Blickwinkel

Wie Virtual Reality das Kino erobert

Kinowerbung

Du willst ernsthaft lernen, wie man ein Containerschiff durch schwere See manövriert? Oder wie man einen Passagierjet bei starkem Seitenwind sicher landet? Mit Virtual Reality-Anwendungen kannst Du derartige Schulungen auf höchstem, professionellem Niveau absolvieren. Doch wie sieht es inzwischen mit virtuellen Inhalten beim Entertainment, beim Storytelling aus? Welche Rolle spielt Virtual Reality heute für das Medium Kino?

Bei dieser Frage sollte man sich in Erinnerung rufen, wofür Kino in erster Linie steht, warum Kino bei so vielen Zielgruppen so beliebt ist: Die Menschen gehen ins Kino, weil sie ein Gemeinschaftserlebnis suchen. Eine Anwendung, die jeden Besucher in seine eigene Blase, in seine eigene Welt entführt, hat hier wohl wenig Chancen. Vielmehr muss eine Mixed oder Virtual Reality-Experience im Kino dazu beitragen, das Gemeinschaftserlebnis noch zu verstärken – und zwar auf qualitativ höchstem Niveau.

Ideal: VR-Content speziell fürs Kino produzieren

Viele Marken, die bereits auf der Kinoleinwand präsent sind, wollen ihre Botschaft inzwischen auch in Virtual Reality ins Kino bringen. Doch selbst wenn Unternehmen über VR-Content verfügen: Das Material muss – insbesondere mit Blick auf den im Kino möglichen Dolby Atmos-Sound – erst mal fürs Kino fit gemacht werden. WerbeWeischer verfügt bereits über das Know-how und die Skills, bestehenden VR-Content für die adäquate Präsentation im Kino zu optimieren.

Allerdings: „Besser als bereits vorhandenen VR-Content fürs Kino aufzubereiten ist es, eigenen Content für den Virtual Reality-Auftritt speziell fürs Kino zu produzieren“, rät Franziska Knoefel, Manager Digital Revolution bei Weischer.Media. „Auch sollte beispielsweise der Sound im Studio wirklich so abgemischt werden, dass er passend zum VR-Erlebnis rüberkommt.“

So, wie dies Porsche bereits im November 2017 getan hat: Im Berliner Zoopalast präsentierten WerbeWeischer und Nqyer Media das VR-Werbeformatformat des Sportwagenherstellers mit dem Namen „Composition of Music and Visuals“ (CMV), ein immersives Digital-Format, bei dem Bild, Sound, VR-Sync-Technologie und Ambiente ineinander griffen. So entstand ein Werbespot der besonderen Art: Der Zuschauer fand sich als Beifahrer auf einem schnellen Rennstreckenkurs im Porsche 911 wieder – inklusive originalem Porsche-Sound.

Kinobesucher noch stärker am Geschehen teilhaben lassen

Bei der Kreation von VR-Filmen sollten die Macher jedoch bedenken: Es geht auch im VR-Kino nicht unbedingt um den verblüffendsten Effekt, sondern um Geschichten, so Franziska Knoefel. „Virtual Reality bietet fürs Storytelling ganz neue Möglichkeiten, weil hier ja viel mehr Raum zur Verfügung steht, um Handlung zu inszenieren – eben nicht nur in dem Raum, der sich vor den Augen des Betrachters mit dem Finger abgrenzen lässt“, sagt die Digitalexpertin. „Das Kopfkino wird dadurch erweitert, dass ein VR-Format den Nutzer, den Kinobesucher noch stärker am Geschehen teilhaben lässt.“

Sollten Produzenten von VR-Content dabei nur das Geschehen inszenieren, das sich im vorderen Blickfeld des Nutzers abspielt – weil sich der Kinobesucher mit seiner VR-Brille ja doch recht selten umdreht? „Nein, auf jeden Fall müssen auch die Inhalte geplant werden, die sozusagen im Rücken des Nutzers stattfinden“, betont Knoefel. „Denn: Wird die Neugierde des Besuchers geweckt, sollte die Möglichkeit bestehen, sich im Kinosessel kurz umzudrehen und dann auch noch etwas zu sehen.“ Allerdings ist es tatsächlich sinnvoll, die Haupthandlung des VR-Formats in einem Blickfeld von rund 180 Grad vor dem Nutzer stattfinden zu lassen.

Beim Dreh mitten in der Szene statt von außen beobachten

Damit stellen sich allerdings ganz neue Herausforderungen für den Dreh von Filmformaten. „Der Produzent eines VR-Films sollten nicht am Rande des Sets vor einem Screen sitzen, sondern idealerweise mittendrin in der Szene“, sagt Franziska Knoefel. „Ein typischer Fehler bei der Produktion von VR-Content ist es, sich immer auf den aktuellen Raum zu konzentrieren und alle anderen Inhalte dann später hinzuzufügen. Aber eigentlich muss man sich schon bei der Produktion mittendrin befinden und sich umschauen können, was überall herum passiert.“ Denn oftmals sind die Macher von VR-Filmen zu sehr in der Geschichte verhaftet und haben bestimmte Fixpunkte bei einzelnen Szenen – dabei kann es aber noch viele andere spannende Details geben, die in bestimmten Situationen die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich ziehen.

Von Interaktivität bei VR-Formaten im Kino rät Franziska Knoefel jedoch ab: „Wenn ein Besucher sich in beliebige Räume beamen kann und am Ende alle Nutzer etwas anderes sehen – da geht das für Kino so einzigartige Gemeinschaftserlebnis verloren.“ Der Reiz von Virtual Reality im Kino liegt vielmehr darin, dass jeder einzelne Besucher seinen eigenen Blick auf die gemeinsame Handlung individuell steuern kann.

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