Blickwinkel

Snapchats globale Großoffensive

Trends und Innovationen

Snapchat startet eine globale, strategische Großoffensive zur Reichweitensteigerung – und ein Partnerprogramm für Augmented Reality (AR) mit deutschen Werbeagenturen.

AR-Kampagnen auf die Sprünge helfen

Bei dem „Lens Creative Partner Programm“ handelt es sich laut Horizont um eine spezielle AI-Schulungs- und Zertifizierungsoffensive für welches sich in einer ersten Workshop-Runde sieben Agenturen qualifiziert haben: Jung von Matt, TLGG, DDB, PUK, Demodern, Headraft sowie [m]Studio. Doch nicht nur deutsche Werber sollen mit dem Partnerprogramm in AR-Tiefen hereingezogen werden – auch in den USA, Großbritannien, Frankreich, Australien, Nordafrika und im Nahen Osten wurde auf diese Weise bereits das Thema AR für Werbekampagnen verklickert. Erfahrene AR-Designer sollen hierbei Werbungtreibenden bei ihren AR-Kampagnen auf Snapchat auf die Sprünge helfen. Weitere Partner in Deutschland sollen folgen.

Kreative Features monetarisieren

Schließlich will, und muss, Snapchat mit seinen Filter-Features Geld verdienen. Bereits 2016 wurden diese über eine Programmierschnittstelle auch für Werbekunden geöffnet. Mit dem Feature „Augmented Trial Lens“ können nun virtuelle Inhalte mittels Smartphone-Kamera in die reale Umwelt projiziert werden und als Anzeige angezeigt werden – im Discover-Bereich oder zwischen zwei Stories. Als erster deutscher Werbekunde bewarb BMW Ende 2017 seinen X2-Crossover-SUV mit diesem AR-Feature. Adidas zog zur WM 2018 nach. Ob den DACH-Verantwortlichen bei Snapchat die Begeisterung der Marken für die Möglichkeiten dieser Technologie zu zögerlich sind? „Dies ist eine riesige Chance für Werbetreibende und wir wollen es einfacher machen, diese Chance zu nutzen,“ zitiert Horizont Marianne Bullwinkel, DACH-Chefin des App-Konzerns.

Überzeugungsarbeit für tolle Werbemöglichkeiten

Bereits Ende 2017 gab Snapchat Werbungtreibenden hierzulande einen kleinen gemailten Anschubser, der in nackten Zahlen veranschaulichte, wie toll die Foto-App als Werbeplattform ist. Denn bis dato waren es vermehrt internationale, beziehungsweise US-Firmen, die dort begeistert warben – auch in Deutschland. So war das Werbeformat „Sponsored Lenses“ bei US-Werbekunden bereits 2015 überaus erfolgreich. Satte 100 Millionen US-Dollar wurden allein in dem Jahr für Filter bezahlt, mit denen Nutzer ihre Selfies verfremden konnten.

Strategische Großoffensive

Dass Snapchat es Vermarktungs- und Reichweitentechnisch noch einmal wissen will, zeigt eine Anfang April kommunizierte Großoffensive. So legte der Konzern eine detaillierte Strategie vor, wie die App zu einer größeren, reichweitenstarken Plattform ausgebaut werden soll, auf der Nutzer noch mehr Zeit verbringen. Mit neuen Kamera-Features, Videoformaten und Spielen soll vor allem eine junge Zielgruppe geködert werden. Darüber hinaus soll die Sichtbarkeit der App vergrößert werden. Dazu öffnet Snapchat seine Pforten für Apps von Drittanbietern und kooperiert beispielsweise mit Tinder, Netflix, Amazon, Shazam oder Giphy. Auch für Werbekunden ist ein schönes Schmankerl dabei: So sollen künftig Anzeigen auch außerhalb der Snapchat-App ausgespielt werden.

Es wird also nochmal spannend im Bereich Social Media, allen voran für die Facebook-Gruppe. Die Konkurrenz schläft nicht.

Autor: KS

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