Blickwinkel

Instagram für Eltern

Influencer Marketing

Mit seinem nun auch für deutschsprachige Eltern erschienenen Leitfaden „So sprichst du mit deinem Teenager über Instagram“ schlägt die Fotosharing-Plattform eigentlich gleich zwei im Social-Kosmos-Chaos umherirrende Fliegen mit einer Klappe. Denn mit der Eltern-Edukation können diese dann ihr frisch erworbenes Instagram-Wissen an ihre Kinder weitergeben. Denn diese mögen als Digital Natives die App zwar intuitiv nutzen, doch übersehen sie womöglich eher als Eltern, wo das Gefährliche und Fahrlässige hinter dem Selbstverständlichen lauert.Insofern will der Instagram-Leitfaden für Eltern vor allem Verständnis erzeugen und vertiefen – für das, was die Kids und Teenager dort so treiben, teilen und posten sowie für die Möglichkeiten der Aufklärung, die Eltern ihren Kindern in Sachen Privatsphäre (öffentliches oder privates Konto), Zeit oder auch gewünschte wie auch unerwünschte Interaktionen (Bullying) mit anderen über die App.

Schritt für Schritt ins Instagram-Glück

Auch wenn Instagram nicht im Entferntesten nach Beamtentum riecht, baut der Eltern-Leitfaden dennoch auf drei Säulen auf, die stark nach administrativer Stube klingen. Das aber zu recht, denn am Ende geht es auch beim intuitiven Instagram darum, die nicht auf den ersten Blick ersichtlichen Hebel zu kennen, um die eigenen App-Aktivitäten bzw. die der eigenen Kids sicher steuern zu können.

Instagram Privatssphäre verwalten.JPG

Instagram Blockieren.JPG

Folgerichtig hangelt sich der Leitfaden von der Verwaltung von Privatsphäre und Interaktionen über das richtige Zeitmanagement entlang: Welche Einstellungen gibt es überhaupt, um die Privatsphäre zu schützen, welcher „Hebel“ muss umgelegt werden, um das eigene Konto von öffentlich auf privat oder umgekehrt zu stellen?

Wie lassen sich unerwünschte Interaktionen blockieren und damit auch sicherstellen, dass entsprechende Konten nichts mehr vom eigenen Kind sehen und somit auch dessen Aktivitäten nicht kommentieren können?

Welchen Button muss man bedienen, damit sichergestellt ist, dass nicht jeder Kommentar bzw. nur Kommentare ausgesuchter Konten oder auch überhaupt keine Kommentare unter den Fotos und Videos, die Kinder posten, erscheinen?

Als sehr praktische Funktion und zudem als kleine piktografische Rechtschreibübung ausbaubar, erweist sich in jedem Fall der Wörter- und Emoji-Filter, der (in der Theorie) alle gewählten Begriffe und Bilder blockiert, wenn diese zum Kommentieren von Videos und Fotos benutzt werden.

Instagram Kommentar Kontrolle.JPG

Auch sehr hilfreich im Sinne der Screen-Zeit-Streitereien („Du hängst ja nur noch am Smartphone!“) ist das Aktivitäts-Dashboard. Es soll dabei helfen, dass Kinder (und deren Eltern) sich stunden- und minutengenau vor Augen halten können, wie viel Zeit die Teenager täglich und pro Woche mit und auf Instagram verbringen. Ein nützlicher Nebeneffekt: Genau diese Zeitangaben können dazu genutzt werden, miteinander über eine Begrenzung zu sprechen.

Instagram Zeit auf Instagram.JPG

Und wenn Teenager das panische „FOMO“ (Fear of missing out)-Gefühl beschleicht, beschwichtigt Instagram sie sogleich. Durchatmen, nichts verpasst, alles gut.

Instagram Auf dem neuesten Stand.JPG

Das Spannendste zum Schluss

Erst zum Ende des Instagram-Leitfadens für Eltern erhalten die Erziehungsberechtigten zehn Fragen, mit denen sie ihre Instagram-Inquisition behutsam beginnen können. Das wiederum erinnert ein wenig an das Pferd, dass man von hinten aufzäumt oder auch daran, dass bei Instagram das Produkt ziemlich im Vordergrund steht.

In jedem Fall aber versuchen die Fragen die Basis für einen Dialog zwischen Eltern und Kindern zu schaffen, für Verständnis (von Instagram und den Gründen, warum Kinder und Teenager es benutzen) zu sorgen und nicht zuletzt auch dafür, für die Gefahren zu sensibilisieren, die leider auch von der App und manchen Usern ausgehen.

Wer als Mama und/oder Papa dann immer noch Lust auf Instagram hat, kann dank des schicken Glossars am Ende sogar richtig mitreden. Oder wenigstens verstehen, was die Kids so verrückt nach Instagram macht.

Autor: MB

(Quelle aller Abbildungen: Instagram)

Verwandte Artikel
Diskutieren Sie über diesen Artikel
Required for comment verification
0 Kommentare