Blickwinkel

Mobile Markt in starker Bewegung

Trends und Innovationen

Betrachtet man das dynamische Wachstum des Mobile Segments, ist ein Bericht zu seinem aktuellen Status immer auch nur eine Momentaufnahme. Der Report „The State of Mobile 2019“ der US-amerikanischen App-Analysten „App Annie“ liefert hierfür viele detaillierte Statistiken, Zahlen und Daten. Alle lassen eigentlich nur einen Rückschluss zu: Mobile ist global mächtig am Kommen bzw. ist die Beschleunigung des Marktes um Apps und den aus deren Downloads generierten Umsätzen immer beeindruckender.

Fast 200 Milliarden App-Downloads weltweit

Mit mehr als 194 Milliarden Downloads in 2018 legte der globale App-Markt um 35 Prozent verglichen zum Jahr 2016 zu. Die Chinesen waren dabei diejenigen, die am eifrigsten in Apples iOS- bzw. Googles Play Store shoppten. Fast die Hälfte aller heruntergeladenen Apps geht auf das Konto der User in der Volksrepublik. Die sorgten damit für ein nationales Plus von 70 Prozent, verglichen zu 2016.

Schwellenländer wie Indien (das im Vergleich zu 2016 um 165 Prozent zulegte), Indonesien und Brasilien sind unter den Top 3 der fünf Länder mit den meisten App-Downloads. Und dass Apps nicht nur zum Zocken da sind, beweist eine andere Statistik: 65 Prozent alle Anwendungen, die 2018 weltweit heruntergeladen wurden, waren keine Spiele.

Top Countries by App Store Downloads.png

App-Umsätze sprengen 100-Milliarden-Dollar-Marke

Mit dem unglaublichen Wachstum der Downloads stiegen auch die Umsätze, die durch das Herunterladen von Apps global generiert wurden. 2018 erreichten sie weltweit 101 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 75 Prozent im Vergleich zu 2016. Auch hier ist China die unangefochtene Nummer 1. Fast 40 Prozent aller durch kostenpflichtige In-App-, App Store oder auch App-Abo-Käufe generierten Umsätze wurden in China getriggert.

In einzelnen App-Kategorien betrachtet, waren die Spiele die großen Wachstumstreiber auf dem Weltmarkt und für 74 Prozent aller Umsätze verantwortlich. Doch 2018 war nur der Beginn dieser Rallye, denn den App-Annie-Prognosen zufolge wird das Mobile Gaming im laufenden Jahr 60 Prozent der Anteile an den Ausgaben der App-Nutzer für sich beanspruchen.

Alle anderen Non-Games-App-Kategorien steuerten letztes Jahr 26 Prozent zu den globalen App-Umsätzen bei und wuchsen verglichen zu 2016 um 18 Prozent, was vornehmlich der steigenden Zahl kostenpflichtiger App-Abos zuzuschreiben ist.

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Auch die Rangliste der Wachstumsraten bei den App-Umsätzen führt China mit 140 Prozent souverän an. Selbst weltweit betrachtet, gab es nur ein Plus von etwas mehr als der Hälfte (75 Prozent) dessen. Immerhin um 80 Prozent legte Süd-Korea in Sachen App-Käufe zu, während die USA ein Plus von 70 Prozent und Großbritannien als einziger europäischer Vertreter in diesen Top 5 mit 55 Prozent wenigstens noch um etwas mehr als die Hälfte wuchs. In Japan fiel das Plus mit 30 Prozent verglichen zu den anderen Märkten etwas schwächer aus.

Apps sind Zeitkiller

Nimmt man die Top-5-Kategorien – also Video Player und Bearbeitungsprogramme, Unterhaltung, Fotografie, Tools und Finanzen – zusammen, verbrachten die User im vergangenen Jahr 110 Prozent mehr Zeit mit diesen Anwendungen als noch 2016. Die größten Zeitkiller sind dabei aber die „anderen“ (Others), also namentlich die Social- und Messenger-Apps, die ihrerseits die Hälfte aller verbrachten App-Zeit für sich beanspruchten. Auf Rang zwei folgen mit 15 Prozent Video- und Bearbeitungsapps, dahinter tummeln sich die Spiele (10 Prozent).

Top Categories by Growth in Market Share of Hours Spent.png

Apropos Zeit: Die verbrachte Zeit, die sich Anwender mit Foto-Apps vertrieben haben, verdoppelte sich zwischen 2016 und 2018. Besonders spendabel gehen die App-Nutzer in Indonesien mit ihrer Zeit um. 2018 verbrachten sie im Schnitt täglich vier Stunden mit den kleinen Anwendungen. Fast drei Stunden verwendeten die User in den Industrieländern durchschnittlich und pro Tag auf ihre Apps. Deutschland lag mit gut zwei Stunden sogar noch unter diesem Durchschnitt.

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Installierte Apps vs. benutzte Anwendungen

Der Blick auf weitere Erkenntnisse des „The State of Mobile 2019“-Reports von App Annie hält uns wohl allen den Spiegel vor: Durchschnittlich 100 Apps beherbergen User in Südkorea, Japan, Australien und den USA auf ihren Smartphones. Deutsche Nutzer nennen etwas weniger als 100 Anwendungen ihr Eigen. Über alle Märkte sticht aber vor allem der Kontrast zwischen einerseits in Gebrauch befindlichen Apps und andererseits Anwendungen, die ein Schattendasein irgendwo auf den mobilen Endgeräten fristen, heraus.

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Das größte Ungleichgewicht zwischen benutzten Apps und „Zombie“-Apps findet sich bei japanischen und US-amerikanischen Usern. Weniger als 40 Prozent der weit über 100 Apps werden tatsächlich genutzt. Aber auch europäische Anwender aus Frankreich, Großbritannien und eben Deutschland vernachlässigen gut zwei Drittel ihrer installierten Apps.

Facebook dominiert (noch) die weltweiten App-Downloads

Auch wenn WhatsApp es im Herbst letzten Jahres erstmals schaffte, seinen Mutterkonzern Facebook in Sachen monatliche aktive User (Monthly Active Users/MAUs) zu entthronen, hält Facebook mit seiner App und der Messenger-Anwendung immer noch die beiden Spitzenplätze der weltweit am häufigsten heruntergeladenen Apps inne. Nichtsdestotrotz hat sich WhatsApp auch in Sachen Downloads eng an die Fersen seiner Mutter geheftet, ebenso, wie sich auch Instagram unter den Top 5 befindet. Die Verästelungen der Facebook-Stammbaumkrone kann einzig und alleine das chinesische App-Wunder Tik Tok durchbrechen.

Top 10 Apps of 2018 Worldwide by Downloads.png

Auf Deutschland fokussiert, ergibt sich in Sachen MAUs ein ähnliches Bild – wenn auch mit regionalen Tupfern. So bevorzugen die deutschen User eindeutig WhatsApp, noch vor Facebook und dem Facebook Messenger. Auf Platz vier folgt mit Amazon ein weiteres Tech-Schwergewicht, ebenso wie eBay und Spotify auf den weiteren Rängen. Pünktlich zur aktuellen Verspätungsdebatte platziert die Deutsche Bahn mit ihrem DB Navigator zumindest ihre App im Herzen der Kunden. Und weil man nass wird, wenn man im Regen auf verspätete Züge warten muss, ist die Wetter App bestimmt auch unter ÖPNV-Pendlern sehr beliebt.

Top Apps of 2018 Germany by Monthly Active Users.png

Autor: MB

(Quelle aller Abbildungen: App Annie „The State of Mobile 2019“)

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