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Portal: Facebooks Tor zur Videotelefonie

Trends und Innovationen

Bereits der Name verrät es: Facebook Portal soll neue Pforten öffnen, um für seine Facebook-Freunde sichtbar und fast schon greifbar nahe zu sein, auch wenn man weit weg ist. Bei dem neuen Produkt handelt es sich jedoch nicht um ein neues Feature des Social-Media-Riesen, sondern um ein Display, das mit einer smarten Kamera, einem ebenso smarten Hi-Fi-Sound und vielen weiteren Features für Videotelefonie der Social-Media-Art ausgestattet ist.

Portal gibt es dabei in zwei Varianten, nämlich als Basis-Ausführung Portal und als Premium-Version Portal+. Das Einsteigermodell verfügt über ein 10-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1280x800 Pixeln. Die luxuriösere Version hingegen kommt mit einem 15-Zoll-Display mit 1920x1080 Bildpunkten daher. Die intelligente Kamera schließlich hat jeweils eine Auflösung von 12 Megapixel und kann einen Blickwinkel von bis zu 140 Grad einnehmen. Für den smarten Sound indes sorgen gleich zwei (bei Portal) bzw. vier Mikrofone (bei Portal+).

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(Quelle: Facebook)

Zu kaufen gibt es beide ab November und bisher nur in den USA. Für die Basis-Version muss man 199,00 US-Dollar auf die Theke legen, für Portal+ gar 349,00 US-Dollar. Und wer gar nicht genug von Facebooks Videotelefonie bekommen kann, hat die Option auf ein Bundle mit beiden Displays für zusammen 298,00 US-Dollar.

Künstliche Intelligenz für menschliches Kommunikationsbedürfnis

Der Clou an den Displays liegt laut Facebook in gleich mehreren Details. So sind die smarten Bildschirme mit von Facebook selbst entwickelter Künstlicher Intelligenz ausgestattet, was erlaubt, dass man damit praktisch über eine mitdenkende Action-Cam verfügt, die sich mit einem durch den Raum bewegt und zudem automatisch zoomt, wenn (plötzlich) mehrere Personen im Bild sind. Wird dem Gesicht gegenüber mal langweilig, kann man das eigene Konterfei auch mit Animationen und Augmented-Reality-Effekten spannender gestalten, beispielsweise um Gute-Nacht-Geschichten vom Teleprompter abzulesen.

Der smarte Sound wiederum minimiert die Hintergrundgeräusche und legt den Fokus auf die Person, die gerade spricht, egal wo er oder sie sich gerade befindet. Um über Portal ins Gespräch zu kommen, muss man über ein Facebook-Konto verfügen. Ist das der Fall, lassen sich Facebook-Freunde und Messenger-Kontakte auch dann anrufen, wenn diese kein Portal ihr Eigen nennen. In diesem Fall können die Videotelefonate über die Facebook-Messenger-App geführt werden. Zudem sind auch Gruppenanrufe mit bis zu sieben Teilnehmern möglich. Wem nicht nur an der Videotelefonie via Facebook gelegen ist, der kann sich über die Displays auch Nachrichten anzeigen lassen, gemeinsam und synchron Musik von Streamingdiensten wie Spotify anhören oder Inhalte wie beispielsweise Bilder teilen.

Mit Sicherheit sprechen können?

Um das für Facebook heikle Thema Datenschutz nicht aus dem Blickwinkel zu verlieren, werden beide Portal-Varianten mit einer Kameraabdeckung geliefert, sodass man auch ohne Videoübertragung Videotelefonie betreiben kann. Irgendwie witzlos, dafür aber sicher. Für noch mehr Privacy sorgen zudem die Optionen, die Displays mit einem 12-stelligen Passwort sperren bzw. entsperren zu können wie auch Kamera und Mikrofone mit einer Berührung zu deaktivieren. Weiterhin versichert Facebook, dass Portal niemals mithört, wenn miteinander gesprochen wird und dass das, was man voneinander sieht und miteinander (verbal) teilt, nur lokal und nicht auf Facebooks Servern gespeichert wird. Und wem das noch nicht reicht, dem sei seitens Facebook versichert, dass die Portal-Displays absolut blind sind, wenn es um Gesichtserkennung geht.

Aber auch dann, wenn das Portal-Display gerade nicht für die Videotelefonie genutzt wird, soll es laut Facebook dennoch den Rahmen für gute Unterhaltung bieten. Beispielsweise, indem es die eigenen Facebook-Bilder und -Videos bzw. die von Facebook-Freunden abspielt oder auch anzeigt, ob die Facebook-Freunde gerade bereit für ein Gespräch sind und wen man demnächst mit einem Portal-Geburtstagsständchen überraschen sollte.

Hey, Portal!

Wer sich bei der Überschrift an Amazons charmante Sprachassistentin Alexa erinnert fühlt, liegt nicht falsch, wenn auch leicht daneben. Denn die Portal-Sprachsteuerung basiert auf einer Facebook-Eigenentwicklung, dank derer man auf Zuruf und natürlich auch per Touch entsprechende Kontakte anrufen kann. Alexa indes wohnt den neuen Displays von Facebook in ihrer außerhalb von Echo-Geräten gewohnten Diät-Version inne. Damit ist es zumindest möglich, das Wetter zu checken, Sportergebnisse abzurufen, Smart-Home-Anwendungen zu kontrollieren oder auch Lebensmittel zu bestellen. Und da man die Portal-Displays auch über Amazon kaufen kann, könnte es gut sein, dass Portal irgendwann Alexa den Sprachbefehl gibt, sich selbst nochmals zu ordern.

Weiter mit Facebook-Videos

Nicht nur in Sachen Videotelefonie hat sich Facebook mit Portal einiges einfallen lassen, wenn wohl auch manches ausgelassen wurde – beispielsweise die Integration von Instagram. Auch wenn es um die Einbindung von Videos und die damit verfolgte Bindung von Nutzern an die Plattform geht, setzt das soziale Netzwerk alles daran, die Bewegtbilder in sein Marketingkonzept einzubinden. Zu diesen Tools zählt beispielsweise die neue Premieren-Funktion, dank derer Videos, die schon vorher produziert wurden, als Live-Moment auf allen Facebook-Seiten veröffentlicht werden können. Ein kleiner Etikettenschwindel, der darauf abzielt, den Zuschauern die Filme aus der Konserve als Live-Übertragungen zu verkaufen.

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Ein weiteres Videotool, das nun ebenso wie Premieren überall auf der Facebook-Welt verfügbar ist, stellen die Video-Umfragen dar, die bereits Anfang des Jahres für Streams getestet worden waren. Nun sind sie auch für Live- und On-Demand-Videos verfügbar, denn, so Facebook, „lassen sich live Stimmungsbilder einfangen, die eigenen Zuschauer besser verstehen und Diskussionen anregen.“

Portal from Facebook

Geplaatst door Facebook op Vrijdag 5 oktober 2018

Autor: MB

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