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Kinostart der Woche: Mortal Engines - Krieg der Städte

Kinowerbung

Wir möchten uns heute einem Stück Filmgeschichte widmen: Es galt als unverfilmbar und doch schuf Peter Jackson mit „Herr der Ringe“ ein Fantasy-Epos, an dem kein Filmliebhaber vorbeikam. Und noch bevor die Prequel-Trilogie „Der Hobbit“ umgesetzt wurde, sicherte sich der Filmemacher die Rechte an der „Predator Cities“-Tetralogie von Philip Reeve, die aus den Bänden „Mortal Engines“, „Predator’s Gold“, „Infernal Devices“ und „A Darkling Plain“ besteht.

Geballte Kompetenz

Diese Woche erscheint nun die Inszenierung „Mortal Engines: Krieg der Städte“ in den deutschen Kinos und die Erwartungen sind entsprechend hoch. Neben Jackson schrieben auch wieder dessen Frau Fran Walsh und Philippa Boyens am Drehbuch des Jugendromans mit. Die Regie im neuen ScienceFiction-Streifen übernimmt Jackson’s langjähriger, filmischer Gefährte Christian Rivers. Für seine Special Effects in „King Kong“ erhielt Rivers einen Oscar. Vor die Kamera wurden auch einige Bekannte geholt: Hugo Weaving, den Ringen-Fans als Elrond bekannt, wird als Bösewicht Thaddeus Valentine auftreten. Zudem werden wir Mark Hollow und Stephan Ure wiedersehen. Die beiden Hauptrollen wurden an die eher unbekannten Gesichter Hera Hilmar und Robert Sheehan vergeben.

London strebt nach mehr

Gerade mal 60 Minuten hat es gedauert, um die Erde zu verwüsten und das Leben, wie wir es kannten, komplett auf den Kopf zu stellen. Etwa 1.000 Jahre später haben einzelne Städte auf eine unglaubliche Weise überlebt. Die Städte wurden mobil und ein erbitterter Kampf um Ressourcen begann. Tom Natsworthy (Robert Sheehan) wächst in London auf – eine der gefürchtetsten Städte dieser Zeit. Hester Shaw (Hera Hilmar) wohnt hingegen in der kleinen Stadt Salthook, die von London bald geschluckt wird. Hester nutzt die Gelegenheit, um ein Attentat auf den obersten Historiker, Thaddeus Valentine (Hugo Weaving), zu verüben. Tom kann die Rache getriebene Hester aufhalten. Nach Hesters Flucht müssen sich beide auf einmal gemeinsam durch die gefährlichen Outlands schlagen. Dort treffen sie auf die Widerstandskämpferin Anna Fang (Jihae), die ihnen die skrupellosen Machenschaften Valentines offenbart. Tom und Hester setzen nun alles daran, dessen Vorhaben zu vereiteln.

Steampunk par excellence

Der Zuschauer wird regelrecht in diese dystopische Zukunft hinein geschmissen . Dort kann man sich trotz des zerrütteten Szenarios durchaus wohl fühlen. Die „Steampunk trifft Fantasy"-Optik und ausgeklügelte Bildgewalt überzeugen. Neben den zahllosen CGI-Effekten punktet Mortal Engines auch mit der aufwendigen Ausstattung und den ineinander greifenden Details. So gibt es ironische Seitenhiebe an die gegenwärtige (Pop-)Kultur: Ein Zuckerriegel aus dem 21. Jahrhundert hilft zum Stillen des Hungers und im Naturkundemuseum werden Statuen von Minions ausgestellt.

Doch trotz der hervorragenden visuellen Effekte, welche durch den stimmungsvollen Soundtrack unterstrichen werden, offenbaren sich erzählerische Schwächen. Die Figuren sind wenig spannend und deren Motivation ist meist nicht nachvollziehbar. Lediglich Hera Hilmer schafft es, in ihrer Rolle zu glänzen und eine wütende, verzweifelte Kämpferin zu mimen. Alle weiteren Besetzungen verblassen dagegen. Dies mag auch an den eingestaubten Drehbuchfloskel und altbekannten Blockbuster-Klischees liegen, in die sich verrannt wird.

Ein Film für alle, bei denen opulente Bilder mehr Bedeutung haben als erzählerische Tiefe.

Autor: SW

Bild: © Universal Pictures International

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