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Kinostart der Woche: Der goldene Handschuh

Kinowerbung

Ein Stück Hamburger Geschichte

Der goldene Handschuh ist eine Kneipe auf dem Hamburger Kiez und gleichzeitig Schauplatz menschlicher Abgründe. Hier versammelten sich in den 1970er Jahren Alkoholiker, Prostituierte, Kriegsversehrte, Arbeitslose und auch der Serienmörder Fritz Honka. Heinz Strunk machte die Geschichte von Fritz Honka, der über fünf Jahre lang unentdeckt Frauen ermordete, zum Thema seines Buches „Der goldene Handschuh“. Nun hat sich Regisseur Fatih Akin diesem Stück Hamburger Geschichte angenommen und sie auf die Leinwand gebannt. Herausgekommen ist ein Horror-Thriller über das Hamburger Kiezmilieu der 70er.

Unscheinbarer Serienmörder

Der Hilfsarbeiter Fritz Honka, von allen nur „Fiete“ genannt, lebte in den 1970er Jahren auf St. Pauli. Durch einen Autounfall ist sein Gesicht entstellt – er schielt und trägt eine große Hornbrille. Bei Frauen hat er keinen großen Erfolg. Er wirkt unscheinbar, fast schon bemitleidenswert und verbringt viele seiner Abende im Goldenen Handschuh, einer Kneipe auf der Reeperbahn. Hier füllt er verlebte Prostituierte mit Korn-Cola ab und nimmt sie mit in seine vermüllte Mansardenwohnung. Dort vergewaltigt, würgt, schlägt und erniedrigt er sie, bevor er sie schließlich tötet. Um ihre Leichen zu entsorgen, zerstückelt er diese und lagert sie in seiner Abseite. Den Verwesungsgeruch versucht mit etlichen Wunderbäumen in seiner Wohnung zu überdecken. Viele Jahre bleibt sein Handeln unentdeckt.


Akins erster Horrorfilm

Jonas Dassler spielt den Serienmörder Fritz Honka und ist dabei kaum wiederzuerkennen; so entstellt wurde er durch die Maske. Ebenso überzeugend wie seine Maske ist auch seine Darstellung der fast schon mitleiderregenden Figur des Honka. Der Hamburger Regisseur Fatih Akin scheint prädestiniert für die Verfilmung dieser Geschichte zu sein und legt damit auch seinen ersten Horrorfilm ab. Die düstere Milieustudie wurde sogar mit einer FSK 18 versehen. Im Film überwiegt aber nicht die Angst, sondern eher der Ekel und das Elend, mit dem der Film seine Besucher geradezu überschüttet. Definitiv nichts für schwache Nerven.

Ein Film für alle, die einen Blick in den sozialen Abgrund wagen wollen.

(Bild: © Warner Bros)

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