sich die Royals in ihren Follower-Guidelines Diffamierendes, Diskriminierendes und Bedrohendes. Irrelevante, Off-Topic und werbeschwangere Kommentare sind ebenso unerwünscht. Jeder, der ihnen in den Social Media folgt, solle sich freundlich und respektvoll verhalten, um die freie und ebenso freundliche Atmosphäre und angstfreie Diskussionskultur gemeinsam mit den Royals genießen zu können. Wer sich nicht an diese Regeln hält, wird künftig die Konsequenzen zu spüren bekommen. Die Königliche Familie behält sich in jedem Fall vor, etwaige Verstöße an die zuständigen Behörden zu melden.

Königliches Hilfsgesuch an Instagram

Allein der Instagram-Account Kensington-Palace zählt 7,1 Millionen Follower. Jeder Post dort wird mit im Schnitt 1.000 Kommentaren versehen. Mit zunehmenden Fans, nicht nur auf dieser Plattform, stieg gerade Ende des letzten Jahres leider auch die Zahl der Hater, Trolle und anderer überflüssiger Bewohner des zuweilen sumpfigen Social-Media-Biotops. Dem Buckingham Palace zufolge galten viele Drohkommentare anderen Kommentare bzw. den Usern, die diese verfasst hatten. Auch wird vermutet, dass sich die Kate- und Meghan-Fraktionen eine garstige Kommentarschlacht in den sozialen Netzwerken liefern. Und diese stilisierte Rivalität wird nicht zuletzt auch von der britischen Yellow Press befeuert – auch und gerade in den Social Media.

Das Social-Media-Team der Royals musste folglich in der Vergangenheit mehrere Stunden pro Woche damit verbringen, unangemessene Kommentare manuell und maschinell zu sichten und zu löschen. Anfang des Jahres schließlich wandte man sich hilfesuchend an Instagram und wurde dort scheinbar fündig, wie die jetzt veröffentlichten Social Media Community Guidelines wohl zeigen.

Majestätische Gradwanderung

Die Social-Media-Präsenz der Royals zieht ähnlich wie ihre öffentlichen Auftritte in erster Linie Bewunderer an, die der königlichen Familie einfach nur irgendwie nahe sein wollen. Doch ähnlich ihrer Termine in Fleisch und Blut, locken auch ihre Posts hässliche Fratzen einiger Follower ans Tageslicht.

Im Palast selbst will man nicht so weit gehen, alle kritischen Kommentare zu löschen. Vielmehr will man sich kontroversen Diskussionen stellen. Doch dieser schmale Grat zwischen Kritik und Hassrede wird immer wieder überschritten – nicht von vielen, dafür aber umso unverschämter. Kommentare zu Meghan, die behaupten, dass sie ihre Haut bleiche, um „weißer“ auszusehen oder solche, in denen sie als „The Ghetto“ bezeichnet wird, gehen auch an einer so stark im öffentlichen Interesse stehenden Herzogin nicht spurlos vorbei, vor allem dann nicht, wenn solche Kommentare mehrere Tage online und sichtbar bleiben. Umso wichtiger also, dass sich alle Follower der Royals an die neuen (und selbstverständlichen) Benimmregeln halten und das gleichzeitig die Hasskommentare (Instagram sei Dank) noch schneller gefunden und gelöscht werden.

Autor: MB

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