Blickwinkel

Facebooks Brand Collabs Manager: Kohle für Creators

Influencer Marketing

Wie finden Marken und Medienmacher auf den Social Media zusammen und wie lassen sich kreative Inhalte in bare Münze umwandeln? Dieser Frage hat sich Facebook nun auch für die deutsche Community angenommen und zudem das Rollout weiterer Monetarisierungsmodelle für Produzenten von vor allem Videos in Deutschland vorgestellt. Ab sofort nämlich öffnet der Brand Collabs Manager auch in unseren Landen sowohl für Creators wie auch für Marken seine Tore. Bei der Plattform geht es Facebook darum, Brands und einflussreichen Creators einen einfachen Weg der Zusammenarbeit zu ebnen und durch „Branded Content-Partnerschaften“ den Rubel richtig rollen zu lassen.

Mitmachen auf Seiten der Kreativen kann im Prinzip jede und jeder, der/die auf mindestens 25.000 Abonnenten blicken kann. Sofern das der Fall ist, können sich Creators für eine Aufnahme in den Pool registrieren. Dann heißt es „Zeig, was du hast und ich sage dir, wer zu dir passt“. Denn als Bewerber muss man seine Originalarbeiten (Zielgruppen-Insights, Performance-Daten und bisherige Partnerschaften) offenlegen. Will man als Creator nicht so lange warten und es parallel auch proaktiv angehen, kann man die Seiten der Brands mit einem unverbindlichen Like versehen und wird dadurch in die vorgeschlagene Liste der Creators aufgenommen, die der Marke wiederum präsentiert wird.

Facebook Collabs Manager.png

(Quelle: Facebook)

Den Marken und Produkten verspricht Facebook, dass der Brand Collabs Manager es noch einfacher macht, relevante Zielgruppen über die Zusammenarbeit mit einem Creator zu treffen und anzusprechen. Dabei müssen die Brands nicht die Katze im Sack kaufen, sondern können sich anhand des Creator-Profils und dessen bisherigen Partnerschaften mit anderen Brands wie auch von entsprechenden Branded Content-Beiträgen ein genaueres Bild davon machen, ob sich eine Zusammenarbeit wirklich lohnt und falls ja, in welcher Form. Kommt man zusammen, dann unter sich, denn sobald Content-Kooperationen eingegangen werden, ist Facebook raus.

Kooperation und nicht Kollaps

Einige findige Wortakrobaten mögen sich schon die Zunge spitzen, die Finger spreizen und das „b“ in Collabs waagerecht spiegeln. Schon hat man den „Brand Collaps Manager“, also eine Art Verwaltung des Zusammenbruchs der Marken und deren Marketing auf Facebook. Doch natürlich sind diese Wortspielereien das Gegenteil dessen, was das größte soziale Netzwerk mit seinem Influencer-Tool in Deutschland erreichen will.

Doch alleine auf den Brand Collabs Manager will Facebook dann auch nicht setzen, um die nachhaltige Monetarisierung von Videoinhalten mit dem Bedürfnis der Brands nach direkter Zielgruppenansprache zu verbinden. Insofern erfolgte nun auch der Rollout des Tests für Fan-Abonnements. Bei diesem Modell umwerben Creators ihre Fangemeinde und versuchen, sie zu Bezahl-Abos zu bewegen. Wer dann als Nutzer seinen liebsten Facebook-Kreativen finanziell unterstützt, bekommt von ihm dafür exklusive Inhalte oder Unterstützer-Patches.

Nur ein kurzer Spot

Wer als Creator mit seinen Videos bereits viele Fans hinter sich versammeln konnte und „längere, markensichere Inhalte für ein treues Publikum“ erstellt, der kann seinen Videocontent nun auch in Deutschland durch Ad Breaks monetarisieren. Dabei werden entsprechende Live Videos oder On-Demand-Videos auf Facebook wie aber auch Videos im Facebook Audience Network durch kurze Werbespots von maximal 15 Sekunden Länge bzw. durch Rewarded Videos unterbrochen. Für Creators bleibt dabei immerhin mehr als die Hälfte der Werbevideoeinnahmen hängen, über den anderen Teil freut sich Facebook. Und das Netzwerk propagiert, dass es sich für Videoproduzenten lohnt. Denn Ad Breaks ist nicht nur in 41 Ländern weltweit verfügbar, sondern hat es seit August 2018 sogar geschafft, dass sich die Seiten, die das Tool benutzen, mehr als verdreifacht haben. Aktuell, so Facebook, „kommunizieren“ die Videos mit kurzen Werbepausen in der EMEA-Region (also Europa, Naher Osten und Afrika) auf Arabisch, Deutsch, Französisch, Italienisch oder Spanisch.

Facebook Watch versus YouTube

Bei allen (Video)-Monetarisierungsmodellen will Facebook auf Markensicherheit, Transparenz, Kontrolle wie auch auf Mehrwert für Creators und Marken setzen. Heißt: Anstößige Anzeigen sollten im besten Fall erst gar nicht auftauchen und falls ja, können sie blockiert und/oder gemeldet werden. Vor allem aber setzt Facebook mit seiner neuen Monetarisierungs- und Charmeoffensive darauf, YouTube endlich Paroli bieten zu können, was in erster Linie Videos aber auch das Umwerben von Creators bzw. Influencern und Marken angeht. Je übergangsloser und einfacher deren Zusammenarbeit auf Facebook ist, desto größer die Hoffnung, irgendwann auch den richtig dicken YouTube-Fischen (und natürlich den jeweils zahlenden Brands) mit Facebook eine adäquate zweite Heimat bieten zu können.

Mit der weltweiten Einführung der Video-Sparte „Facebook Watch“ im August des vergangenen Jahres hatte das soziale Netzwerk ja bereits einen leichten Paukenschlag in Sachen Bewegtbildervermarktung getätigt, doch verhallte dessen Klang bisher fast ungehört, wenn man ihn mit dem Platzhirschröhren von YouTube vergleicht. Facebook zufolge halten sich über 400 Millionen Menschen pro Monat und 75 Millionen täglich mindestens eine Minute auf Watch auf. Über 12 Millionen Watch Partys soll es zudem in unterschiedlichen Gruppen bisher gegeben haben. Zum Vergleich: Bei YouTube werden pro Tag etwa 1 Milliarde Stunden Videos geschaut – von fast 2 Milliarden monatlichen aktiven Nutzern.

Autor: MB

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