News

Kinostart der Woche: Skin

Kinowerbung

Biographisches Drama eines Neonazis

Wie heißt es so schön: Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst. Das ist momentan auch deutlich im Kino zu spüren, denn Filme nach wahrer Begebenheit haben eindeutig Konjunktur. So basiert auch der Kinostart der Woche „Skin“ auf einer realen Geschichte. Das biographische Drama behandelt den Ausstieg von Bryon Widner aus der amerikanischen Neonazi-Szene. Verkörpert wird Widner von Jamie Bell, der einst als Billy Elliot sein Durchbruch hatte. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Oscarprämierten Kurzfilm des israelischen Regisseurs Guy Nattiv, der mit „Skin“ sein Spielfilmdebüt gibt.

Ein Leben voller Hass und Gewalt

Dass Bryon Widner der rechten Szene angehört erkennt man schon von Weitem: Sein kahlrasierter Kopf ist übersäht mir eindeutigen Neonazi-Tattoos. Seine Zieheltern sind Gründer einer eigenen Neonazi-Gruppe, dem Vinlanders Social Club. Einst holten sie ihn von der Straße, seither sind sie und der Club seine Familie. Die zahlreichen Tattoos, die seinen gesamten Körper zieren, „verdiente“ sich Bryon durch Hassverbrechen, sein Leben ist bestimmt von Wut und Gewalt. Doch eines Tages lernt er Julie Price kennen, eine dreifache Mutter. Auch sie gehörte der Szene an, schaffte aber den Ausstieg. Es entwickeln sich Gefühle zwischen den beiden, was Bryon dazu bringt sein bisheriges Leben in Frage zu stellen. Doch ein Ausstieg ist hochgefährlich, mit Todesdrohungen versuchen seine ehemals Verbündeten ihn davon abzuhalten. Er sucht die Hilfe eines afro-amerikanischen Menschenrechtsaktivisten, der ihn in seinem Vorhaben maßgeblich unterstützt.

Jamie Bell beeindruckt vor der Kamera

Die faszinierende Geschichte des ehemaligen Neonazis Bryon Widner bietet viel Erzählstoff, was dem Film zu Gute kommt. Guy Nattiv schafft es diese Geschichte eindrucksvoll zu inszenieren und scheut dabei auch nicht die fast schon kitschig wirkende Liebesgeschichte zwischen Bryon und Julie. Jamie Bell ist dabei eine hervorragende Besetzung für Widner, der Film lebt von seiner beeindruckenden Präsenz. Dass „Skin“ keine leichte Kost für seine Zuschauer ist, kann man sich denken. Immer wieder hält die Kamera ungeschönt auf die unangenehmen und schmerzhaften Szenen drauf und zeigt ein erschreckendes Bild von Hass und Rassismus.

Für alle, die an das Gute im Menschen glauben.

Autor: CS

Bild: 24 Bilder Film

Verwandte Artikel
Diskutieren Sie über diesen Artikel
Required for comment verification
0 Kommentare