News

Freunde sind die mächtigsten Markenbotschafter

Influencer Marketing

Mit dem Stichwort Influencer assoziieren viele von uns illustre Namen wie Marco Reus, Dagi Bee und Julienco. Schließlich vereint das Top-Influencer-Dreigespann auf Instagram eine Heerschar an Followern hinter ihren jeweiligen Accounts: Dortmunds Spielmacher folgen über sieben Millionen Menschen, Dagi Bee blickt auf weit über fünf Millionen Follower und Julienco aka Julian auf 4,8 Millionen Fans.

Und doch, so zumindest die repräsentative Studie "Influencer: Einfluss auf die Kaufwahrscheinlichkeit" von SPLENDID RESEARCH, finden sich die einflussreichsten Influencer nicht in der Glamour- und Glitzerwelt, sondern im engeren Freundeskreis. Während nämlich nur rund ein Fünftel der vom Hamburger Marktforschungsinstitut befragten 1.221 Deutschen zwischen 15 und 69 Jahren schon mal ein Produkt auf Empfehlung eines professionellen Influencers gekauft hat, ließen sich dagegen 77 Prozent eher von Freunden zum Kauf animieren.

Haben Sie schon mal ein Produkt auf Empfehlung eines Freundes - eines Influencers gekauft.png

Der Umfrage zufolge liegen Freunde als Markenbotschafter selbst dann noch vor berufsmäßigen Influencern, wenn ihnen nur ein schwach ausgeprägtes oder sogar nur eine geringes Vertrauen entgegengebracht wird. Entsprechend ließen sich 87 Prozent der Befragten durch die Kaufempfehlung eines stark vertrauenswürdigen Freundes zum Shoppen inspirieren, während Influencer mit starkem Vertrauensbonus immerhin noch 51 Prozent der Befragten zum Kauf bewegen konnten.

Je stärker das Vertrauen jedoch abnimmt, desto größer wird auch die Schere zwischen Freunden als Influencern und Profi-Markenbotschaftern.

Haben Sie schon einmal eine Kaufempfehlung eines Freundes - iner Freundin oder von Influencern umgesetzt.png

Sinkt nämlich das Vertrauen in den mittleren bis unteren Bereich, können die Kaufempfehlungen der Freunde immerhin noch 79 respektive 66 Prozent der Studienteilnehmer zum Gang zur Kasse bewegen. Berufsmäßige Influencern ihrerseits können in diesen Bereichen nur noch 17 bzw. 5 Prozent zum Kauf animieren und inspirieren.

Auch offline sind Freunde die wahren Influencer

Welche Quellen zapfen Konsumenten gewohnheitsmäßig an, um mehr Informationen über Produkte zu erhalten? Tatsächlich sind für gut zwei Drittel der Befragten die Freunde die erste Adresse, wenn es darum geht, (glaubwürdige) Produkt-Infos zu erhalten. Für fast ebenso viele spielen Online-Vergleichstests eine entscheidende Rolle. Knapp dahinter reihen sich Bewertungsportale als relevante Informationsquellen zu Produkten ein.

Wo informieren Sie sich über Produkte.png

Auf Rang vier folgt die Familie als Hort der Produkttipps. Ob sich die Befragten die jeweiligen Infos offline oder beispielsweise via Messenger oder Mail holen, sagt die Studie leider nicht. In jedem Fall offline beschaffen sich 59 Prozent der Konsumenten ihre Dosis an Produktinfos im Geschäft vor Ort. Unboxing- oder Produkttestvideos vor allem auf YouTube, sind für nur 39 Prozent die erste Anlaufstelle und Influencer-Empfehlungen rangieren mit 9 Prozent weit abgeschlagen, sogar noch hinter Print.

Insgesamt, so die repräsentative Umfrage, erfolgt die Informationsbeschaffung zu Produkten bei 88 Prozent der Studienteilnehmer noch im klassischen Offline-Modus, während sich 84 Prozent online informieren.

Influencer-Süppchen garen am besten unter Freunden

Bei welchen Produktarten aber genau wiegt das Wort von Freunden als Markenbotschafter am meisten? Für über ein Fünftel der Befragten sind Empfehlungen aus dem Freundeskreis vor allem dann entscheidend, wenn es um das leibliche Wohl oder Gourmet-Genüsse geht. Nur 4 Prozent vertrauen beim Thema Kochen auf den Produktrat von Influencern.

Zu welchem dieser Inhalte haben Sie sich schon mal ein Produkt auf Empfehlung eines Freundes - eines Influencers gekauft.png

Jeder zehnte wiederum vertraut der Produktempfehlung von Freunden, wenn es um die Kunst des Heim- und Handwerkens geht. Professionelle Markenbotschafter haben da mit 2 Prozent Zuspruch eher wenig Mitspracherecht. Ähnlich verhält es sich in den Bereichen Fitness und Einrichtung. Sowohl bei der körperlichen Konstitution wie auch in Bezug auf das Interieur ihrer Wohnungen und Häuser, vertrauen die Studienteilnehmer zu 9 Prozent ihren Freunden, während sie nur zu 3 respektive 2 Prozent die Empfehlungen von Influencern beim Kauf entsprechender Produkte berücksichtigen.

Wenn es schließlich um den fahrbaren Untersatz geht, haben sowohl Freunde mit 5 Prozent wie auch berufsmäßige Markenbotschafter mit einem Prozent so gut wie kein Wörtchen bei der Kaufentscheidung mitzureden.

Technik fest in Freundeshand

Wenn Profi-Influencer überhaupt mal einigermaßen gleichberechtigt mitreden dürfen, dann bei den Kaufentscheidungen, die Konsumenten für Beauty- und Körperpflegeprodukte treffen. Hier nämlich werden Influencer immerhin von 9 Prozent gehört, während Freunde mit 32 Prozent zu gut einem Drittel die Kaufentscheidungen beeinflussen.

Im Bereich Technik gibt der Freundeskreis mit 37 Prozent klar den Ton gegenüber den Influencern (6 Prozent) an.

Zu welchem dieser Inhalte haben Sie sich schon mal ein Produkt auf Empfehlung eines Influencers - eines Freundes gekauft.png

Rund ein Viertel vertraut in Sachen Kleidung klar den Produktempfehlungen von Freunden, während es mit 6 Prozent nur ein Viertel davon sind, die auf Influencer hören. Bei Ernährungsprodukten und im Gaming-Bereich schließlich haben Freunde mit 20 respektive 14 Prozent klar das Kauf-das-Sagen, während Influencer hier nur zu 4 Prozent zu Wort kommen.

Dennoch sollte man das Verhältnis von Freunden und professionellen Influencer in Sachen Kaufentscheidungen schattierter betrachten. Oder eben geschlechterspezifischer.

Ein Blick auf die Unterschiede zwischen Frauen und Männern in Sachen Beeinflussung von Kaufentscheidungen durch Produktempfehlungen von Influencern zeigt, dass wenn Konsumenten auf den Rat professioneller Markenbotschaften hören, sie das mit unterschiedlichen Ohren tun: Frauen vertrauen Influencern eher, wenn es um Beauty- und Körperpflege-Produkte geht, während die männlichen Sinne eher anspringen, sobald Markenbotschafter technische oder Gaming-Produkte anpreisen.

Autor: MB

(Quelle aller Abbildungen: SPLENDID RESEARCH GmbH)

Verwandte Artikel
Diskutieren Sie über diesen Artikel
Required for comment verification
0 Kommentare