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So divers digital geht es global zu

Online Vermarktung

Mit dem Global Digital Report 2018 wollen die Social-Media-Management-Plattform Hootsuite und die Digital-Agentur We Are Social nichts weniger als den weltweiten Stand der Digitalisierung in Wort und Bild fassen. Von A(fghanistan) bis Z(imbabwe) und damit über 239 Länder reichen dabei die Ergebnisse zu Themen wie Anzahl der Internet- und/oder Social-Media-Nutzer, Mobile und E-Commerce. Dabei sind die beiden Player auf der Suche nach Antworten auf die Fragen, welche Altersgruppen mit welchen Endgeräten auf welchen Seiten in welcher Sprache surfen, was sie dabei genau suchen und finden, wie es sich mit ihrem digitalen Optimismus verhält und wie viele User lieber präventiv optimistisch einen Ad-Blocker einsetzen. Auch wurden die meistgenutzten Messenger-Apps und -Dienste untersucht und sogar  gemessen, welche Emojis sowie Hashtags auf Instagram und Twitter am meisten verbreitet sind. Kurzum: Der Global Digital Report 2018 gibt einen digitalen Durchschnitt durch den Globus und zeigt in teilweise sehr detaillierten Analysen, wo wir uns in Sachen Online, Mobile und Social gerade befinden.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist (irgendwie) online

Von rund 7,5 Milliarden Menschen, die unsere Welt bewohnen, sind etwas mehr als 4 Milliarden Internetnutzer, was einer Durchdringung von 53 Prozent entspricht. Rund 3,2 Milliarden Menschen sind aktive Social-Media-Nutzer (Durchdringung von 42 Prozent), während über 5 Milliarden ausschließlich mobile online gehen. Verglichen zum Vorjahr hat die Zahl der Internetnutzer, global betrachtet, um 7 Prozent zugelegt, die der auf Social Media Aktiven gar um 13 Prozent (bzw. um 362 Millionen Menschen) und die Anzahl der Leute, die Social Media auf mobilen Endgeräten nutzen, ist um 14 Prozent respektive um 360 Millionen gestiegen.

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Afrika mit dem größten und Amerika mit dem geringsten Nutzeranstieg

Auf die jeweiligen Regionen bzw. Kontinente verteilt, ergibt sich ein sehr differenziertes Bild, was beispielsweise die Anzahl der Internetnutzer im Verhältnis zur Bevölkerung angeht. So nahm in Afrika die Zahl der User im Jahresvergleich um 20 Prozent bzw. um 73 Millionen Menschen zu, während es auf dem amerikanischen Kontinent nur ein Plus von 3 Prozent war. Andererseits betrug die Internet-Durchdringungsrate in Afrika nur 34 Prozent, in Amerika hingegen 73 Prozent. Im asiatisch-pazifischen Raum waren es plus 5 Prozent (Durchdringungsrate: 48 Prozent) und in Europa mit 674 Millionen Internetnutzern ein Plus von 6 Prozent und eine Durchdringungsrate von 80 Prozent. Der mittlere Osten schließlich verzeichnete einen Anstieg von 11 Prozent bzw. 17 Millionen Nutzer des Internets, was einer Durchdringung von 65 Prozent entspricht. 

Die zahlenmäßig meisten Internetnutzer leben in Ostasien (947 Millionen), gefolgt von Süd- (673 Millionen), Südostasien (380 Millionen) und Nordamerika (320 Millionen). In Europa besetzt der Osten mit 215 Millionen Nutzern die Spitzenposition, während es in Westeuropa nur 175 Millionen und in Südeuropa gar nur 118 Millionen sind. 

Doch nur die Internetnutzer zu betrachten, liefert ein einseitiges Bild. Mindestens ebenso interessant ist nämlich der Blick auf die Internetdurchdringungsrate. Die liegt global betrachtet bei 53 Prozent. Mit 99 Prozent liegen die Vereinigten Arabischen Emirate praktisch fast doppelt über dem Durchschnitt, während sich Indien mit 34 Prozent weit darunter befindet. Abgeschlagen ist – kaum verwunderlich – Nordkorea (0,06 Prozent Durchdringungsrate, respektive 16.000 Internetnutzer).

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Der Faktor Zeit

Obwohl Zeit ja weltweit und in allen Kulturen als die wertvollste aller Ressourcen gilt, gehen die Menschen in unterschiedlichen Ländern mehr oder minder verschwenderisch damit um. So werden in Thailand pro Tag fast 9,5 Stunden pro Tag im Internet verbracht,  während es in Deutschland immerhin noch rund 5 Stunden und in Marokko nur knapp 3 Stunden sind. Auch in der Internetnutzung via mobile Endgeräte hat Thailand mit 4 Stunden und 56 Minuten die digitale Nase vorn, während Deutschland mit knapp 1,5 Stunden pro Tag abgeschlagen auf den hinteren Rängen steht, sich aber andererseits noch vor Japan und Frankreich positioniert. 

Der Faktor Endgerät

Welches sind die "Zeitfresser", d.h. die Endgeräte, mit denen weltweit am meisten im Internet gesurft wird? Mehr und mehr setzen sich mobile Endgeräte als die erste Wahl durch. 52 Prozent (plus 4 Zähler im Vergleich zum Vorjahr) nutzen sie, während nur noch 43 Prozent auf Laptops und Desktops setzen – minus 3 Prozent, verglichen zum Vorjahr. Tablets erleben mit einem Rückgang von 13 Prozent und einer Rate von insgesamt 4 Prozent einen herben Absturz in der Relevanz für die Internetnutzung, während eher atypische Endgeräte wie Konsolen um satte 17 Prozent zulegen und von 0,14 Prozent der Internetnutzer weltweit zum Surfen gebraucht werden.

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Wo wir uns online am häufigsten herumtreiben

Die Antwort auf die Frage, welche Webseiten weltweit am häufigsten aufgerufen werden, birgt kaum Überraschungen. So führt Google.com das Ranking an, gefolgt von Facebook.com und Youtube.com. Auf Platz vier findet sich der chinesische Internetriese Baidu.com. 

... und was global am meisten über Google gesucht wird

Die Top-Suchanfragen über Google sind tatsächlich auch keine Überraschung. 

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Darf's ein bisschen Social sein?

Weltweit sind knapp 3,2 Milliarden Menschen aktiv auf Social Media unterwegs, d.h. 42 Prozent der Weltbevölkerung. Rund 3 Milliarden (39 Prozent) nutzen die Social Media über ihre mobilen Endgeräte. Die meisten monatlichen, aktiven Nutzer finden sich in Ostasien (über 1 Milliarde), die wenigsten in Zentralasien (9 Millionen).

Die höchste Durchdringungsrate in Sachen Social Media weist Nordamerika (70 Prozent) auf, gefolgt von Nordeuropa und Ostasien (66 Prozent respektive 64 Prozent). Am geringsten ist die Social-Durchdringungsrate in Westafrika (7 Prozent) und in der Subsahara (6 Prozent).

Die meiste Zeit mit Social Media verbringt man täglich auf den Philippinen (3 Stunden und 57 Minuten), die wenigste in Japan (48 Minuten). In Deutschland werden im Schnitt 1 Stunde und 13 Minuten den Social Media gewidmet.

Die Plattform mit den weltweit meisten aktiven Nutzern? Facebook, natürlich (mehr als 2,1 Milliarden), gefolgt von YouTube (1,5 Milliarden), WhatsApp und dem Facebook-Messenger (je 1,3 Milliarden User). WeChat sichert sich mit 980 Millionen Nutzern den fünften Platz.

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Am Ende ein Ausblick

Was ist die Message hinter all diesen Zahlen – strategisch und überhaupt? Die Antworten des umfangreichen Global Digital Report 2018 sind ebenso vielfältig wie die Möglichkeiten, die sich digital und global in der Zukunft ergeben.

Einige Shifts scheinen in jedem Fall unausweichlich. So gehen die Experten von Hootsuite und We Are Social davon aus, dass das Format Video weiter an Wichtigkeit gewinnen wird, auch weil dadurch Inhalte über Sprachen und Bildungs- sowie Alphabetisierungsgrade hinweg besser und einfacher transportiert werden können. Genauso verhält es sich mit sprachgesteuerten Suchanfragen, die das Tippen von Suchbegriffen der Studie zufolge bald ersetzen wird. Auch an Wichtigkeit gewinnen wird die Bildersuche, weil sich das Web immer mehr in Richtung visuelles Medium entwickeln wird. Schließlich werden URL künftig eher visuell daherkommen und damit auch hier die Einstiegs- und Hemmschwellen für nur rudimentär alphabetisierte Menschen senken.

Ebenso verändern wird sich die Produktsuche – immer weiter hin zu den Social Media als primäre Informationsquelle, wenn es um Tipps, Trends und Absatzsteigerung im E-Commerce geht. Auch wird der Weg hin zu einer End-to-end Social Journey führen. Das heißt, dass Produkte, die man in den Social Media gefunden hat, künftig auch verstärkt dort gekauft werden. Generell, so die Studie, werden sich die Social Media gerade in den Entwicklungs- und Schwellenländern als Internetnutzungstreiber entwickeln. 

Bei all diesen Prognosen lohnt sich noch ein Blick auf den digitalen Optimismus der Weltbevölkerung und auf deren Überzeugung, dass all die digitalen Veränderungen ihr Leben eher zum Besseren als zum Schlechteren wenden werden. Die Nigerianer glauben zu 80 Prozent, dass in Sachen Digitalisierung die Chancen die Risiken überwiegen. In Deutschland sind hingegen nur 37 Prozent Optimisten. 

Und das digitale Deutschland?

Wie geht es im Land der Dichter und Denker digital so zu? Auch hierzu liefert der Global Digital Report 2018 interessante Einblicke. So ist die Zahl der Internetnutzer im Vergleich zu 2017 um 4 Prozent bzw. um 3 Millionen Menschen auf fast 75 Millionen und damit auf 91 Prozent der Gesamtbevölkerung gestiegen. Davon sind 87 Prozent täglich online, 11 Prozent gehen mindestens ein Mal wöchentlich online und 2 Prozent gehen wenigstens ein Mal im Monat ins Internet. Die Anzahl der aktiven Social-Media-Nutzer ist ebenso im Wachstum (plus 15 Prozent bzw. 5 Millionen verglichen mit 2017).

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Durchschnittlich 2 Stunden und 58 Minuten verbringen die Deutschen täglich vor TV-Formaten (lineares TV, Streaming, Video on-Demand). Immer noch beherrscht das lineare Fernsehen die Wohnzimmer der Nation, während Streaming- und On-Demand auf einem TV-Gerät nur für rund ein Fünftel zum Alltag vor der Glotze gehört.

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Und schließlich noch der digitale Glaube

Wie stehen die Menschen in Deutschland zu digitalen Technologien? Aufgeschlossen und gleichzeitig zugeknöpft, was beispielsweise den Datenschutz und den Einsatz von Ad-Blockern angeht. Immerhin glaubt über ein Drittel an die Chancen der Digitalisierung und fast die Hälfte der Befragten hat sich dem digitalen Arbeiten verschrieben.

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Das Geld, das sie damit verdienen, geben sie am liebsten für Produkte aus, auf die sie im Fernsehen aufmerksam geworden sind. Das Radio als Shopping-Inspirationsquelle nutzen nur 1 Prozent der Befragten. Immerhin 6 Prozent nennen Plakate als den Kanal, über den sie zuerst auf ein Produkt gestoßen sind, das sie danach gekauft haben.

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Autor: MB

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