Blickwinkel

#DanceforChange: die TikTok-Challenge

Trends und Innovationen

Wer das Tanzbein schwingen und dabei guten Dingen eine mediale Bühne bieten möchte, ist bei der IFAD #DanceforChange-Challenge auf TikTok genau richtig. Der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (International Fund for Agricultural Development, IFAD) der Vereinten Nationen hat den Contest auf der mittlerweile weltweit sehr populären Kurzvideo-App gelauncht, um die führenden Politiker dieser Welt dazu aufzurufen, mehr in nachhaltige Landwirtschaft und junge Menschen zu investieren und damit Hunger und Armut gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern nachhaltig zu bekämpfen.

Dass mit TikTok eine Plattform gewählt wurde, die vor allem die jüngeren User anspricht, ist derweil kein Zufall. Denn laut IFAD gibt es weltweit 1,2 Milliarden Menschen, die zwischen 15 und 24 Jahre alt sind und damit der Zielgruppe der Lip-Synch-App entsprechen. Über 80 Prozent dieser jungen Menschen leben in den ärmeren Ländern dieser Welt und ihre Anzahl nimmt gerade in Afrika stark zu. Dort schließlich ist die Armut vor allem in den ländlichen Gegenden ein schwer zu lösendes Problem.

More farming, more freedom

Für das #DanceforChange-Projekt konnte IFAD nicht nur den populären nigerianischen Songwriter und Sänger Mr. Eazi gewinnen, sondern auch die mit einem MTV-Award für ihre Choreographie für Childish Gambino's „This Is America“-Video ausgezeichnete Tänzerin und Choreographin Sherrie Silver mit ins Boot holen. Der von Mr. Eazi geschriebene Contest-Song „Freedom“ soll als Aufruf an die jüngeren Menschen in Afrika wie aber auch an Entscheider aus aller Welt verstanden werden, die Landwirtschaft als Chance für mehr Freiheit, Selbstbestimmtheit und weniger Armut zu begreifen.

Das Potential der afrikanischen Jugend ist indes sehr groß. Schätzungen zufolge werden im Laufe des nächsten Jahrzehnts jährlich 11 Millionen junge Afrikaner den Arbeitsmarkt betreten – die meisten von ihnen in ländlichen Regionen. Dort ist die Landwirtschaft immer noch die wichtigste Einnahmequelle und Lebensgrundlage. Um den jungen Menschen also eine Vor-Ort-Perspektive zu Migration und dem Suchen nach Jobs in den Städten zu geben, sollen so viele Leute wie möglich ihre getanzte Petition auf TikTok hochladen und so den Politikern dieser Welt sprichwörtlich (Tanz-)Beine machen, damit diese in die Gänge kommen und sich für Investments in eine bessere Infrastruktur, ländlichen Wandel und in nicht-landwirtschaftliches Business in diesen Gebieten engagieren. Bisher haben fast 7.500 Menschen ihre Tanz-Petition unter #DanceforChange auf TikTok geteilt – übrigens auch in Deutschland. Denn hier findet sich neben Kanada, Indien, Großbritannien und den USA das größte Engagement seitens der Nutzer der Kurz-Video-App.

Jedes mitzappeln zählt

Das Social-Media-Engagement der UN-Organisation für landwirtschaftliche Entwicklung sollte in jedem Fall hoch bewertet werden. Nicht nur aufgrund der Botschaft, die das Projekt in sich trägt und in die Welt tragen will. Denn auch die Freedom-Lyp-Synchs und Choreos der TikTok-User sind ganz sicher sehenswert. Es bleibt letztlich zu hoffen, dass der tausendfache Hüftschwung eine Dynamik in die Entwicklung ländlicher Regionen Afrikas und in die Zukunftschancen der afrikanischen Generation Z bringt.

IFAD will in jedem Fall die Ergebnisse von #DanceforChange – d.h. die Anzahl der hochgeladenen Videos und das Engagement der globalen TikTok-Community – dazu nutzen, seine Agenda der ländlichen Entwicklung, nachhaltiger Investitionen in die Landwirtschaft und des Schaffens von Perspektiven gerade für die junge Generation von Afrikanern mit noch mehr Lyp-Synch-Stimmen voranzutreiben.

Autor: MB

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