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Kinostart der Woche: Alles Geld der Welt

Kinowerbung

Geld ist doch nicht alles

Das musste wohl auch Kevin Spacey lernen. Im Zuge der „Weinstein-Affäre“ geriet der Schauspieler ebenfalls in starke Kritik und wurde sexueller Übergriffe beschuldigt. Dabei war sein neuer Film „Alles Geld der Welt“, mit dem er auch Chancen auf einen Oscar gehabt hätte, bereits abgedreht. Über zu wenig Aufmerksamkeit mussten sich die Filmemacher unseres Wochenstarts also keine Gedanken machen. Sie wollten jedoch keine schlechte PR und schmissen Spacey aus der Besetzung. Seine Rolle als John P. Getty in unserem Entführungs-Drama übernahm Christopher Plummer.

Doch das war nicht die einzige Schlagzeile, mit dem das Werk von Ridley Scott zu kämpfen hatte. Im Zuge der Nachdrehs, die sich aus der Neubesetzung ergaben, wurden die Gehälter für die zusätzliche Arbeit der Schauspieler publik. Mark Wahlberg staubte über eine Million Dollar für den Mehraufwand ab, wo hingegen seine Schauspiel-Kollegin Michelle Williams gerade mal ein paar tausend Dollar erhielt, obwohl beide von derselben Agentur vertreten wurden. Und schon sah sich der Film erneut negativen Meldungen gegenüber und die Gleichberechtigung der Frauen wurde reichlich diskutiert. Dieses Dilemma konnte Mark Wahlberg, der im Film den Vermittler Flechter Chase spielt, durch Spenden seines Honorars abwenden.


Der Film basiert auf einem aufregenden Fall der Kriminal-Geschichte der70-iger Jahre.  In einer lauen Sommernacht 1973 wird der 16-jährige Enkel des Öl-Magnaten J.Paul Getty (Christopher Plummer) in Rom entführt. Die Kidnapper gehören der Mafia an und verlangen 17 Millionen Dollar als Lösegeld für John P. Getty III. Der milliardenschwere Opa des Entführten denkt jedoch nicht daran das Geld zu bezahlen. Er fürchtet, dass es sich um eine Inszenierung handelt und dass Nachahmer kommen könnten, wenn er nachgibt, schließlich hat er insgesamt 14 Enkel. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, kommt bald darauf ein abgetrenntes Ohr an. Nun beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit. Die verzweifelte Mutter Gail (Michelle Williams) erhält dabei Unterstützung vom ehemaligen CIA-Vermittler Flechter Chase (Mark Wahlberg). Doch das Ultimatum läuft langsam ab.

Zeit regiert die Welt

Ridley Scott nimmt sich gern die Zeit, die seine Charaktere nicht haben. Er etabliert Szenarien und führt Charaktere ein. Obwohl beim Nachdreh Eile geboten war, wirkt Christopher Plummer als unnahbarer reichster Mann der Welt absolut glaubwürdig. Entsprechend hat er die Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller durchaus verdient. Auch Michelle Williams präsentiert ein authentisches Bild einer verzweifelten aber willensstarken Frau. Nichtsdestotrotz ist dieser durchaus spannende Thriller nicht ganz ausgereift. Die aufgeworfenen Fragen nach Gier und Reichtum werden nicht tiefgehend genug beantwortet und die wahre Begebenheit ist doch etwas zu frei interpretiert.

Für alle, für die Geld nicht das Wichtigste im Leben ist!

Autor: SW

© TOBIS Film GmbH

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