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Facebook entwickelt eigene Kryptowährung

Trends und Innovationen

Facebook steht offenbar kurz vor der Bekanntgabe einer eigenen, globalen Kryptowährung. Wie das amerikanischen Medienportal „The Information“, unter Berufung auf Insider berichtet, soll dies noch diesen Monat offiziell bestätigt werden. Der digitale Token soll als grenzenlose Währung ohne Transaktionsgebühren Facebook-Nutzern den Geldtransfer ermöglichen.

Facebook Coins für Schwellenländer

Laut Angaben von über einem Dutzend Insidern soll die Währung zunächst in den Messenger und WhatsApp integriert werden. Darüber hinaus sollen auch physische Geldautomaten aufgestellt werden, an denen die Währung erworben werden kann. Offenbar zielt die Kryptowährung vor allem auf den Markt in Entwicklungsländern ab, deren regierungsgestützte Währungen oftmals volatil sind. Aber auch Facebook-Mitarbeiter sollten sich ihr Gehalt in digitalen Coins auszahlen lassen können. Laut Insiderinformationen trägt die Facebook-Währung den Arbeitsnamen „GlobalCoin” und soll Ende 2019 in die Testphase gehen. „Project Libra" heißt das Geheimprojekt, für das Facebook offenbar in den vergangenen Monaten bei Dutzenden von Finanzinstituten und anderen Technologieunternehmen um Kapital geworben hat.

Schweizer Connection

Bereits Ende Mai wurde bekannt, dass das soziale Netzwerk ein neues Technologieunternehmen namens Libra Networks in der Schweiz registriert hat. Der Schwerpunkt der neuen Firma liegt bei den Themenfeldern Zahlungsabwicklung und Blockchain. Die „Financial Times“ beruft sich auf Insiderinfos, wonach Facebook zwei namhafte Hochfrequenz-Handelsunternehmen kontaktiert habe, um einen liquiden, handelbaren Token hervorzubringen.

Coins wiegen schwerer als Feindschaften

Gerüchten zufolge soll Facebook-CEO Marc Zuckerberg für die Entwicklung einer eigenen Kryptowährung sogar die Expertise der Winklevoss-Zwillinge, zwei seiner größten Erzfeinde, eingeholt haben. Cameron und Tyler Winklevoss hatten den Facebook-Gründer mehrfach verklagt und ihm vorgeworfen, die Idee für das Social Network von ihnen geklaut zu haben. Tatsächlich hatte der Student Zuckerberg zu Harvardzeiten als Programmierer für die Zwillinge aus einflussreichem Hause gearbeitet. 2011 endete der Prozess mit einem Vergleich. Zuckerberg zahlte den Brüdern eine Vergleichssumme in Höhe von 65 Millionen Dollar, welche die geschäftstüchtigen Zwillinge in zahlreiche Firmengründungen investierten. 11 Millionen Dollar steckten sie zudem in die Internetwährung Bitcoin. Eine Investition, die sie zu Milliardären machte – und offenbar wieder zu Geschäftspartnern von Marc Zuckerberg.

Gut verwahrt

Bleibt nur zu hoffen, dass der Konzern mit seiner eigenen Kryptowährung sorgfältiger umgehen wird, als mit den Daten seiner Nutzer. Sonst passiert Facebook womöglich noch ein Missgeschick wie der kanadische Kryptogeld-Börse QuadrigaCX. Dort waren Kundeneinlagen in Höhe von 190 Millionen US-Dollar futsch, weil der Firmengründer als einzige Besitzer des Passwortes, dieses mit in den Tod nahmen. Wobei das Risiko bei Facebook vermutlich eher darin bestünde, dass Passwörter unverschlüsselt auf irgendwelchen kalifornischen Servern herumliegen.

Autor: KS

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