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Kinostart der Woche: Green Book

Kinowerbung

Otto von Bismarck sagte einmal: „Ein bisschen Freundschaft ist mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt.“ Unter diesem Motto steht auch der aktuelle Filmstart „Green Book“. Diesen hinreißenden Road-Movie sollten Kinofans spätestens nach der Verleihung der Golden Globes auf dem Schirm haben. Drei Awards und zahlreiche Nominierungen sprechen für sich.

Der Reiseführer für Schwarze

Im 20. Jahrhundert herrschte in Amerika noch eine konsequente Rassentrennung. Um sich dennoch sicher durch das Land zu bewegen, gab es „The Negro Motorist Green Book“. Der hilfreiche Guide wies Restaurants, Ärzte und Hotels aus, bei denen Afroamerikaner willkommen waren und somit einer Erniedrigung entgehen konnten. Die Bezeichnung „Green Book“ bringt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte von Dom Shirley und Tony Lip auf ihrer spannenden Reise durch ein radikales und ungleiches Amerika passend auf den Punkt. Inszeniert wird sie von Comedy-Spezialist Peter Farrelly, der durch „Verrückt nach Mary“ bekannt wurde.

Wenn Gegensätze aufeinanderprallen

Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) ist ein talentierter und gebildeter Jazz-Pianist. Als Genie am Klavier möchte er sich auf eine Konzert-Tournee begeben, die ihn jedoch aus dem toleranten New York in die konservativen Südstaaten führt. Zur Unterstützung heuert Shirley den Italo-Americaner Tony Lip (Viggo Mortensen) als Fahrer an. Bisher hatte Tony sich und seine Familie mit Gelegenheitsjobs, zum Beispiel als Türsteher über Wasser gehalten. Entsprechend hält Tony selbst wenig von der feinen Gesellschaft. Während der lange Reise mit dem „Green Book“ als Hilfe lernt er jedoch, sich von seinen Vorurteilen und rassistischen Gedanken freizumachen. Dadurch entwickelt sich langsam zwischen dem ungleichen Gespann eine tiefe Freundschaft.

Ein Proll zum Verlieben

Wer nun ein kritisches und tiefes Drama erwartet, wird im Kinosessel wohl sehr überrascht werden. Der Film ist herrlich unverkrampft und mit einer ordentlichen Portion Spaß gewürzt. Allen voran Viggo Mortensen verkörpert seine prollige Figur mit dem goldenen Herzen wunderbar humorvoll und sympathisch. Ali Mahershala steht Mortensen aber in der Überzeugungskraft in nichts nach. Damit wird aus einem ernsten Drama ein Feelgood-Movie über eine enge Freundschaft. Für die Kritiker kratzt der Film damit zu sehr an der Oberfläche, statt wirklich weh zu tun. Zudem wird die Wahrheit sehr stark gedehnt, da im echten Leben das Verhältnis des Komponisten zu seinem Angestellten wohl eben auch nicht mehr als ein Angestelltenverhältnis war. Dennoch überzeugt der Film durch Emotionalität und einen großen Unterhaltungswert.

Dieser Film ist für alle, denen Freundschaft wichtiger ist als Vorurteile und Konventionen!

Autor: SW

©2019 Universal Pictures

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