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Kinostart der Woche: The Dead don't die

Kinowerbung

Jim Jarmusch wird wenigen als Regisseur ein Begriff sein. Dennoch steht sein neustes Werk im Mittelpunkt des Filmstarts der Woche. „The Dead don’t die“ ist dem Namen entsprechend ein Zombi-Film, doch definitiv kein klassischer. Wie von Jarmusch gewohnt, wird wieder eine Schar an hochkarätigen Schauspielern aufgefahren. Neben Adam Driver, dem Star aus der aktuellen Star Wars-Trilogie, und Bill Murray bekommen wir Tilda Swinton, mit der er u.a. „Only Lovers left Alive“ umgesetzt hat, zu sehen. Auch dabei sind Steve Buscemi und Tom Waits. Der einzige Neuling im Ensemble um den „Coffee and Cigarettes“-Regisseur ist das ehemalige Disney-Sternchen Selena Gomez.

Das wird nicht gut enden …

Centerville ist ein beschauliches Örtchen aus nicht mal 1.000 Einwohnern, irgendwo im friedlichen Amerika. Die beiden Cops Cliff Robertson (Bill Murray) und Ronnie Peterson (Adam Driver) sorgen für Ordnung in den Straßen. Doch an diesem Tag ist nichts mehr, wie es einmal war. Denn die Untoten erwachen und machen sich über den Ort her. Zunächst trifft es die Diner-Besitzerin Fern (Eszter Balint) und die Reinigungskraft Lily (Rosal Colon). Doch auch die anderen schrulligen Bewohner der Stadt sind vor den Ghules nicht sicher: Da gibt es Bobby (Caleb Landry Jones) den Tankstellen-Nerd, der Kindern Süßigkeiten und Comics verkauft. Hank (Danny Glover), ansässiger Eisenwaren-Händler, und den grantigen Farmer Miller (Steve Buscemi), der stets mit einem Cap mit der Aufschrift „Make America White Again“ herumläuft. Sie alle sind ebenso Zielscheiben. Nicht mal die vorbeifahrenden Hipster (u.a. Selena Gomez) werden von den unersättlichen Zombies verschont. Lediglich die schottische Bestatterin Zelda (Tilda Swinton) scheint dem ganzen Treiben der Untoten gewappnet zu sein.

Du musst den Kopf töten!

Was einerseits die einzige Taktik zum Töten der Wiedergänger ist, scheint sich Jim Jarmusch ebenfalls zum Ziel gesetzt zu haben. Alles wirkt wie unter eine Glocke. Während andere Regisseure die verschiedenen Szenen nutzen, um die Handlung voranzutreiben, passiert in diesem Film einfach auch mal nichts. Die Dialoge, besonders zwischen den zwei Hauptakteuren Cliff und Ronnie, überzeugen mit mangelnder Mimik und auch sonst scheint es in Centerville nicht so wirklich große Emotionen zu geben. Der Film kommt in seinem Minimalismus fast schon lethargisch daher. Kein Wunder also, dass es auch nur einen Filmsong gibt. Die gleichnamige Country-Nummer von Sturgill Simpson wird immer wieder angestimmt und geht damit sogar Cliff manchmal ziemlich auf die Nerven.

Chardonnay!

Die Vielfalt der schauspielerischen Darstellung lässt dennoch beim Zuschauer Humor aufblitzen. Da gelüstet es dem einen Zombie nach der Auferstehung eben auch eher nach einem Chardonnay als etwas Menschenfleisch. Der Film löst sich auf jeden Fall von gewohnten Denkmustern und klassischen Erzählrhythmen und ist eben ein Jim Jarmusch-Film.

Dieser Film ist für alle, die Filme genauso staubtrocken mögen, wie ihren Wein!

Autor: CM

(Bild: © Focus Features)

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