Blickwinkel

Endlich eingetrudelt: Apple Pay in Deutschland

Trends und Innovationen

Das war knapp: Fast wäre das deutsche Weihnachtsgeschäft ohne Apple Pay gelaufen. Ob der Deutschland-Start des Payment-Dienstes Mitte Dezember diesbezüglich Auswirkungen hatte, ist allerdings nicht belegt. Fakt ist, dass Konsumenten in Deutschland seit dem 11. Dezember via iPhone oder Apple Watch im Laden wie auch Online zahlen können.

Wer alles mitmacht

Vorausgesetzt, die Kassensysteme unterstützen den Funkstandard NFC (Near Field Communication) zur drahtlosen Datenübertragung. Rund 820.000 Terminals wurden hierzulande bereits entsprechend umgerüstet. Allerdings funktioniert Apple Pay in Deutschland bisher nur mit Kredit- oder Debitkarten der Deutschen Bank, HypoVereinsbank, boon, N26, Hanseatic Bank, Fidor Bank, Santander, Comdirect Bank sowie American Express. Vor vier Jahren wurde Apple Pay bereits in den USA eingeführt, 30 weitere Länder haben seitdem nachgezogen.

Werbekampagne mit Fußballstars

Zum Deutschlandstart gab es eine große Präsentation in der Münchner Allianz-Arena mit Promis und Influencern. Seit dem Heimspiel des FC Bayern München gegen Leipzig am 19. Dezember kann auch in der Arena an allen Kiosken und in den Fanshops mit Apple Pay bezahlt werden. Möglich gemacht hat dies die HypoVereinsbank, die auch Sponsor des FC Bayern München ist. Um das smarte Bezahlen mit Apple-Geräten bekannt zu machen, hat die Unicredit-Tochter auch eine Werbekampagne mit Spielern des FC Bayern München gestartet. In dem von der Agentur Serviceplan kreierten Kampagnen-Video agieren Thomas Müller, Manuel Neuer und Joshua Kimmich – neben hübschen Fans, die gut gelaunt per iPhone zahlen. Auf dem Kampagnenmotiv ist statt Kimmich merkwürdigerweise David Alaba zu sehen, aber was soll´s: Hauptsache, das Bezahlen funktioniert.

Flächendeckend einsetzbar?

Aber tut es das, beziehungsweise funktioniert es flächendeckend? Die Wochenzeitung DIE ZEIT hat zwei Redakteure losgeschickt, um das zu testen. Das Battle Apple Pay versus Google Pay (letzteres war bereits im Juni in Deutschland gestartet) verlief auf beiden Seiten allerdings eher mau. Kaum einer der angesteuerten Shops und Dienstleister verfügte über die erforderliche Technik. Außerdem sind, zumindest bis dato, wichtige Banken wie die Sparkassen und Genossenschaftsbanken nicht mit von der Partie, weil sie auf eigene Bezahl-Apps setzen. Und wer keine Kreditkarte hat, kann auch als Kunde der teilnehmenden Banken bei Apple Pay nichts werden. Allerdings schloss das Apple-Management bei der Präsentation in der Allianz-Arena nicht aus, dass künftig hierzulande auch die Girocard von dem System unterstützt wird.

Sicheres Bezahlsystem?

Und wie sicher ist Apple Pay? Das Bezahlsystem gilt als sehr sicher, da die vollständige Kartennummer niemals auf dem Gerät oder auf Apple Servern gespeichert und nicht für Händler freigegeben wird. Bei jedem Kauf wird zudem eine gerätespezifische Nummer und ein eindeutiger Transaktionscode verwendet. Allerdings hatten Kriminelle 2015 eine Lücke im vermeintlich „unknackbarem“ Apple Pay entdeckt, Dank welcher Sicherheitsfeatures umgangen werden konnten. Das Problem lag allerdings nicht bei Apple und wurde seinerzeit umgehend behoben. In einem Test des Digitalmagazins „Chip“ schnitten sowohl Apple Pay als auch Google Pay besser ab als Kreditkarten und Pay Pal. Wir sind gespannt, wer letztendlich das Rennen macht.

Autor: KS

Bild: martin-dm

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