Blickwinkel

"Plastik-Pizza": Web-Bashing für ConCrafter

Influencer Marketing

Das Social Web ist in Aufruhr. Nein, nicht wegen Trump, Zuckerberg oder Bibis Baby, sondern wegen der Luca Pizza 2 des YouTubers ConCrafter! Jedoch nicht wegen der Bagatelle, dass eine bereits an REWE ausgelieferte Palette neben Schinken-Stückchen versehentlich auch noch mit Plastikteilchen belegt war. Grund war der Umstand, dass Namensgeber Luca ConCrafter am Tag des Bekanntwerdens und der Rückrufaktion kein persönliches Statement zu diesem Fauxpas gegeben hat – obwohl quasi sämtliche Medien über die Rückrufaktion berichtet haben.

Kollektives Bashing

„Scheiß aufs Plastik“, das könne man doch einfach runterpuhlen, empfiehlt ein Hater proaktiv. Aber seine Fans nicht persönlich zu informieren, inklusive Entschuldigung – das ginge ja wohl gar nicht! Das weiß doch jeder Dreikäsehoch mit YouTuber-Berufswunsch. Und auch alle Neider des hübschen Influencers, die dem gebeutelten Werbesternchen sein Versäumnis sofort genüsslich um die Ohren hauen. Allen voran der um die Fan-Gesundheit besorgte Simon Unge, der fliegende Web-Reporter Herrenmeister sowie der als Menschenfreund bekannte YouTuber Tanzverbot.

Echt verboten, so ein Follower-feindliches Verhalten. So wird Halloween 2018 als Tag des großen ConCrafter-Shitstorms in die Geschichte der Sozialen Medien eingehen.

ConCrafter abgetaucht als Halloween-Schreck?

Und was macht Luca ConCrafter? Postet erstmal nur den Rückruftext als Story auf Instagram. Wie jetzt, was war da los? Haare nicht gewaschen? Oder erstmal Büßermiene proben? Was auch immer den beliebten YouTuber dazu getrieben hat, die Sache erstmal aussitzen zu wollen: es handelte sich ja „nur“ um 405 Pizzen. Das Leben seiner Fans war Dank prompter Reaktion zu keinem Zeitpunkt wirklich gefährdet und außerdem hatte sich sein Manager schon höchst selbst auf den Weg zum Hersteller gemacht, um die (Plastik-)Scherben des Deals einzusammeln. Irgendwann im Laufe des Reformationstages lud der Bielefelder dann doch noch eine offizielle Stellungnahme für seine 3,4 Millionen YouTube-Follower hoch.

Späte Entschuldigung

Das war hollywoodreif: 8 Minuten lang erklärt er, dass es ihm unfassbar leid tut. Und dass er extrem unglücklich über den Vorfall ist. Auch den offiziellen Rückruf liest er nochmal in ganzer Länge brav vor. Obwohl er seit Bekanntwerden des „Mitarbeiterfehlers“ nur noch am Zittern ist und keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Das erwähnt er mehrmals, genauso wie den Großteil seiner Bekundungen. Am Ende ist er den Tränen nahe – wie bestimmt auch tausende seiner, wahrscheinlich größtenteils weiblichen, Fans. Und hey, es war ja keine Absicht. Auch hat nicht er höchstpersönlich das Plastik unter die Soße gemischt. Aber die Gesundheit seiner Fans hat natürlich oberste Priorität. Und die Frisur sitzt, perfekt.

Pizza-Partnerschaft mit Potenzial

Dabei hatte alles so schön angefangen. Mit ihm und dem Pizza-Produzenten Gustavo-Gusto. Eine unfassbar krasse Pizza Margherita war im Oktober vergangenen Jahres der Grundstein dieser viel versprechenden Partnerschaft.

Aus Liebe zur Pizza. Mit einem so tollen Partner wie Gustavo, bei denen noch von Hand produziert wird. Das schrie geradezu nach Fortsetzung. Aber lässt sich so eine krasse, mega erfolgreiche Pizza überhaupt noch toppen? Ja! Mit Prosciutto! In der vegetarischen Social-Media-Szene fängt es schon an zu rumoren. Aber die Berater von ConCrafter und Gustavo wissen als richtige Profis natürlich, dass sie den Hinterschinken irgendwie in den Hintergrund stellen müssen und siehe da: Der Clou der Luca Pizza 2 ist – schwarz.

Nicht weil sie verbrannt ist, sondern pflanzliche Aktiv-Kohle untergemischt bekommt. Was sie natürlich viel bekömmlicher als herkömmliche Pizzen macht.

ConCrafter sieht schwarz

Und jetzt? Selbst Luca sieht nun schwarz für diese einstige Partnerschaft mit Potenzial. Aber natürlich geht es ihm nicht um die Kohle. Nur um das Wohlergehen seiner Fans. Die ja wohl hoffentlich alle Fans bleiben werden. Aber man kennt das ja: Ein echter Fan verzeiht alles.

Autor: KS

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