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Das am schnellsten wachsende Werbemedium: Kino

Kinowerbung

Ohne Werbung vor dem eigentlichen Blockbuster fehlt jedem Film irgendetwas. Das sehen nicht nur die Kinobesucher so, sondern ebenso die Advertiser. Und sie investieren kräftig in Kinowerbung. Das Resultat: Für 2019 schätzen die Experten des World Advertising Research Center (WARC) die Werbespendings in Filmtheatern auf 4,6 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 6,8 Prozent verglichen zum Vorjahr und ist damit erheblich mehr Wachstum, als das WARC noch einige Monate zuvor mit 4,6 Prozent prognostiziert hatte.

Ein weiterer netter Nebeneffekt: Kinowerbung mausert sich dadurch in 2019 zum zweitgrößten Wachstumstreiber hinter dem gesamten Internet-Werbemarkt.

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Dabei haben sich die Spendings für Kinowerbung nicht nur kontinuierlich erhöht, sondern eben auch andere klassischer Werbemedien überrundet. Für 2020 sehen andere Experten gar ein Wachstum bei den weltweiten Ausgaben für Kinowerbung von 12 Prozent. Insgesamt wird die Kinowerbung im laufenden Jahr 0,7 Prozent der Werbespendings auf sich vereinen und damit anders als beispielsweise die Internetwerbung, keine Anteile an den globalen Werbeausgaben verlieren.

Brand Safety beflügelt Kinowerbung

Ein wichtiges Plus für das Wachstum bei der Kinowerbung lässt sich zweifelsohne in der Brand Safety ausmachen. Denn anders als bei Ads, die online und in den Social Media ausgespielt werden, können Werbetreibende bei Commercials in Filmtheatern sicher sein, dass die Werbeclips für ihr Produkt und ihre Marke nicht vor anstößigen und unangemessenen Inhalten ausgespielt werden.

Außerdem genießen sowohl Kinowerbung wie auch Kinofilme und das Kino an sich gerade bei den Digital Natives aber auch bei den Digital Immigrants großes Vertrauen und Sympathie – und das bei fast 60 Prozent der Angehörigen dieser Gruppen vor allen anderen Medienformaten.

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Kino legt auch anderweitig zu

Nicht nur die Werbung vor Kinofilmen erlebt aktuell einen großen Wachstumsschub. Auch die Produktion von Filmen und deren Ausstrahlung sind beide Wachstumschampions. In den letzten fünfzehn Jahren verdoppelte sich die Zahl der in europäischen Kinos insgesamt ausgestrahlten Filme. In Estland lag das Plus in diesem Zeitraum bei unglaublichen 175 Prozent, in Großbritannien bei 112 Prozent und in Polen bei 102 Prozent. In Deutschland betrug das Wachstum bei Filmausstrahlungen in Kinos seit 2004 immerhin noch 60 Prozent.

Und auch außerhalb Europas macht das Kino bzw. machen europäische Kinofilme Furore, vor allem in China. Der Markt dort war 2017 nämlich für 37 Prozent aller Tickets verantwortlich, die für europäische Filme außerhalb europäischer Kinosäle gekauft wurden. Nordamerika lag mit 28 Prozent Ticketanteil weit dahinter, aber noch leicht vor Südamerika (24 Prozent).

Werbeausgaben pro Ticket steigen

Kaufkraftbereinigt ließen sich europäische Werber jeden Kinobesucher in 2018 fast einen US-Dollar an Werbegeldern kosten. In den USA und Kanada investierten Advertiser hingegen nur knapp 60 US-Cent an Werbespendings pro Kinobesucher.

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In Großbritannien griffen die Werbetreibenden in Sachen Kinowerbung pro Ticket mit 1,43 Pfund etwas tiefer in die Tasche, zumindest gemessen am Zeitwert der Ausgaben. Mit Blick auf inflationsbereinigte Werbeausgaben pro Kinobesucher sind es jedoch nur 50 Pence, was knapp den Werten der letzten fast zwanzig Jahre entspricht.

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China führt das Werbegelder-Feld an

Mit erwarteten Kinowerbespendings in Höhe von1,8 Milliarden US-Dollar wird die Volksrepublik auch dieses Jahr wieder das Land mit den höchsten Ausgaben für Kinowerbung sein und sich damit 47,3 Prozent der globalen Werbespedings sichern. Zudem legt China mit einem Plus von 74,9 Prozent gegenüber 2015 das rasanteste Wachstum in Sachen Kino-Werbegelder hin. Für dieses Jahr wird sogar mit einem chinesischen Anteil von 87,4 Prozent gerechnet. Die US-Advertiser werden 2019 hingegen nur 735 Millionen für Kinowerbung ausgeben, was nicht einmal 0,5 Prozent aller Werbespendings entspricht.

Kinos trotzen Streaming-Diensten

Wie alle oben genannten Zahlen zeigen, behaupten sich das Kino wie auch die Kinowerbung gegen Streaming-Dienste wie Netflix. Das tun sie mit massiven Investitionen in Ausstattung und Technik, ebenso wie in internationale Blockbuster, in denen wiederum nicht an Ausgaben für den Einsatz und die Weiterentwicklung von neuen Technologien und spektakulären Spezialeffekten gespart wird. Hinzu kommen Kino-Konzepte, bei denen der Komfort und das Genießen gleichgesetzt werden mit einem Kinoerlebnis der ganzheitlichen Art.

Und ja, letztlich zieht es gerade die jüngeren Generationen in die Kinos, weil sie wissen, dass sie dort Werbung sehen, die wirklich zum Film und damit zum Content passt – 100 Prozent frei von Hassrede, Verschwörung und anderen absurden Inhalten. Und dies schließlich ermutigt immer mehr Werbetreibende, in Kinowerbung zu investieren.

Autor: MB

(Quelle aller Abbildungen: WARC Global Advertising Trends)

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