Blickwinkel

Kinojahr 2019: Unser persönlicher Rückblick

Kinowerbung

Von Kino bekommen wir bei WerbeWeischer nie genug. Ehrlich: Wir schließen jetzt schon Wetten ab, welcher Film 2020 alle Rekorde brechen wird. Welche Kino-Highlights uns im zu Ende gehenden Jahr am meisten überrascht haben, lest Ihr im ganz persönlichen Kino-Jahresrückblick von Janina Währer (Managerin Film-/Prognosedaten), Nicole Canjé (Teamleitung Agenturvertrieb), Holger Schmidt (Teamleitung Agenturvertrieb), Heide Pennigsdorf (Content Managerin Katalog), Carolin Steck (Content Managerin Katalog), Vivian Tönnis (Media Disponentin) und Hendrik Gehrmann (Auszubildender).

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Welches war euer Kino-Highlight? Was hat euch 2019 besonders überrascht?

Nicole: Die Comicverfilmung „Joker“ ist mein Kino-Highlight aus 2019. Aber war es wirklich ein Comic, oder sehen wir hier die Realität? Schauen wir in das Innerste eines Mörders, oder schauen wir nicht eigentlich in die Seele eines zurückgestoßenen Charakters? Mobbing, Ausgrenzung, öffentliche Belästigung – all das widerfährt Arthur Fleck. Ein Verlierer, wie er in jeder Gesellschaft auftreten kann. Doch die Gesellschaft ist nicht in der Lage, diesem Menschen zu helfen, so dass er tiefer und tiefer abstürzt. Unfassbar gut spielt Joaquin Phoenix diesen Anti-Helden, und er bekommt es hin, dass man Mitleid mit ihm hat und ihn wie seine Mutter in den Arm nehmen möchte. Joaquin Phoenix ist in meinen Augen ein echter Oscar-Kandidat!

Vivian: Auch für mich war „Joker“ eine Überraschung. Eine geniale Gesellschaftskritik mit toller schauspielerischer Leistung von Joaquin Phoenix, die unerwarteterweise doch sehr viele Besucher ins Kino gelockt hat, trotz des anspruchsvollen Themas und der brutalen Szenen.

Hendrik: Das sehe ich genauso. Ein überragender Joaquin Phoenix in der Hauptrolle als Joker plus ein sehr gut geschriebenes Drehbuch, ergeben für mich ein absolutes Meisterwerk. Die düstere Atmosphäre, die der Film transportiert, war im Kinosaal richtig zu spüren. Ein absolutes Kino-Highlight!

Janina: Neben den überragenden Besucherzahlen beim Oscar-Gewinner „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ ist für mich die Überraschung das deutsche Sozialdrama „Systemsprenger“, welches für Deutschland auch ins Rennen um den Auslands-Oscar 2020 geht. Der Film „sprengt“ alle Erwartungen sowohl an den Kinokassen – für den Verleih ist es mit Abstand der erfolgreichste Film – wie auch bei den Kritikern. Einer der Kritiker hat den Film beispielsweise mit sechs von fünf Sternen bewertet, bei der Berlinale hat der Film drei Auszeichnungen erhalten und so vieles mehr. Ich drücke die Daumen für die Oscars und freue mich immer wieder über „Systemsprenger“ an den deutschen Kinokassen! Wer ihn bisher verpasst hat: Hier geht’s zum Film

Carolin: Da kann ich nur beipflichten. Ich habe dieses Jahr viele Filme im Kino gesehen, die ich gut fand. Doch der erste Film, der mich wirklich richtig umgehauen hat, und den ich sofort allen weiterempfehlen wollte, war „Systemsprenger“. Ein deutsches Drama von Nora Fingscheidt um ein Mädchen, das nicht bei ihrer leiblichen Familie aufwachsen kann, und aufgrund ihres schwierigen Charakters von Pflegefamilie über Heime ständig weitergereicht wird. Unglaublich beeindruckend gespielt, insbesondere von der erst elfjährigen Hauptdarstellerin Helena Zengel. Selten, oder vielleicht sogar noch nie, hatte ich bei einem Film so viel Gänsehaut wie hier. „Systemsprenger“ ist wirklich ein sehr intensiver Film, der noch lange nachwirkt.

Holger: 2019 ist Kino in Sachen Filme wieder da gelandet, wo es hingehört! Wir hatten ein tolles Line-up und konnten fast jederzeit alle Zielgruppen super erreichen. Mein persönliches Highlight war „Once Upon a Time In Hollywood“. Schon vorher war klar, dass dieser hochkarätige Cocktail aus begnadeten Schauspielern und einem Meister-Regisseur ein Treffer wird. Insofern war es dann wirklich großes Kino, das uns da im Sommer geboten wurde!

Heide: Mein Kino-Highlight 2019 war ehrlich gesagt kein Film, sondern ein Gespräch nach einem deutschen Western von 1970. Im Zeise-Kino in Hamburg liefen zwei Filme von Roland Klick, einem der deutschen Kultregisseure, die es nicht so ganz in die breite Öffentlichkeit geschafft haben. Bei beiden Vorführungen war der Regisseur anwesend. Die erste gute Erfahrung: Es war fast voll. Oft finden ja nicht viele Leute Interesse an randständigen Filmen, wenn sie nicht Teil eines großen Festivals sind. Das zweite, wirkliche Erlebnis war am zweiten Abend nach „Deadlock“: Im Interview wurde Klick auf seinen Namen angesprochen, dass der ja fast prophetisch wäre, oder ob es ein Künstlername sei. Daraufhin erwiderte der rauchende, Bier trinkende achtzigjährige Regisseur: „Quatsch! Die Filmkamera macht doch nicht ‚Klick‘. Wenn, dann müsste ich Roland Bbbrrrrrrrrrrrrrr heißen“. Das hat mich sehr glücklich gemacht, auch wenn Filmkameras kaum mehr noch „brrrrrrr“ machen.

Auf welchen Film ihr euch 2020 besonders?

Janina: Auf den nächsten „Systemsprenger“! In Bezug auf die Oscars 2020 sind dieses Mal so viele Filme als Option im Gespräch. Ich bin gespannt, welche sich wirklich durchsetzen können, und ob es wieder „den einen“ gibt, der letztlich auch an den Kinokassen abräumt! Außerdem freue ich mich natürlich nach fünf Jahren Wartezeit auf den letzten Bond mit Daniel Craig, der dieses Mal leider erst im April ins Kino kommt. Für mich war Bond immer ein Herbsthighlight, und da mein Mann im November Geburtstag hat, stets ein Anlass, um mit ganz vielen Freunden & Familie ein Kino-Event daraus zu machen.

Hendrik: Ich denke, hier werden sich die meisten wohl einig sein: „James Bond - No Time To Die“. Außerdem gibt es in dem Film ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten, worauf ich mich sehr freue. Mit Sicherheit absolut sehenswert!

Nicole: Bond. James Bond. Bevor Daniel Craig in 007-Rente geht, werden wir noch einmal das Glück haben, ihn in vollem Einsatz für den britischen Geheimdienst zu sehen. Ein Zusammenspiel von altbekannten Figuren macht diese Filmreihe so beliebt. Technische Innovationen von Q, romantische Flirts mit Miss Moneypenny und Auseinandersetzungen mit M und der Regierung. All das gepaart mit den spektakulärsten Stunts, die die Branche zu bieten hat. Und genau das erleben wir exklusiv auf der großen Leinwand, mit einem brillanten Sound und den Menschen, mit denen wir dieses Erlebnis teilen wollen!

Vivian: Für das kommende Jahr gibt es zwei Filme, auf die ich mich gleichermaßen freue: Zum einen „Tenet“, Christopher Nolans Spionage-Thriller, über den noch recht wenig bekannt ist. Der Teaser verspricht aber einen Nolan-typischen, spannenden und innovativen Film. Zum anderen kommt mit „Dune“ der erste Teil einer der epischsten Science-Fiction- und Fantasy-Erzählungen auf die große Leinwand. Der Regisseur Denis Villeneuve ist meiner Meinung nach einer der ganz Großen, der es schafft, atmosphärische, emotionale und intelligente Filme zu drehen.

Holger: Auch 2020 wird der Sommer für mich wieder sehr spannend: Ich habe ebenfalls vor allem „Tenet“ auf dem Zettel, den neuen Film von Christopher Nolan. Wie üblich bei Nolan, weiß man fast gar nichts im Vorfeld, mit der Ausnahme, dass wohl sehr viel Geld in die Hand genommen wird, um etwas Großes zu produzieren. Bisher hat der Mann aber immer überzeugt und großartige, meist auch tiefgründige Filme geliefert.

Heide: Nachdem dieses Jahr einige der aktuellen großen Franchises erst mal zu Ende gegangen sind, wie „Die Avengers“, „Star Wars“, „Es“ oder „X-Men“, steht 2020 außer „James Bond“ kein großer Film auf der Liste. Auch wenn vielen in der Branche da die Knie schlottern, freue ich mich darauf zu sehen, dass die Leute trotzdem ins Kino gehen werden, dass es keine effektlastigen Mega-Blockbuster braucht, um das Medium genießen zu können. Es starten so unglaublich viele spannende Filme, die sich im Kino anzuschauen lohnen. Vielleicht tut uns allen ein Kinojahr ohne Special-Effects-Schlachten im Weltall mal ganz gut.

Carolin: Meine Liste mit Filmen wird langsam, aber stetig länger. Das Jahr startet direkt mit „Knives out“, eine unter anderem mit Daniel Craig und Jamie Lee Curtis wirklich stark besetzte Familien-Kriminalgeschichte. Ganz oben auf meiner Liste steht auch „Jojo Rabbit“, eine Zweiter-Weltkrieg-Satire um Hitler als imaginären Freund eines Jungen. „Bombshell“ thematisiert einen wahren Fall rund um die „Me too“-Debatte, unter anderem mit der großartigen Margot Robbie. Dann kommt das Känguru auf die Leinwand. Die Bücher mochte ich sehr gerne. Doch was ich von der Verfilmung von „Die Känguru Chroniken“ halten soll, weiß ich noch nicht. Es wird sich im Kino zeigen, ob das animierte Känguru überzeugen kann. Außerdem kommt mit „Waves“ eine dramatische Familiengeschichte ins Kino. Der Trailer konnte mich bereits sehr überzeugen und erinnert ein wenig an den großartigen Film „Moonlight“, der vor zwei Jahren den Oscar als besten Film bekam.

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