Blickwinkel

Product Hunt startet Empfehlungsportal „YourStack“

Trends und Innovationen

Seit die Tech-, App- und Gadget-Plattform Product Hunt 2013 online ging, entwickelte sie sich mehr und mehr zur führenden Entwickler- und Start-up-Community. In den letzten gut acht Jahren wurden hier mittlerweile mehr als 150.000 Produkte vorgestellt, von Millionen von Usern gesehen und für gut oder schlecht befunden.

Nun geht Product Hunt einen Schritt weiter in Richtung Social Media und führte jüngst YourStack ein. Für Product-Hunt-Gründer Ryan Hoover eine konsequente Weiterentwicklung der Tech-Plattform hin zu einer Gadget-Pinnwand, auf der jeder User posten kann, welche Tools und virtuellen Tricks er im Alltag nutzt. Die Bandbreite reicht dabei von Streaming-Spinbiking-Kursen über Bildbearbeitungssoftware bis hin zu Meditations-Apps und Bürostühlen von Ikea.

Der Product Graph

Für Ryan Hoover füllt YourStack letztlich eine Lücke, die zwischen den größten sozialen Netzwerken klafft. Während nämlich Social Media wie Facebook, Instagram oder Twitter und Services wie Slack, Spotify und Foursquare in der analogen Welt bereits existierenden Themen ins Digitale verlängern, gab es ein solches Format in Sachen Tech-Produkte bisher nicht.

Dieser „Product Graph“ will YourStack jetzt werden – eine digitale Schnittstelle für alle, die ihre neuesten Gadgets, Apps, Tech-Tricks- und Tools mit der Community teilen wollen. Und zu einem guten sozialen Netzwerk gehört natürlich auch ein News-Feed, der die Follower eines Accounts mit dessen neuesten Nachrichten versorgt.

Dabei sind prinzipiell alle Produkte erlaubt, die irgendeinen Lebensbereich durch einen digitalen oder Early-Adopter-Mehrwert bereichern. Verpönt und nicht willkommen sind auf YourStack kurz gesagt all jene Posts und Kommentare, die andere Plattformen bereits zu Hauf fluten, also Hasstiraden, Selfies und Neuigkeiten darüber, wie die Welt von der obersten Stufe der beruflichen Karriereleiter aus betrachtet aussieht. Bei YourStack soll es ausschließlich um Produkte, deren Vorstellung und um die Beschreibung der eigenen Erfahrungen damit gehen. Und um deren Stapeln, Schichten, Sammeln und Teilen. Dafür nämlich steht letztlich der Sammelbegriff „Stack“.

Produkte und Personality

Um der neuen Produkt-Plattform gleich zu Beginn Geltung und Credits zu verschaffen, legten bereits einige Tech-Größen ihr Profil an, unter anderem der ehemalige Tinder-Produktchef Brian Norgard. Ihre Präsenz soll dabei helfen, YourStack schnell zu einer Art Yelp ausschließlich für Produkte zu machen. Auf dem Empfehlungsportal können sich dann beispielsweise Hersteller selbst oder eben auch andere Produkt-erfahrene User als helfende Hände in ihrer Tech-Nische etablieren.

Für die Hersteller jedenfalls kann YourStack eine Plattform sein, auf der sie in engen Kontakt mit Nutzern und Kunden kommen und daraus wiederum wertvolle Learnings für ihr Produktmarketing ziehen können. Und das einfach auch dadurch, dass sie beobachten, welche konkreten Fragen auf der Plattform gestellt und welche Antworten durch andere Nutzer gegeben werden.

Am Ende soll die Kombination von Kommentaren, Produkten und Persönlichkeiten dazu führen, dass man nicht nur neue Gadgets, Apps und andere Tech-Novitäten entdeckt, sondern auch lernt, wie man diese noch besser benutzen und effizienter einsetzen kann.

Dazu kann man Freunden oder auch Experten folgen und natürlich auch seine eigene Community auf YourStack aufbauen. Hinzu sollen dann auch bald so genannte Collections kommen. Das sind Listen, die wiederum in bestimmte Kategorien unterteilt werden. Auf diese Weise lassen sich laut Ryan Hoover die besten Produkte der Welt und entsprechende Reviews und Tipps noch besser katalogisieren, kuratieren und personalisieren. Am Ende aber könnte es die Menge der Stacks sein, die darüber entscheiden, ob man ein Produkt kauft oder sich für ein anderes entscheidet.

Die Gefahr gefälschter Bewertungen

Geht man heutzutage womöglich noch auf Amazon, um dort Produkt- und Preisrecherche zu betreiben und sich durch unzählige (nicht selten gefälschte) Kundenbewertungen zu wühlen, soll diese Rolle bald YourStack zukommen – nur eben ganz ohne Fake Reviews von Produkten.

Um gekaufte Produktbewertungen schnell zu erkennen und zu löschen oder besser noch, erst gar nicht auf YourStack veröffentlichen zu lassen, haben sich der Product-Hunt-Erfinder Ryan Hoover und sein Team einiges einfallen lassen.

So wird beispielsweise eine Software eingesetzt, die bereits auf Product Hunt nach Spam, falschen Accounts und anderen betrügerischen Aktivitäten Ausschau hält. Zudem kann man aktuell nur einen YourStack-Account anlegen, wenn man bereits ein Twitter-Konto hat. Das soll vor allem Fake Accounts entgegenwirken.

Autor: MB

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