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YouTube: 5 Mio. Dollar für mehr Toleranz und Empathie im Internet

Influencer Marketing

Schon mal was von Creators for Change gehört? – YouTube hat eine internationale Armada an Bloggern aufgestellt. Ihre Mission: Tue Gutes und berichte darüber!

2016: YouTube investiert eine Million Dollar

Eingekaufte YouTube-Blogger veröffentlichen ein Fettnäpfchen nach dem Anderen – man erinnere sich zum Beispiel an den hauseigenen Blogger PewDiePie, der antisemitische Äußerungen über seinen Channel veröffentlichte. Oder der YouTube-Prankster, Sam Pepper, der eine Entführung mit tödlicher Hinrichtung auf seinem Channel mimte.

Vor dem Kontext wachsender Kritik an der Plattform und seinen Bloggern rief YouTube ein Programm ins Leben, dass für mehr Toleranz, Empathie und Verständnis auf der Plattform sorgen sollte. Ein Programm namens Creators of Change. Im September 2016 wird das Projekt erstmals an die Öffentlichkeit getragen, mit Finanzierungsmitteln von einer Million US-Dollar im Rücken und sechs Bloggern in den Startlöchern: Natalie Tran (Australia), Abdel en Vrai (Belgium), Nilam Farooq (Germany), Omar Hussein (Saudi Arabia), Barış Özcan (Turkey), und Humza Arshad (United Kingdom). Das war 2016.

Inzwischen ist Humza Arshad aus dem UK ist zu einer britischen Größe gewachsen und eines der Zugpferde der Aktion. Zusätzlich zu seinen Online-Vlogs, ist er offline als Ambassador an britischen Schulen unterwegs. Dort unterhält er sich mit Kindern und Teenagern aus dem gleichen Einwanderungsmilieu zu Themen wie dem Islam in Großbritannien und wirkt durch seine humorvolle Aufklärung in Sachen Radikalisierung und Extremismus entgegen. Die Kinder und Teens lieben ihn und er stiftet positives Identifikationspotential.

2018: YouTube investiert weitere fünf Millionen Dollar

Das bestehende Programm der „Creators of Change“ wird nun durch das Programm Creators of Change Fellows ausgebaut. Hierzu kommen fünf neue Blogger in den bestehenden Pool von 2016 und weitere 28 Fellows, die die Ambassadors bei ihren Missionen unterstützen sollen. Hier werden Videos mit soziopolitischem Inhalt produziert, die das interkulturelle Verständnis und das friedliche Miteinander aller Religionen und Nationalitäten noch weitreichender fördern sollen. Mit Workshops, Schulprogrammen, der Zusammenarbeit mit Organisationen und anderen Maßnahmen sollen bereits über 15.000 junge Menschen an rund 200 Standorten erreicht worden sein, so YouTube

Mit 11 Ambassadors und 28 Fellows aus allen Ländern dieser Welt erweitert Youtube nun sein Aufkommen in 2018 – denn in der Zwischenzeit ist wieder einmal viel auf YouTube passiert. Ereignisse, die einer grundlegenden positiven Wende bedürfen: Man denke an die negativen Schlagzeilen aus den eigenen Reihen, Anfang dieses Jahres, als YouTube-Blogger Logan Paul einen Toten filmte, der Suizid begangen hatte. Oder an die extremistischen Hass-Prediger, wie Abu Walaa, die Kanäle auf YouTube bespielen.

Aus Marketingsicht dürfte vor allem der positive Imagewechsel der Grund für den Ausbau der Empathie-Kampagne im Netz sein. Zudem kommen finanzielle Einbußen durch die Skandale, da sich große Werbepartner von YouTube distanziert haben. Mit dem Ausbau des Programms „Creators of Change“ soll sich das nun ändern und natürlich auch durch striktere Werberichtlinien, die Inhalte fortan detaillierter überprüfen werden. Inhalte sollen ab jetzt individuell von Menschenhand geprüft werden, statt ausschließlich durch Roboter. A good change as well.

Autor: DR

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