Blickwinkel

Checkout on Instagram - Shopping ohne Interruptus

Trends und Innovationen

Seit dem 19. März können Produkte bei Instagram gekauft werden, ohne die App dafür verlassen zu müssen. Vorausgesetzt, man lebt in den USA. Denn dort wurde nun in einer geschlossenen Beta-Version das neue Feature „Checkout on Instagram“ gelauncht.

Kaufprozess in einem Rutsch

Die Funktion ist eine Weiterentwicklung von Instagram Shopping und ermöglicht einen kompletten Kaufprozess in der App, ohne wie bisher in die Onlineshops der entsprechenden Marken weitergeleitet zu werden. Optisch ändert sich nichts, doch nach Klick auf ein getaggtes Produktfoto kann man direkt in der App die gewünschte Größe und Farbe auswählen und anschließend per Kreditkarte oder PayPal bezahlen. Statt „View on Website“ heißt es nun also „Checkout on Instagram“ auf dem blauen Button. Der Versand-Status wird anschließend via Instagram-Nachrichten direkt auf dem Smartphone angezeigt. Informationen zur Kaufabwicklung, wie Adresse oder Kreditkarteninformationen, werden für künftige Shopping-Attacken gespeichert.

20 Brands in Beta-Phase

Gleich 20 namhafte Marken konnte die Facebook-Tochter für diese geschlossene Beta-Phase begeistern. Mit von der Partie sind sowohl Street-Fashion-Labels wie Adidas, Zara und H&M als auch Luxuslabels wie Prada und Burberry. Auch beliebte Kosmetik-Marken wie KKW Beauty, Kylie Cosmetics und Ouai Hair testen das neue Shopping-Feature. Die 20 Brands dafür zu gewinnen, wird nicht wirklich schwer gewesen sein. Zwar werden die User nicht mehr in die E-Commerce Shops der Marken geleitet, dafür steigt aber die Wahrscheinlichkeit der unmittelbaren Conversion. Denn gerade die Weiterleitung in eine zweite App wird User zum Kaufabbruch verleitet haben. Durch den nun reibungslosen Kaufprozess sollten sich die Umsätze der Marken noch steigern lassen.

Bisheriger Höhepunkt der Erfolgsgeschichte Instagram Shopping

So erfreut sich Instagram Shopping bereits großer Beliebtheit – interne Statistiken belegen, dass mehr als 130 Millionen Insta-User auf Beiträge tippen, um die darin gekennzeichneten Produkte zu sehen. Dieses „One-Tap-Shop“-Prinzip führte Instagram 2017 ein – deutsche Shopping-Afficionados konnten seit März 2018 darauf zugreifen. Spätere Updates, wie beispielsweise die Darstellung im Explore-Feed oder eine eigene Shopping-Sammlung, steigerten die Beliebtheit des Features. Auch dessen Integration in die Stories im September vergangenen Jahres war für Instagram Shopping noch einmal ein Erfolgs-Booster.

Lukratives Feature für Facebook-Konzern

Mit Instagram Shopping und der Weiterentwicklung Checkout scheint Facebook-CEO Mark Zuckerberg offenbar ein großer Coup gelungen. Womöglich der Entscheidende im langwährenden Wettrennen mit dem Konkurrenten Snapchat um Social Shopping Features. Dank Checkout kann Instagram nun von den teilnehmenden Marken bei jedem Kauf eine Provision kassieren – in welcher Höhe ist nicht bekannt. Und auch die Nutzung der Funktion selbst wird den Labels mit Sicherheit in Rechnung gestellt. Der Finanzdienstleister Jefferies schätzt, dass diese beiden Posten sich dieses Jahr auf 14 Milliarden Dollar belaufen könnten, wie das Unternehmen dem britischen Magazin „Business of Fashion“ verriet. Auf diese Weise würde Instagram 2019 voraussichtlich 20 Prozent des Gesamtumsatzes vom Facebook-Konzern für sich verbuchen können. Die Milliarden-Akquisition des Fotodienstes im Jahr 2012 zahlt sich wohl nun in barer Münze aus für Zuckerberg.

Autor: KS

Verwandte Artikel
Diskutieren Sie über diesen Artikel
Required for comment verification
0 Kommentare