Blickwinkel

Schöner ankommen mit der Deutschen Bahn

Trends und Innovationen

Endlich ist Tina Müller am Ziel ihrer Träume angekommen. Klar, Vorstandsvorsitzende von Douglas ist ein toller Job, aber wir reden vom Beauty-Zug. Vergangene Woche hat er seine Jungfernfahrt angetreten, der Beauty-ICE von Douglas und der Deutschen Bahn. Davon hat die Powerfrau schon letzten November bei ihrem Amtsantritt gesprochen. Gut möglich, dass dieser sogar Grund für ihren Jobwechsel war – im Opel mal eben die Beine lang machen für eine Pflegebehandlung, inklusive Make-up-Auffrischung, ist ja auch nicht wirklich realistisch.

Traumhaft schön

Nun hat sie ihren Traum auf die Schienen gebracht. Zumindest für eine Pilotphase, auf ausgewählten Fahrten. So soll der Beauty-Waggon beispielsweise im Juli zur Fashion Week nach Berlin und im September, beziehungsweise Oktober, zum Münchner Oktoberfest zuckeln. Reisende der ersten wie zweiten Klasse können sich dann ohne Aufpreis und Voranmeldung von Beauty-Artists mit Reinigungs- und Pflegebehandlungen verwöhnen lassen. Auch die Hautanalyse oder eine Express-Typberatung sind im Fahrkartenpreis inbegriffen. Wir stellen uns lange Warteschlangen vor, die den ganzen Zug durchlaufen. Monate im Voraus reservierte Fahrkarten für die erlesenen Schönheitsfahrten. Wenn nicht gar ungeahnte Schwarzmarktpreise für diese ausgewählten Trips. 

Pilotphase bis Ende des Jahres

Wobei unser Tipp an Frau Müller, beziehungsweise DB-Marketingvorstand Michael Peterson, wäre, die Beauty-Behandlungen auf der Rückfahrt vom Oktoberfest anzubieten. Vielleicht lassen sich diese Extratouren ja noch in den Fahrplan integrieren – wenn deutlich wird, wie bahnbrechend dieser Service angenommen wird. Bis Ende des Jahres wollen DB und Douglas die Resonanz auf das Gemeinschaftsprojekt erst einmal testen.

Wir sind uns jetzt schon sicher, dass die Aktion ein voller Erfolg wird, den Frau Müller in vollen Zügen genießen dürfte. Kann sie sich doch als Vorreiterin einer geradezu genialen Idee feiern. Obwohl, nicht ganz. Bereits vor 40 Jahren rollten zeitweise mobile Friseursalons mit der Deutschen Bahn durch die Republik. Aber vielleicht reichte damals die Kurzstrecke nicht aus für eine zünftige Dauerwelle. Der Douglas-Beauty-Waggon aber wird bestimmt nicht nur ein flüchtiger Trend, sondern ein Dauerbrenner werden.

Werbeindustrie wird auf den Zug aufspringen

Und wir sind uns sicher, dass die Werbeindustrie auf diesen Zug aufspringen wird. Große Marken und bedeutende Medien werden ebenfalls tolle Gemeinschafts-Aktionen mit der Deutschen Bahn ins Rollen bringen wollen. So wird der Bauer-Verlag bestimmt nicht lange zaudern, Ralf Bauer im Namen der Zeitschrift Happinez als Meditationslehrer ins Rennen zu schicken (erleuchtet ankommen!). Oder ein großer Partnervermittler wird die Gelegenheit ergreifen, bei 180 Sachen Speeddatings durchzuführen, die es in sich haben (verliebt ankommen). Auch für einen Crash-Bachelor-Studienabschluss (schlauer ankommen) lässt sich bestimmt ein zahlungskräftiger Kunde finden (Kleiner Tipp der Redaktion: Mal in Cambridge oder Oxford anfragen!). Falls die nicht wollen, greift womöglich auch die F.A.Z. gerne zu. Apropos Bachelor: Wie wäre es mit einer Blitztrauung im Las-Vegas-Stil? Als Trauzeugen-Testimonials kämen bei entsprechender Entlohnung vielleicht sogar Jörg Pilawa oder Thomas Ohrner mit an Bord (verheiratet ankommen, also nicht die beiden Herren miteinander). Vielleicht eine verlockende Werbeaktion für Ferrero Küsschen oder Mon Cherie?

Autor: KS

Verwandte Artikel
Diskutieren Sie über diesen Artikel
Required for comment verification
0 Kommentare