Blickwinkel

Keine neue Fendi-Tasche für Influencer

Influencer Marketing

Eine Influencerin, die von einem 90er Jahre Serienstar ausgebremst wird – die Markenkommunikation des italienischen Modelabels Fendi ist wirklich visionär. So wird Influencerin Caro Daur im dritten Video-Clip einer Digital-Kampagne ihre Traumtasche im New Yorker Fendi Store vor der Nase weggeschnappt. Von keiner geringeren als Sarah Jessica Parker, welche als Carrie in der Kultserie „Sex in the City“ ein lang gehegtes Faible für die „Baguette Bag“ des italienischen Designerlabels hegte.

Carrie versus Caro

So schauen Caro und ihre Clique um Influencerin Natasha Lau und den Models Ebonee Davis und Melissa Martinez verdutzt aus der Wäsche, als Parker sie lässig mit dem Satz abfertigt: „This is not a bag, it’s a Baguette“. Für all diejenigen, die in der Fashion Welt irgendwo verloren gegangen sind: Im Zuge eines 90er-Revivals holt Fendi gerade seinen legendären Klassiker, die 1997 von Silvia Venturini Fendi entworfene, „Baguette Bag“ zurück. Inspiriert von der französischen Lebensart, mit Brot unterm Arm herumzuspazieren, löste der It-Bag seinerzeit einen Hype aus – an welchem Parkers Serienfigur nicht ganz unschuldig war.

#BaguetteFriendsForever

Der Clip mit Parker und Daur ist der dritte Teil einer Digital-Kampagne, die unter dem Hashtag #BaguetteFriendsForever ausschließlich in den Social-Media-Kanälen von Fendi zu sehen ist. Den Anfang machte Anfang des Jahres der in Shanghai gedrehte Clip „The Baguette is back“. In diesem decken sich die chinesischen Jungstars Zhuo Tan, Qiao Xin, Yuyu und Yoyo mit einem gefühlten Dutzend der rund 2.000 Euro teuren Mini-Bags ein. Als ein Türsteher sie abends beim Betreten eines Clubs bittet, die Taschen zu öffnen, bekommt er den lässigen Spruch zu hören. Also, dass das doch keine Taschen seien, sondern Baguettes.

Im zweiten Clip wird ein hilfsbereiter Schönling in Hong Kong derart belehrt, als er der taiwanesischen DJane Dizzy Dizzo, dem japanischen Model Hikari Mori, der koreanischen DJane Peggy Gould und dem Fashion-Girl Yoyo Cao aus Singapur bei der Suche nach einer vergessenen Baguette-Bag behilflich sein will.

Junge, kaufkräftige Zielgruppe erobern

Die (bisher) drei Kurzfilmchen feiern ein unbeschwertes Lebensgefühl und die Freundschaft. Mit dem Ziel, eine junge, kaufkräftige Zielgruppe zu erobern. Bei Fashionistas und Taschen-Süchtigen mag das bestimmt funktionieren. Manch männlicher Zeitgenosse wird die kollektiv-weibliche Taschen-Hysterie allerdings nicht so richtig nachvollziehen können. Vielleicht helfen da die Events, die als Ergänzung zu den Clips in den großen Metropolen dieser Welt stattfinden sollen – es sei denn, dort geht es ähnlich hysterisch zu. Doch offenbar funktioniert das Konzept: Im vergangenen Jahr promotete Fendi im Rahmen der #MeandMyPeekaboo-Kampagne erfolgreich das gleichnamige Taschenmodell. Unter anderem mit zielgruppenaffinen, weiblichen Mitgliedern des Kardashian-Clans.

F is for the future

Die digitalen Kampagnen reihen sich ein in den Maßnahmenkatalog einer veränderten Markenkommunikation. So hat die Traditionsmarke vor zwei Jahren eine Online-Plattform gegründet, auf der sich unter dem Claim "F is for Fendi“ junge Talente verschiedene Branchen mit hippen Videos und Interviews tummeln. Die trendige Influencer-Bande aus Mode, Musik und Kultur soll die junge Zielgruppe in die Fendi-Welt einführen. Cooler Versammlungs- beziehungsweise Drehort für die hippen Influencer-Videos ist nicht selten das stilvolle Dach des Fendi-Hauptquartieres in Rom. Das erste Video wurde übrigens von Leonetta Luciano Fendi gedreht, Tochter der Baguette-Taschen-Designerin – ohne Einbeziehung einer Werbeagentur oder eines Social-Media-Video-Spezialisten.

Autor: KS

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