Blickwinkel

Fake Follower Das Risiko im Influencer Marketing

Influencer Marketing

Unilever sorgt für Aufregung

Influencer Marketing ist innerhalb kurzer Zeit zum festen Bestandteil im Marketing-Mix vieler Unternehmen geworden. Nicht unerhebliche Summen werden in die Werbung mit Social-Media Stars investiert. Nun hat Unilever angekündigt künftig nicht mehr mit Influencern zusammenarbeiten, die Follower kaufen. Das verkündete Keith Weed, der Marketingchef von Unilever, während der Cannes Lions auf Twitter und sorgte damit für Aufregung.

Der Konzern setzt sich damit für mehr Authentizität im Influencer-Marketing ein und möchte so das Vertrauen der Konsumenten stärken. Laut InfluencerDB-Chef Robert Levenhagen haben Fake Follower bereits einen Schaden von über 500 Mio. US-Dollar verursacht. Levenhagen bemängelt schon seit Jahren, dass Unternehmen ihre Influencer mit größerer Sorgfalt auswählen müssen, um glaubhaft zu bleiben. Die Ankündigung von Unilever, die in der Branche große Wellen geschlagen hat, spielt seinen Forderungen nun in die Karten, sie sei ein „wertvoller und wichtiger Weckruf“.

Follower sind die Währung des Erfolgs

Die Zahl der Follower sind für Influcencer der Gradmesser ihres Erfolgs. Je mehr Leute sie erreichen, desto mehr Geld können sie für Kooperationen mit Unternehmen verlangen. Die Bezahlung läuft nach dem Prinzip „je größer die Reichweite, desto mehr Geld“ ab. Dabei geht es in vielen Fällen rein um Quantität und nicht um Qualität, denn wer hinter den Followerzahlen steckt, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Da liegt es nahe, dass der eine oder andere beim Followerwachstum ein wenig nachhilft. Jeder vierte Influencer hat dies bereits getan. Es fängt an mit sogenannten „follow for follow“-Praktiken, indem wahllos möglichst vielen Accounts gefolgt wird in der Hoffnung, dass diese einem dann zurückfolgen. Über die Qualität dieser Follower lässt sich streiten. Wirklich bedenklich wird es wenn Influencer Follower, Likes oder Kommentare kaufen, denn dabei handelt es sich nicht um Profile „echter“ Nutzer, sondern um von Bots erstelle Fake-Profile. Das ist ein echtes Problem für die Branche, denn das sind tatsächlich leere Hüllen hinter denen sich niemand verbirgt. Hier wird also für Leistungen bezahlt, die eindeutig nicht erbracht wird.

Fake-Profile werden von Instagram gelöscht

Fake-Follower sprechen gegen die Nutzungsbedingungen vieler Social Media-Plattformen, deshalb beschäftigt Instagram mehrere Teams, die sich nur damit beschäftigen Fake-Profile ausfindig zu machen und zu löschen. Das scheint nur bedingt zu funktionieren, denn das Geschäft mit den falschen Followern floriert. Es gibt zahlreiche Anbieter für Fake-Follower, denn nach derzeitiger Rechtslage spricht der Verkauf von Followern und Likes wohl nicht gegen das Gesetz. Aber wie erkennt man überhaupt Influencer, die Follower kaufen? Mit einem einfachen Blick auf das Profil und die Followerzahlen ist das nicht ersichtlich. Dafür gibt es Analysetools, wie z.B. von InfluencerDB, die Instragram-Accounts analysieren. Hier wird z.B. das Followerwachstum von Accounts über einen längeren Zeitraum hinweg getrackt. Ein natürliches und organisches Wachstum lässt sich dann deutlich unterscheiden von einem sehr sprunghaften Anstieg durch den Kauf von unechten Profilen. Um Followerkäufe zu identifizieren, müssen Unternehmen also durchaus etwas Aufwand mit der Auswahl ihrer Influencer betreiben.Je mehr Influencer Marketing an Bedeutung gewinnt, desto mehr sollte auf die Qualität der Follower geachtet werden, um Erfolge zu garantieren. Die Ankündigung von Unilever ist also ein Schritt in die richtige Richtung. Denn ein Konzern der Größe hat durchaus Einfluss auf die Branche und führt hoffentlich zu einem Umdenken im Influencer Marketing.

Autor: CS

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