Blickwinkel

Wie man Schnitzer in Social Media vermeidet

Influencer Marketing

Damit die Social-Media-Plattformen nicht zum Glatteis werden, muss man nicht nur lernen, wie man sie betritt, sondern auch, wie man sich am sichersten und elegantesten darauf bewegt. Schließlich nutzen viele Unternehmen Formate wie Facebook, Twitter, YouTube, Snapchat und Instagram, um darüber mit ihren Kunden in Kontakt zu treten, Follower, Freunde, Likes und dadurch letztlich auch Leads zu generieren. So weit, so bekannt.

Doch, welches sind die gröbsten Schnitzer, Fauxpas und Miss- bzw. Fehlgriffe, die man sich als Unternehmen oder auch als Influencer in den Social Media besser nicht leistet? Wie umgeht man die Fallgruben und dies Abseits der sozialen Netzwerken? Der US-Anbieter für Büroartikel Quill hat diesbezügliche Kniffe, Tricks, Tipps und No-gos bereits vor einiger Zeit in Wort und Bild festgehalten.

Pareto für die Social Plattformen

Wer hätte gedacht, dass ein Klassiker des Projekt- und Zeitmanagements wie das Pareto-Prinzip irgendwann einmal auch Einzug in die Social Media halten würde? Natürlich jeder, der weiß, dass man wenig Aufwand, sofern dieser gezielt eingesetzt wird und effektiv ist, das Maximum herausholen kann. Und das gilt vor allem für das Posten über die eigenen Social Accounts. Quill verweist hier in Anlehnung an Pareto darauf, dass man – wenn man wertvolle und nachhaltige Beziehungen über die Social Media aufbauen will – zu 80 Prozent Content veröffentlichen sollte, der zwar nicht von einem selbst stammt, dafür aber ganz bestimmt Mehrwert für das Netzwerk bietet, also Relevanz und Aktualität. Beispielsweise Branchennews in Form von Artikeln, Videos, Whitepapers oder auch Checklisten. Die restlichen 20 Prozent dürfen dann gerne aus werblichem Content aus eigener Feder stammen – also Produktnews, Angebote, Coupons und Wettbewerbe, versehen mit der richtigen Call-to-Action-Prise.

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(Quelle: Quill)

Hashtag as Hashtag can?

Was in bestimmten sozialen Netzwerken wirkt, entfaltet auf anderen Plattformen gar keinen Effekt. Der Hashtag gehört zu dieser Art von fast schon Plattform proprietären Zeichen, die anderswo einfach nur verpuffen. Denn auch wenn dieses Schlagwortzeichen beim Kurznachrichtendienst Twitter dabei hilft, zugehörigen Content (also Tweets) suchen und finden zu können und auch auf Facebook und Instagram redlich funktioniert, bleibt es bei anderen Social Plattformen einfach nur Deko – und dazu eine, die nichts Gutes auf den Verfasser schließen lässt. Denn entweder hat der keine Ahnung oder er war zu faul, den Hashtag zu entfernen, als er den Twitter-Post auch auf anderen Social Media veröffentlich hat. Der Eindruck, der beim Netzwerk durch ein deplatziertes Hashtag entsteht, kann sicher nicht als professionell bezeichnet werden. Insofern sollte jeder Content plattformspezifisch aufbereitet und Copy und Paste zumindest nicht automatisiert eingesetzt werden. Und ja, auf die Menge kommt es natürlich auch an. Daher sollten Hashtag und Co. keinesfalls inflationär verwendet werden. Und wenn man im gesunden Maß verwendet, dann bitte auch die richtigen Begriffe wählen, was ein wenig Recherche in den jeweiligen Social Media voraussetzt.

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(Quelle: Quill)

Fehlende oder falsche Content- und Kommentar-Moderation

Wir Menschen sind auf Konversationen ausgelegt. Ohne Gespräche fehlt uns das soziale Feedback. Das gilt für den persönlichen Dialog ebenso wie für die Unterhaltungen in den Social Media. Auch dort ist Moderation das A und O für jeden Account und auf jeder Plattform. Die Kunst liegt darin, „trollige“ von „drolligen“ Kommentaren zu unterscheiden und jede Beschwerde ernst zu nehmen, da sie und eine fehlende Reaktion im Zweifelsfall weit sichtbar sind und kein gutes Licht auf den Channel oder das Profil eines Unternehmens werfen. Daher gilt: Jeden Kommentar berücksichtigen, Trolle aussortieren, negative Kommentare nicht löschen, sondern prüfen und darauf eingehen – mit Diplomatie, Verständnis und einer schnellen Reaktionszeit.

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(Quelle: Quill)

Sollte das Sujet zu sehr in die Tiefe gehen oder zu persönlich sein, sollte dem User angeboten werden, die Konversation über Private Messaging fortzuführen. Am Ende aber zeigt jede schnelle und professionelle Reaktion auch anderen Usern und Kunden, dass man sie und ihre Anliegen als Unternehmen ernst nimmt und gerne mit ihnen auch in den Social Media auf Augenhöhe kommuniziert. Das wiederum verleiht gerade im anonymen Raum der Social einen hohen Grad an Authentizität. Und das schließlich wirkt sich immer auch auf die Reputation eines Unternehmens auch auf anderen Kanälen aus.

Keine Bilder? Großer Fehler!

Ohne das bereits zig-fach zitierte „Bilder sagen mehr als tausend Worte“ strapazieren zu wollen, ist es dennoch so, dass Visuals an sich einen festen Bestandteil jeder Corporate-Social-Media-Strategie bilden. Denn ohne Fotos, Videos oder auch GIFs laden Posts nur sehr beschränkt zur Interaktion, zum Teilen oder Kommentieren ein. Und wenn man Visual regelmäßig benutzt, sollte man auf Abwechslung setzen und unterschiedliche Formate benutzen. Was eher nach hinten losgeht, sind Bilder und Co. in schlechter Qualität. Was in jedem Fall noch sehr viel tiefer als nur nach hinten losgehen kann, ist das Benutzen von Bildern, deren Nutzungsrechte man vorab nicht geklärt hat. Das kann nämlich teuer und peinlich werden. Insofern empfiehlt es sich auch beim Kauf von Visuals auf Fotodatenbanken immer erst zu checken, für welche Zwecke man welche Bilder verwenden kann und wen man beim Posten als Urheber oder Quelle der Bilder nennen muss – also Fotografen und/oder Fotodatenbank. Ebenso ist es ratsam, beim Kauf von Visuals nach spezifischen Social-Media-Lizenzen zu schauen, um auf Nummer Sicher zu gehen.

Fazit: Natürlich helfen die oben genannten und auch andere von Quill aufgeführte Regeln Unternehmen dabei, Social Media einigermaßen professionell zu beackern und zu bestücken. Andererseits wissen wir ja, dass es manche von Algorithmen gesteuerte Content-Regeln gibt, die wir nicht auf den ersten Blick oder mitunter überhaupt nicht verstehen und für unsere Zwecke umsetzen können. Dennoch hat man ja dank dieser Tipps und Tricks einiges in der eigenen Hand, um das Beste aus den eigenen Social-Media-Auftritten zu machen – und das Schlimmste zu verhindern.

Autor: MB

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