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Geofencing: Großes Potenzial für Marketer

Online Vermarktung

Jeder trägt heute ein Smartphone mit sich herum. Unabhängig davon, dass man auf Facebook, Instagram und Co. die letzten Updates und Fotos seiner Freunde checken kann, bieten die smarten Devices noch deutlich mehr Möglichkeiten – auch für Marken. 

Über Geofences und Beacons lassen sich Mobilgeräte gezielt ansprechen. Dadurch ist es möglich, dass dem Nutzer beispielsweise die besten Restaurants in seiner Umgebung ausgespielt werden. Oder wie wäre es mit tagesaktuellen Best-Price-Angebote in der Fußgängerzone? Für den User kann Geofencing ein kleines und nützliches Helferlein sein, während es für Regionalwerbungtreibende ein wichtiges Marketinginstrument ist.

Was ist Geofencing?

Der Begriff setzt sich aus den Begriffen Geography und Fencing (Einzäunen) zusammen. Die Technik dient zur Ortung und zum Tracking von Personen und Objekten und arbeitet wie ein Ortungssystem, jedoch mit geografisch definierten Grenzkoordinaten. Der eingegrenzte Bereich kann als Radius um einen angegebenen Mittelpunkt oder als Vieleck festgelegt werden und für kleine Bereiche oder ganze Städte angewendet werden. Es gilt also, die richtige Balance zwischen Relevanz und Reichweite zu finden.

Anders als beim Geofencing werden beim bereits bekannten Geotargeting Zielgruppen mit Geodaten angesteuert. Geotargeting bedeutet allerdings nicht, dass alle Nutzer in einem Bereich angesprochen werden. Beim Geotargeting werden ausschließlich die IP-Adressen von Besuchern verwendet. Die Genauigkeit kann hierbei in der Regel von dem Land, in welchem sich die Besucher befinden, bis hin zu ihrer Postleitzahl variieren. Basierend auf dem ermittelten Standort können Werbetreibende ihre Angebote personalisieren und beispielsweise automatisch die Sprache, in welcher eine Anzeige erscheint, anpassen.

Wie funktioniert Geofencing?

Geofences definieren virtuell ein für den Werbungtreibenden interessantes Gebiet. Personen, die in dieses definierte Areal ein- oder austreten und/oder dort eine bestimmte Aufenthaltsdauer haben, werden über GPS, WLAN oder Mobilfunksignale geortet und bekommen dann aktuelle, regionale Hinweise und Angebote des Werbetreibenden auf ihre mobilen Devices. Üblicherweise als Push-Benachrichtigung – wenn eine entsprechende App heruntergeladen und die Benachrichtigung autorisiert wurde. 

Um seine Botschaften zu platzieren, kann z.B. ein Sportartikelverkäufer einen Radius um seinen Laden oder aber auch um einen Bereich legen, der von der für ihn relevanten Zielgruppe frequentiert wird, wie z.B. eine Sportstätte oder eine Laufstrecke.

Der Werbetreibende hat zur gezielten Kundenansprache ein weiteres Steuerungsinstrument: Im Rahmen des Geofencing kann er definieren, dass Personen nur dann bestimmte Angebote, Rabatte, oder Gewinnspieloptionen erhalten, wenn sie zuvor schon einen anderen Ort aufgesucht haben. Ein Restaurantgast erhält so beispielsweise Hinweise auf einen in der Nähe liegenden Weinhandel oder ein Feinkostgeschäft. Der Besucher eines Stores für Babybekleidung bekommt Angebote des Drogeriemarktes zu Babynahrung und Windeln. Die Einsatzmöglichkeiten sind also äußerst spannend und vielfältig.

Geofencing bietet enormes Potenzial für Marketer. Wer eine solide Strategie entwickelt, kann seine Kundengruppen auf eine ganz neue und interessante Art und Weise ansprechen. Es lohnt sich also, einen intensiven Blick in diesen Bereich zu werfen. Ein prominentes Beispiel findet sich bei Coca-Cola. Der Konzern setzte diese Technologie in Israel ein. User hinterlegten in einer speziellen App ihre Namen, bekamen eine Information über den Standort einer nächstgelegen digitalen Werbefläche und konnten dann darauf vor Ort ihre Namen mit Werbebotschaften bestaunen. Personalisierte Nachrichten wie „Enjoy Coca Cola with John“ begeisterten die interaktiven User.


Ein weiteres schönes Beispiel dafür, wie Geofences funktionieren ist der Case von Saatchi & Saatchi, der auf den Namen „Hijack“ hört. Hier wurden Geofences um die Filialen von Konkurrenten der Schuhmarke Meat Pack gelegt. Besucher der Konkurrenz erhielten über ihre App ein Promotion-Video, bei dem sie einen 99-Prozent-Rabatt für das Meat Pack Geschäft ausgespielt bekamen. Um einen guten Deal zu machen, mussten Kunden schnell sein, denn pro Sekunde verringerte sich der Discount um 1 Prozent, bis die Kunden die Filiale von Meat Pack betraten. 

Autor: SB

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