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Experteninterview: Arbeiten bei Weischer.Media

Karriere

„Als Unternehmen bewerben wir uns jedes Mal auch bei den Bewerbern“

Christoph Schmidt, Geschäftsführer und Leiter der HR-Abteilung von Weischer.Media, verrät im Xing-Interview, wieso er Bewerbungsunterlagen in Plastikhüllen skeptisch gegenüber steht und welche drei Tipps er Bewerbern an die Hand gibt.

Herr Schmidt, was macht Weischer.Media eigentlich?

Von Kino-, Außen- und Onlinewerbung bis hin zu Influencer Marketing – Weischer.Media ist mit WerbeWeischer, Weischer.Regio und anderen Marken führend in der Kinowerbung in der D-A-CH-Region und mit Jost von Brandis eine der großen Spezialagenturen in der Außenwerbung. Was uns ausmacht ist das breite Portfolio der Mediawelt gepaart mit der Expertise unserer Kollegen aus den verschiedensten Bereichen in einem inhabergeführten Unternehmen mit rund 400 Mitarbeitern.

Und wie ist Weischer.Media als Arbeitgeber?

Wir sind unseren Mitarbeitern eng verbunden. Unsere Unternehmenskultur und Arbeitsweise zeichnen sich durch ein offenes Miteinander und viel Raum für Ideen und Innovation aus. Duz-Kultur, agiles Arbeiten und eine Entwicklung hin zu mehr Eigenverantwortung der Teams machen dies möglich.Und wir erleben Veränderungen wie nie zuvor: dynamischer Wandel in den Medienmärkten, Digitalisierung, Generationswechsel, Wachstum der Firma, Wertewandel bei den Mitarbeitern. Grundlage unseres Handelns ist ein klar definierter Wertekanon aus Offenheit, Wertschätzung, Vertrauen und Zielorientierung.Dabei ist uns bewusst, dass wir längst nicht in allen Bereichen perfekt sind. Das ist gleichzeitig der Ansporn, jeden Tag wieder an sich und den Aufgaben zu arbeiten. In einigen Punkten können wir schneller werden und über alle Hierarchiestufen hinweg noch offener für Veränderungen sein.

Welche Profile suchen Sie?

Regelmäßig suchen wir Mitarbeiter für Mediaberatung, -planung und –einkauf sowie für Sales-Funktionen. Zusätzlich aber auch aus vielen Spezialdisziplinen wie Geo-Marketing, IT Entwicklung und Data Analytics. Aufgrund unseres Wachstums werden häufiger auch Führungskräfte gesucht. Wir gehen aber vermehrt dazu über, diese aus den eigenen Reihen zu besetzen.

Wie schaut der Recruitingprozess bei Weischer-Media aus?

Wenn wir Bewerber persönlich kennenlernen, gehen wir sehr gründlich und mehrstufig vor. In einem ersten Gespräch geht es um ein gegenseitiges persönliches und fachliches Kennenlernen vom Bewerber, seinem künftigen Vorgesetzten und HR. Strukturierte Interviews mögen wir nicht so gern, deshalb kann ein Gespräch auch unkonventionell ablaufen. Wenn die erste Runde bei allen gut angekommen ist, folgt ein zweites Gespräch in anderer Besetzung, oft mit der Geschäftsführung und möglichst auch noch mit einem Kennenlernen des Teams.

Über welche Plattformen und Kanäle finden Sie neue Mitarbeiter?

Wir intensivieren das Social Recruiting, sind aber auch über direkte Bewerbungen über unsere Website sowie durch ein Mitarbeiter-Empfehlungsprogramm sehr erfolgreich. Parallel testen wir neue Wege. So haben wir vor kurzem zum dritten Mal einen „boarding day“ veranstaltet. Eine Art „Tag der offenen Tür“, an dem Bewerber sich über das Unternehmen und konkrete Tätigkeitsfelder informieren und die Atmosphäre unserer Firma kennenlernen können. Immerhin konnten wir so an einem Nachmittag vier offene Stellen besetzen.

Googeln Sie Bewerber?

Wenn ein Bewerber auf Business-Plattformen wie XING präsent ist, warum nicht? Gleiches gilt für öffentlich zugängliche Informationen. So habe ich beispielsweise über die Bundesliga-Handballkarriere einer Bewerberin erfahren. Sie war zu bescheiden, ihre sportlichen Erfolge in der Bewerbung darzustellen. Kanäle mit eher privatem Charakter wie Facebook oder Instagram lassen wir aber außen vor.

Was macht eine gute Bewerbung für Sie aus?

Wir möchten erkennen, ob ein Bewerber wirklich an einer Tätigkeit bei uns interessiert ist und ob er oder sie zu uns passt. „Copy-and-paste“-Bewerbungen helfen da nicht. Wenn jemand beispielsweise überzeugend darstellt, warum er ein absoluter Kino-Nerd ist, kann er gern einen Lebenslauf mit Ecken und Kanten haben. Es ist auch nicht schlimm, wenn jemand ein Studium abgebrochen oder früher in einer ganz anderen Branche gearbeitet hat. Wichtig ist außerdem, dass der Eindruck, den der Bewerber durch seine Unterlagen erzielt, im persönlichen Gespräch bestätigt wird. Hauptsache, das Gesamtbild ist stimmig.

„Eine Bewerbung sollte gut strukturiert und ansprechend gestaltet sein. Und natürlich fehlerfrei – da sind wir spießig“

Womit kann ein Bewerber Sie überraschen?

Als Media-Spezialagentur für Kino- und Out-of-Home-Werbung arbeiten wir in einer sehr kleinen Nische, die sich für Außenstehende kaum erschließt. Ich finde es beeindruckend, wenn Bewerber mir in vier, fünf Sätzen unser Geschäftsmodell, die Positionierung und die Herausforderungen an die Firma und den Job schildern können.

Was war die skurrilste Situation, die Sie bei einer Bewerbung erlebt haben?

Ein Beispiel: Uns erreichte eine zerknitterte Plastikhülle mit gedrucktem, fleckigem Lebenslauf, ganz offensichtlich schon mehrfach genutzt. Der Bewerber hat allerdings übersehen, dass vom Unternehmen vor uns Notizen gemacht wurden, die auf die Plastikhülle durchdrückten: „Bewerber hat offensichtlich Alkoholproblem – bitte sofort Absage“. Wir haben ihn nicht eingeladen.

„Allen jungen Kollegen im HR empfehle ich: Schreibt ein Buch über eure Erlebnisse!“

Im Übrigen bewerbe ich mich als Vertreter des Unternehmens ja jedes Mal auch bei unseren Bewerbern. Mir ist wichtig, ein klares und realistisches Bild vom Job und unserer Firma zu vermitteln, und deshalb freue ich mich über ehrliches Feedback zu unseren Gesprächen und lerne daraus.

Rückblick auf Ihre Karriere: Was würde Sie heute anders machen?

Meine letzte aktive Bewerbung habe ich irgendwann in den 80ern geschrieben. Bei den zwei Jobwechseln danach kannte ich die Unternehmen und die handelnden Personen und wir haben uns im Laufe von ein, zwei Gesprächen „gefunden“. Da ich mit dem Erreichten sehr zufrieden bin, kann es keinen Grund geben, etwas anders zu machen. Das einzige: Auslandserfahrung wäre nett gewesen.

Ihre Top 3 Bewerbungstipps für potenzielle Kandidaten?

  • Komm nur zu uns, wenn du wirklich interessiert bist.
  • Bereite dich gut vor.
  • Vergiss Lehrbücher, die dir erklären wollen, wie du dich im Bewerbungsgespräch verhalten sollst. Sei du selbst, zieh keine Show ab und gib uns so ein authentisches Bild deiner Person.
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