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Ist ein Ei das Ende von Influencern wie wir es kennen?

Influencer Marketing

Letzte Nacht ist es passiert. Kylie Jenner ist offiziell nicht mehr auf dem virtuellen Instagram-Thron mit den meisten Likes auf einem einzelnen Bild.

Die mächtigste Familie auf Instagram, der Kardashian Clan, kommt kumuliert auf weit über eine viertel Milliarde Follower. Es ist kein Geheimnis, dass Kim & Co Gagen im relevanten 6- stelligen Bereich für sponsored Posts erhalten – mindestens. Kein Wunder, denn die Engagement-Raten der Uploads durchbrechen oftmals Skalen in nie gekanntem Ausmaß. Stolze 18 Millionen Likes hat Kylies „Birth Announcement“-Bild auf Instagram und war damit bis gestern Nacht mitteleuropäischer Zeit das Bild mit den meisten Likes auf Instagram.

Jetzt ist es ein Ei. Ja, richtig gelesen. Ein Ei. Das Ei kommt jetzt, um 14:16 Uhr, auf 27 Millionen Likes. Der Upload ist gerade einmal zehn Tage alt.

Was für ein PR-Gau für Kylie und ihre Personal Brand, die seitdem unter jedem ihrer Uploads einen Top Kommentar zum Ei lesen muss. Doch wie konnte es dazu kommen und was bedeutet das für das Influencer Marketing?

Das Internet und die Viralität schreibt seine eigenen Regeln, die viele Agenturen und Werbetreibende versuchen zu entschlüsseln. Dabei ist der Kardashian Clan nicht selten involviert. Der letzte virale Paukenschlag in diesem Zusammenhang war der Pepsi Werbespot mit Kendall Jenner – ging auch viral, aber leider nicht so wie gewünscht, da sich innerhalb weniger Stunden ein dicker Shitstorm als Reaktion zusammenbraute.

Für mich ist ein Ei, das einen Influencer vom digitalen Like Thron stößt, ein klares Signal in die Richtung der Medien-, Werbe- und Influencer-Industrie. Glattgebügelt, brand safe, durchgescriptet und politisch korrekte Kooperationen oder werbliche Beiträge sind tot bevor sie hochgeladen werden. Das meine ich so wie ich es sage. Ganz gleich, ob der Absender Pepsi, Coral oder Milka mit Kendall Jenner, Fiona Erdmann oder Thomas Gottschalk ist. Das Internet und damit die überwiegend junge Generation, die über klassische Medien, allen voran TV, Print und Radio, nicht mehr erreicht wird, versteht die sozialen Medien, Popkultur und Paid Partnerships besser als 98 Prozent der Unternehmen, die Kampagnen für diese Kanäle einbuchen.

Wieso ein Ei mehr Likes als Kylie bekommt? Weil das Ei symbolisiert, was schleunigst von Werbetreibenden verinnerlicht werden muss: Eine neue Generation hat begriffen, dass sie durch ihr Konsumverhalten (ob Produkte oder Content) die Welt und Algorithmen beeinflussen kann, Marken und Produkte stürzen oder emporheben kann, selbst wenn es um etwas Nichtssagendes wie ein Ei geht, was ab heute im History Museum of Internet irreversibel protokolliert ist. Eier, wir brauchen Eier...

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Autor: Julian Mohr, Gründer und Geschäftsführer von Nqyer Media

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