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Deutschland, Du bist digital!

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Dass wir fast alle irgendwie, irgendwo und irgendwas mit digitalen Medien und Geräten machen, muss ja eigentlich nicht durch eine Studie, Zahlen und Fakten belegt werden. Da reicht im Prinzip ein Blick über den eigenen Smartphone-Rand, um zu sehen, dass die meisten Blicke sich auf irgendwelche Screens richten. Doch der D21-Digital-Index 2017/2018 wollte es wie bereits seit vielen Jahren wieder einmal genauer wissen – und den Digitalisierungsgrad in Deutschland fast millimetergenau messen.

Insgesamt, so die Ergebnisse dieser fast epischen Studie, wird die deutsche Gesellschaft digitaler. Die Zahl der weniger digital affinen Menschen nimmt ab, genauso wie die Internetnutzung zunimmt. Ebenso lässt die Skepsis gegenüber smarten Geräten, digitalen Assistenten mit Eigennamen, (Service)-Robotern und vernetzten Umgebungen ab. Rückläufigist auch die Nutzung von Tablets, zu Gunsten einer höheren Verbreitung von Smartphones und Notebooks.

Die digitale Dreifaltigkeit

Grundlegend und vor der eigentlichen Analyse im Details, lässt sich laut D21-Digitalindex sagen, dass die deutsche Bevölkerung nicht dasselbe meint, wenn sie "digital" sagt und denkt. So gibt es die Digitalen Vorreiter, die Digital Mithaltenden und eben auch die Digital Abseitsstehenden. Anhand der Verschiebung deren Verhältnis im Vergleich zu 2016 lässt sich also bereits ablesen, dass die deutsche Gesellschaft digitaler geworden ist.

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Das ist der Tatsache geschuldet, dass es bei drei von vier entscheidenden Parametern Entwicklungen nach oben gegeben hat: Es gibt mehr Offenheit dem Digitalen gegenüber, ebenso wie sich auch die digitale Kompetenz und der Zugang zu digitalen Angeboten leicht verbessert haben. Auch wenn das nicht alters- und geschlechtsübergreifend gilt und am Ende das Digi-Tal immer noch die Form eines breiten Grabens zwischen Jung und Alt sowie Mann und Frau hat, sind doch mittlerweile immerhin vier von fünf Deutschen online – ein Zuwachs von insgesamt zwei Prozentpunkten, der vor allem auf das Konto der Generation der über 50-Jährigen (plus 5 Prozent) und die mobile Nutzung des Internets geht.

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Mit zunehmender Verbreitung und Nutzung von Online-Angeboten wird schließlich auch die Anzahl der Digital Natives künftig weiter und schneller wachsen. Bei all den guten Nachrichten, was die allgemein besser werdende digitale Stimmung in Deutschland angeht, muss aber auch erwähnt werden, dass es immer noch fast ein Fünftel Non-Liner bzw. Offliner gibt, die kein Interesse am Medium Internet haben, bei denen Sicherheitsbedenken den digitalen Riegel vorschieben, die sich in den klassischen Medien schlicht und ergreifend besser aufgehoben fühlen oder gerne alles Digitale an Familienmitglieder delegieren.

Digitale Nomaden bleiben sesshaft und Roboter-Kollegen suspekt 

Schade auch um Amazons Echo Spot und um all die Visionäre, die die Zukunft gerne autonom "erfahren" würden. Sorry auch an all jene, die gehofft haben, dass die Anwesenheit im Büro oder in der Werkhalle bald nur noch eine wenig geliebte Erinnerung wäre. Ebenso Entschuldigung an alle, die gehofft haben, dass sie im Falle der eigenen Pflegebedürftigkeit auf einen Assistenzroboter zählen könnten, der anders als gestresste Pflegekräfte aus Fleisch und Blut immer Zeit hat. Der D21-Digital-Index nämlich nimmt all jenen, die auf intelligente Techniken hoffen, ein wenig den Wind aus den Segeln. Denn mindestens knapp die Hälfte der Befragten und teilweise sogar ein Drittel fühlt sich eher um den Schlaf gebracht, wenn es um Alexa, Industrie 4.0, Robo-Adviser, Bots oder autonomes Fahren geht.

Auch angehende Digitale Nomaden müssen oder wollen weiterhin ins Büro. Nur 16 Prozent können, dürfen und wollen diese Möglichkeit nutzen. Die überwiegende Mehrheit derer, die kein Homeoffice macht oder mobil malocht, übt einen Beruf aus und/oder arbeitet in einem Unternehmen, in dem das nicht möglich ist. Und gut ein Fünftel hat kein Interesse daran.

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Wie gesagt: Textnachrichten sind in aller Munde

Werfen wir noch einen Blick darauf, wie die Bevölkerung in Deutschland so kommuniziert. Wenig überraschend und vorwiegend mit der eigenen Stimme – über das Festnetz und mobil. 95 Prozent telefonieren mindestens ein Mal pro Woche. Mit wem? Das steht nicht in der Studie. Ebenso unerwartet kommt, dass viele (also 71 Prozent) ihre private Kommunikation über Textnachrichten führen – also vorwiegend über Instant-Messaging wie WhatsApp aber auch noch nostalgisch via SMS. Sehr viel weniger verbreitet ist schließlich die Videotelefonie. 

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Was die Popularität der Sozialen Medien angeht, hat Facebook die Nase vorn, sogar sehr weit vorn. 41 Prozent aller Befragten und gar 83 Prozent der 20- bis 29-Jährigen zeigen Zuckerberg ihr Gesicht. Der Unterschied bei den Nutzerzahlen entsprechend ihres Alters zeigt sich zudem bei Snapchat und Instagram noch sehr viel krasser. Auch und gerade hier dominieren die Jüngeren gewaltig. Immerhin nutzt die Bevölkerung in Deutschland im Schnitt regelmäßig 2,2 soziale Medien. 

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Und was geht sonst noch digital?

Einiges, beispielsweise auf Länderebene, wo es unter den Bundesländern unterschiedliche Spitzenreiter bei der Internetnutzung (Berlin, Hamburg und Baden-Württemberg) und der mobilen Internetnutzung (Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Baden-Württemberg) gibt – und in beiden Szenarien ein mehr oder minder starkes Ost-West-Gefälle. Fast alle Bundesländer West, mit Ausnahme des Saarlands, schauen auf eine private Internetnutzung von etwas über 80 Prozent, während es bei den Bundesländern Ost eher etwas mehr als 70 Prozent sind, Berlin als bundesweiter Spitzenreiter ausgenommen. Bei der mobilen Internetnutzung liegt die durchschnittliche Quote West bei 60 Prozent oder mehr, im Osten bei nur 50 Prozent oder mehr. Auch hier schlagen das Saarland und Berlin aus dem jeweiligen Trend.

Insgesamt bietet der D21-Digital-Index einen detaillierten und ausführlichen Überblick darüber, wie weit sich die Bevölkerung in Deutschland auf die Digitalisierung bereits eingelassen hat und auch künftig einlassen wird und will.

Die Studie als PDF gibt es hier zum kostenlosen Download: http://initiatived21.de/app/uploads/2018/01/d21-digital-index_2017_2018.pdf

Zur Initiative D21: Die Initiative D21 ist ein Netzwerk aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, das sich gemeinnützig für die digitale Gesellschaft engagiert.

Autor: MB

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