Blickwinkel

Facebooks F8 Konferenz: King of buzzwording

Trends und Innovationen

Mark Zuckerberg hat (mal wieder) seine Visionen für den Facebook Konzern verkündet. In seiner Eröffnungsrede der diesjährigen Facebook Entwicklerkonferenz F8 kündigte er den Totalumbau von Facebook, Messenger, Instagram, WhatsApp und Oculus zu einer „auf Privatsphäre ausgelegten Kommunikationsplattform“, deren Leitmotive Privacy, Security und Community seien.

Kleine Details und große Buzzwords

Die Neuausrichtung ist ein für die kommenden Jahre angelegtes Großprojekt. Richtig konkret wurde der CEO – und später seine verantwortlichen Manager – dabei aber nur bei kleineren Details und Produktneuheiten. Die Buzzwords „Privatsphäre“ und „Sicherheit“ blieben gewohnt schwammig – wenn sie nicht sogar von neuen Features konterkarikiert wurden. Von Datenmonopolen, Pannen oder Versäumnissen der jüngeren Vergangenheit war keine Rede. Auch nicht davon, dass die US-Verbraucherschutz FTC plant, Privatsphäre-Experten in Führungsrollen des Facebook-Managements zu installieren. Vielmehr wurde der Slogan „Die Zukunft ist privat“ zu einem merkwürdigen Mantra. Welches zur Sicherheit noch mal groß auf der Hintergrund-Leinwand eingeblendet wurde.

Skepsis gegenüber Sicherheit und Privatsphäre

Doch auch wenn Repetition ein beliebtes Stilmittel ist, bedeutet es nicht, dass sie immer überzeugt. Die vielen Kommentare unter der als Livestream auf Facebook übertragenden Keynote sprechen für sich.

Dort regiert Skepsis, ob es in Zeiten von Social Media überhaupt noch so etwas wie Privatsphäre gegen kann. Zumal viele Regierungen die Verschlüsselungs-Codes verlangen. Schließlich lauert in kompletter Verschlüsselung auch die Gefahr, dass diese die unbemerkte Verbreitung von Hassbotschaften und Desinformation sogar fördert. Auch Sicherheit ist ein heikles Thema, da automatisierte Überwachung immer auch eine Form von Zensur darstellt. Aber Zuckerberg wird schon wissen, warum er mit der neuen Chefjuristin Jennifer Newstead ausgerechnet die Frau eingestellt hat, die im US-Außenministerium unter George W. Bush maßgeblich an der Entstehung des umstrittenen PATRIOT Acts mit seinen weitreichenden Überwachungsbefugnissen beteiligt war.

Prioritäten setzen

Dem Publikum in San Francisco sind Zuckerbergs Versprechungen zu Sicherheit und Privatsphäre aber eigentlich sowieso egal. Die 5.000 Entwickler und Unternehmensvertreter aus der ganzen Welt interessierten sich eher für neue Produkte und Features aus Menlo Park, mit denen sie noch mehr Geld scheffeln können. So geht das neue, aufgeräumte Design von Facebook-Website und -App, welches Gruppen in den Vordergrund stellt, wahrscheinlich eher an ihnen vorbei. Auch dass der Messenger eine eigene Desktop-App für Windows-PCs und Macs bekommt und WhatsApp eine Funktion, mit der sich kleine Geldbeträge versenden lassen, wird sie nicht wirklich vom Hocker reißen. Ebenso wenig wie die neue Dating-Funktion „Secret Crush“, bei der man auf Facebook markiert, wen im Freundeskreis man heimlich anhimmelt. Auch dass die Anzahl der Instagram-Likes nicht länger öffentlich angezeigt werden soll, um private Interaktion zu fördern, wird sie als solche wohl eher kalt lassen. Denn all diese Maßnahmen zahlen nur indirekt darauf ein, dass das Social Network für sie interessant bleibt – indem die Nutzer bei der Stange gehalten und ihre Verweildauer ausgeweitet wird.

Das große Ziel: die Nutzer in potenzielle Kunden verwandeln. Beispielsweise in dem bereits angekündigten neuen Shoppingkanal, mit demdie Community bei einigen ausgewählten Instagram Creators Produkte direkt shoppen kann. Sogar Influencer werden Produkte direkt auf Instagram verkaufen können. Auch der Facebook Messenger wird für Unternehmen interessanter, da diese mehr Möglichkeiten bekommen, mit ihren Kunden direkt zu interagieren. Sogar eine Funktion zur Terminvereinbarung soll es dort bald geben. Auch WhatsApp mutiert mit dem neuen Feature Business Catalog zum Abverkauf-Kanal.

Endlich echte Emotionen

Lediglich bei den Themen Virtual und Augmented Reality gerät Zuckerberg ins Schwelgen. Seine Ankündigung, jedem im Saal anwesenden Entwickler eine Oculus VR-Brille zu schenken, war dann auch der enthusiastischste Moment des gesamten ersten Konferenztages. Schließlich kostet das neue Modell, die Oculus Quest, genauso wie die ebenfalls präsentierte neue Oculus Rift S, 399 US-Dollar (449 Euro). Immerhin gelang auf diese Weise, was weder die Themen „Sicherheit“ noch „Privatsphäre“ auszulösen vermochten: Es wurde richtig emotional im Saal.

Autor: KS

F8 2019 Day 1 Keynote

Hear from Mark and other Facebook leaders about the latest technology from our family of apps and the future we're building together.

Geplaatst door Facebook for Developers op Dinsdag 30 april 2019

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