Blickwinkel

Instagrams Influencer sind immer in Mode

Influencer Marketing

Auch im vergangenen Jahr 2018 setzen die reichweitenstarken Meinungsmacher in den Social Media das entscheidende Tüpfelchen auf das große I in Influencer und Instagram. Der Studie „State of Influencer Marketing 2018“ von InfluencerDB, Hersteller einer Influencer-Marketing-Software, zufolge, investierten Brands im letzten Jahr etwa 5,7 Milliarden US-Dollar in das Geschäft mit den einflussreichen Social-Stars – unter anderem auch auf der Foto- und Video-Sharing App. Dass dieses Influencer Marketing in erster Linie eine Frage des Stils und des richtigen Stoffs ist, zeigen die nackten Zahlen: Ein Viertel der als „Sponsored Posts“ deklarierten Beiträge auf Instagram widmeten sich dem Thema Mode. Die auf Platz zwei und drei folgenden Themenbereiche Essen und Unterhaltung konnten mit 12 respektive 11 Prozent Anteil an bezahlten Inhalten nicht einmal die Hälfte des modischen Marketing-Volumens abdecken.

State of Influencer Marketing 2018.jpg

(Quelle: Statista)

Zwischen Mikro und Makro

InfluencerDB rechnete zudem vor, dass „nur“ etwas mehr als 1,4 Millionen Instagram-Profile wirklich von einer für Brands und Sponsored Posts interessante Reichweite sprechen können, weil sie auf über 15.000 Follower zurückgreifen. Von diesen knapp 1,4 Millionen Profilen mit entsprechenden Followern sind rund 560.000 – also etwa 40 Prozent – Influencern zuzuordnen. Die anderen Accounts verteilen sich auf Unternehmen und Content Aggregatoren.

Inwieweit die Follower der Influencer nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ überzeugen, erwähnt die Studie leider nicht. Dafür gibt sie aber einen Einblick darin, wie das Zusammenleben (und leben lassen) im Influencer-Biotop von Instagram im Detail aussieht, vor allem mit Hinblick auf die in Followern gemessene Reichweite und die Verteilung des großen Influencer-Marketing-Kuchens.

Influencer By Reach.png

(Quelle: Futurebiz/InfluencerDB)

Über 80 Prozent der fast 560.000 Influencer auf Instagram sind dem Mikro- oder Medium-Bereich zuzuordnen, haben also zwischen 15.000 und 100.000 Follower. Immerhin 15 Prozent der Social-Media-Meinungsmacher können eine Gefolgschaft von zwischen 100.000 und 500.000 in die Waagschale werfen. Oberhalb dieser magischen Grenze jedoch ist die Influencer-Landschaft eher dünn besiedelt und wahrscheinlich zeigt die Preiskurve für entsprechend gekennzeichnete Werbeflächen auf den Profilen der insgesamt 4 Prozent Top-Influencer mit zwischen 500.000 und 5 Millionen Followern ziemlich steil nach oben.

2019 wird Influencer Marketing zu einer „sauberen“ Sache

Für das noch junge, laufende und auch für das nächste Jahr prognostiziert InfluencerDB nochmals einen recht beachtlichen Schub für das Influencer-Marketing-Budget. Gut acht Milliarden US-Dollar tief werden Unternehmen dann in die Tasche greifen, um ihre Brands unter anderem auf Instagram mithilfe der richtigen Influencer passend in Szene setzen und in die Aufmerksamkeit der Konsumenten rücken zu können.

Doch ein Selbstläufer ist und bleibt das Influencer Marketing keineswegs. Vielmehr werden die Top-Meinungsmacher verstärkt darauf achten (müssen), Sponsored Posts klar und deutlich als bezahlte Inhalte zu kennzeichnen. Zudem werden sie über das ganze Jahr verteilt, einen gründlichen Follower-Frühjahrsputz durchziehen müssen, um noch mehr Transparenz in Sachen gekaufter Gefolgschaft und Bots zu schaffen, vor allem auf Druck der Unternehmen und seitens Instagram selbst hin. Denn die Brands wollen Reichweite nicht um jeden (falschen) Preis haben und Instagram möchte natürlich eine weitestgehend saubere Plattform vermarkten.

Großes Potential für große Summen

Das Potential ist schließlich groß. Wie groß genau weiß beispielsweise der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Für 2019 rechnet der BVDW damit, dass fast zwei Drittel der deutschen Social-Media- und Influencer-Marketing-Manager mehr in „ihre“ Influencer investieren möchten. Knapp 25 Prozent der befragten Budget-Verantwortlichen wollen im laufenden Jahr zwischen 10.000 und 50.000 Euro für die diversen Social-Media-Meinungsmacher springen lassen. Ebenso will ein gutes Viertel der Manager sogar zwischen 50.000 und 250.000 Euro ins Empfehlungsmarketing stecken.

Mit 19 Prozent möchte immerhin fast ein Fünftel zwischen 50.000 und 100.000 Euro ausgeben und nur sechs Prozent der Marketing Manager ist bereit, mehr als 100.000 Euro auf den Influencer-Tisch zu legen. Ebenso sechs Prozent schließlich können mit über 250.000 Euro Jahresbudget wirklich tief in die Tasche greifen.

Herausforderung von Influencer Marketing.jpg

(Quelle: Bundesverbands Digitale Wirtschaft e.V.)

Die Herausforderungen sind dabei ebenso groß wie die Ambitionen weit reichen: Wie lässt sich Reichweite neben der bloßen Follower-Zahl messen? Wie authentisch ist die Gefolgschaft der Influencer? Wie ernst nehmen es Influencer mit der Kennzeichnungspflicht für Sponsored Posts? Wie lassen sich Streuverluste vermeiden und wie die Kosten wieder reinholen? Sollte man auf die großen Stars oder eher auf Nischen-Influencer setzen, die zwar weniger, dafür aber wahrscheinlich eher die „Richtigen“ gezielt ansprechen?

Deutschland, deine Instagram-Influencer

Wie man die Richtigen auch hierzulande findet und das größte Wachstumspotential entsprechender Instagram-Accounts abschöpft? Ganz einfach: Indem man beispielsweise einen Blick auf die Top 10 der wachstumsstärksten deutschsprachigen Instagram-Influencer wirft.

Wachstumsstärkste deutschsprachige Influencer Dez 18.jpg

(Quelle: Statista/InfluencerDB)

Die Best-of-Liste führt der Rapper mero_428 an, mit einem Wachstum von fast 50 Prozent und über 900.000 Followern. Dass dieses Potential in der Familie liegt, zeigt sein Bruder dogan_428, der mit 119.00 Followern und einem Plus von 35 Prozent an dritter Stelle des Rankings liegt – deutlich hinter Lucas Cordalis, der womöglich das Showtalent von seinem Vater Costa geerbt hat, dem aber in jedem Fall noch das gewisse Social-Media-Etwas hinzufügte.

Interessant ist abschließend die Beobachtung, dass sich unter den wachstumsstärksten Instagram-Influencern in Deutschland mit heinicke.nadine und its_chrissy_xoxo tatsächlich nur zwei Meinungsmacherinnen finden, die das Empfehlungsmarketing via Social Media als Beruf ausüben.

Autor: MB

Verwandte Artikel
Diskutieren Sie über diesen Artikel
Required for comment verification
0 Kommentare