Blickwinkel

Airbnb und Google Maps bauen Barrierefreiheit aus

Trends und Innovationen

Airbnb hat neue Filtermöglichkeiten in der Suche für Menschen mit Behinderungen eingebaut und auch Google Maps zeigt nun Routen für Rollstuhlfahrer an. 

Fair Suchen

Ab jetzt wird man bei Airbnb und auf Google Maps erfragen können, ob Eingänge von Restaurants rollstullgerecht sind oder Ferien-Wohnungen barrierefrei bewohnt werden können. Die Infrastrukturen von Städten und Ferienwohnorten sollen also langsam transparenter werden – zugunsten einer inklusiven Fortbewegung. Diese neue Transparenz wird durch digitale Anwendungen online zugänglich gemacht, um anschließend den barrierefreien Zugang im analogen Alltag aufzuzeichnen. 

Google Maps: Funktion „rollstuhlgerecht“

Barrierefreiheit ist für viele Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen ein essenzielles Thema. Befinden sich auf einer Route Hürden, kann der kürzeste Weg schon zu einem kräftezehrenden Unterfangen werden. Gerade als Rollstuhlfahrer ist man oftmals auf Hilfe von Fremden angewiesen, um Hindernisse wie Treppen zu überwinden. Die Google Maps App erweitert seine Anwendung nun um die Funktion „rollstuhlgerecht“. Nutzer sollen über die Android Anwendung eigenständig Informationen in die App einstellen können und anderen Nutzer dadurch mitteilen, ob ein Ort rollstuhlgerecht ist oder nicht. Die Routen funktionieren aber teilweise nicht und sind noch im Beta-Stadium. 

Wheelmap: barrierefreies Open Source

In Deutschland hat sich wheelmap.org, eine Initiative des Vereins Sozialhelden, bereits seit 2010 auf Barrierefreiheit spezialisiert. Das merkt man an deren übersichtlichen, gut strukturierten und effizienten Anwendung, die Google Maps in einigen Funktionen deutlich übertrifft – vor allem in puncto Handhabung. Bei wheelmap wird der Interessent sofort mit einer einfachen Nutzungslegende abgeholt, sodass die Seite direkt verstanden und benutzt werden kann – barrierefreies Denken ermöglicht barrierefreies Fortbewegen. Die Seite zeigt an, ob ein Ort voll, teilweise oder gar nicht rollstuhlgerecht ist. Hier werden beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten, Bahnhöfe oder Toiletten erfasst. Eine Routenplanung wird jedoch nicht angeboten.

Barrierefreiheit

Airbnb: Einkauf von Accomable

Ganze 21 neue Suchfilter führt Airbnb speziell für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung ein, unter anderem geht es dabei um rollstuhlgerechte Bäder und behindertengerechte Parkplätze.

Mit der Übernahme des barrierefreien Reise-Portals Accomable, Ende 2017, integriert Airbnb einen Spezialisten in Fragen des hindernisfreien Reisens und damit direkt gut 1.100 neue, barrierefreie Unterkünfte in das hausinterne Portfolio. Die Angestellten von Accomable sind ebenfalls übernommen worden, um das Airbnb-Angebot durch Fachkräfte effizienter zu optimieren. Ziel: Die Bewegungsfreiheit ihrer Unterkunft für Gäste mit Rollstühlen, Gehstöcken oder anderen Mobilitätshilfen verbessern. Falls eine Unterkunft bereits über einen gut beleuchteten Eingangsbereich oder breite Flure verfügt, kann dies vom Gastgeber nun als Ausstattungsmerkmal zum Inserat hinzugefügt werden. Wichtig ist auch immer die Frage nach einem Aufzug.

Barrierefreiheit1

Mit dem Ausbau der Barrierefreiheit sichern sich Internet-Magnaten wie Airbnb und Google Maps wichtige Marketing-Anteile der „Social Responsability“. Seines Zeichens eine derzeit beliebte und notwendige Marketing-Praxis, die in diesen beiden Fällen nicht nur in das positive Image der Firmen einzahlt, sondern tatsächlich einen effektiven Mehrwert für die Gesellschaft hat.

Nachdem wir in letzter Zeit vor allem negative Schlagzeilen aus der Welt des Digitalen gehört hat, sind das doch zur Abwechslung auch mal gute Neuigkeiten: Let the good times roll.

Autor: DR

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