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Steigt Amazon ins Kinogeschäft ein?

Kinowerbung

Der Online-Versandhandel Amazon versucht sich in vielfältigen Geschäftsmodellen. Supermärkte und Filmstudios besitzt der Internet-Riese bereits. Über seinen Streaming-Dienst „Prime Video“ bietet das Unternehmen Film- und Serienerlebnisse für zu Hause an. Das scheint dem von Jeff Bezos geführten Konzern aber nicht genug zu sein. Laut dem Nachrichtendienst Bloomberg möchte Amazon nun erneut die digitale Welt verlassen und das analoge Business mitbestimmen.

Kinoleinwände attraktiver als Streamingdienste

Obwohl die Streaming-Dienste wie Netflix, Sky und Co. beachtliche Erfolge mit ihren Video-On-Demand Plattformen erzielen, erwirtschaften die Filmstudios ihren Hauptverdienst nach wie vor über die traditionellen Kinoleinwände. Nun reicht es dem E-Commerce-Giant wohl nicht mehr aus, eigene Produktionen für seine Plattform zu produzieren. Er bewirbt sich nun auch im Kauf der amerikanischen Kinokette „Landmark Theaters“. Gerüchten zufolge wurde auch Netflix schon als Käufer der Kette gehandelt.

Nischenkinos für Mainstream-Handel

Die amerikanische Kette besitzt mehr als 50 Kinos in den USA. Darunter Kinos in Atlanta, Chicago und Los Angeles. Die Programmkinos gehören aktuell den beiden Milliardären Marc Cuban und Todd Wagner, die sie 2003 für ca. 80 Millionen US-Dollar erworben hatten. Anscheinend reichen ihnen 15 Jahre im Kino-Business aus, weshalb sie ihre hochwertigen Theater nun verkaufen wollen. Vorgeführt werden hauptsächlich ausländische Filme und Independent-Produktionen.

Nutzererlebnis wird verlängert

Ob Amazon die Lichtspielhäuser in ihrer Ausrichtung beibehalten will oder dort hauptsächlich eigene Filme zeigen möchte, ist noch nicht bekannt. Fest steht allerdings, dass der Konzern damit die Strategie verfolgt, eine omnipräsente Kundenbindung herzustellen und somit ihre Nutzer über den ganzen Tag zu begleiten.

Ob der umstrittene Deal wirklich zu Stande kommt, ist noch nicht bekannt. Eine gesetzliche Regelung verbietet derzeit eine Investition von US-Filmstudios in Kinoketten, damit die vertikale Wertschöpfungskette kontrolliert werden kann. Da die US-Regierung momentan über die Aufhebung des gut 70 Jahre alte Gesetzes diskutiert, könnten sich auch andere Filmstudios um die Kette bemühen. Somit ist ungewiss, wer den Zuschlag erhält. Angesichts der großzügig ausgestatteten Geldbörse des Online-Riesen Amazon dürfte das nötige Kleingeld für einen Deal jedenfalls nicht fehlen.

Autor: SW

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