Blickwinkel

Spotify ermöglicht Podcast-basiertes Targeting

Trends und Innovationen

Ab sofort können Werbetreibende bei Spotify ihre Anzeigen auf Grundlage von Podcasts schalten, die die Nutzer der werbefinanzierten Version hören. So ermöglicht „Podcast Listener Targeting” Vermarktern die gezielte Ansprache von Spotify-Hörern bestimmter Podcast-Kategorien, wie Business & Technologie oder Lifestyle & Gesundheit.

Relevante Zielgruppen in Nischen-Communities

Über ein Verfahren namens Streaming-Intelligence identifiziert das Feature Nutzer ohne Abo, die Podcasts gehört haben. Neben der Zielgruppenauswahl nach Alter, Geschlecht, Standort und Gerät, bieten die Podcast-Daten somit Hinweise auf konkrete inhaltliche Interessen. Neben den Daten über Genre- oder Playlist-Vorlieben der Spotify-Hörer ist dieses Wissen ein besonders wertvolles Pfund für das seit einem Jahr an der New Yorker Wall Street notierte Unternehmen. Es erleichtert Werbetreibenden das Erreichen relevanter Zielgruppen und könnte sich auch als probates Tool für die Ansprache von Neukunden erweisen. Satte 123 Millionen Menschen nutzen monatlich die Gratis-Version der Nummer eins des Musikstreamings.

Lukrativer Umsatzgenerator

Die Podcast-Ads werden wie die herkömmlichen Musik-Ads zwischen Musiktiteln für die Nutzer ohne Spotify-Abo eingefügt. Aufgrund der passgenauen Ausrichtung auf inhaltliche Interessen dürften sie aber um einiges lukrativer sein als Musik-Targeting. Laut der Fachzeitschrift Internet World ist die neue Targeting-Option „der erste Hinweis darauf, dass Spotify seine wachsenden Podcast-Aktivitäten nutzen will, um Anzeigen aufzuwerten und mehr Umsatz zu generieren“. Nach einem Testlauf mit Samsung und dem Technologiekonzern 3M wird die neue Targeting-Funktion aktuell in zehn Ländern ausgerollt. Neben Deutschland auch in den USA, Kanada, Mexiko, Brasilien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Australien.

Test-Pilot sprachbasierte Audio-Spots

Bereits im Mai startete Spotify mit Unilever einen Test-Piloten zu sprachbasierten Audio-Spots. Damit können Spotify-Hörer mit aktiviertem Mikrofon während einer Audio-Werbung durch Sprachbefehle bestimmte Aktionen wie das Abspielen einer kuratierten Playlist, inklusive Werbeeinblendungen, ausführen.

Selbsternannte Trendforscher

Doch nicht nur diese beiden Maßnahmen zeigen die große Bedeutung der Werbevermarktung für den Musik-Streamer. Mit der erstmaligen Publikation des „Culture Next Trends Report" wollen die Schweden Marketern verklickern, wie (und wo) sie die Generation Z und Millennials erreichen. So hat Spotify mit Unterstützung der Forschungsagentur Culture Co-op anhand der Insights durch das Hörverhalten seiner Nutzer laut eigenem Bekunden globale Trends für die nächste Generation identifiziert. Die fünf Trends sowie ein dazugehöriges Whitepaper finden sich unter Spotify for Brands. Beherzigen Marken diese, erhalten sie dadurch „die einzigartige Gelegenheit, sich an der Seite von neuen kulturellen Trends zu positionieren und Nutzer mit relevanten Botschaften im richtigen Kontext anzusprechen“ – auf Spotify, natürlich.

Verbleib in der Verlustzone

Einen Umsatz-Push könnte Spotify auch gut gebrauchen. Trotz über 200 Millionen aktiver Nutzer und 100 Millionen zahlender Abo-Kunden verzeichnete der 2006 gestartete Streaming-Service im ersten Quartal 2019 Verluste in Höhe von 142 Millionen Euro. So wird es sich der weltgrößte Musik-Streamer laut eigenen Angaben auch dieses Jahr in der Verlustzone gemütlich machen. Grund dafür: Das Firmenwachstum durch Abonnentenausbau und Zukäufe hat weiterhin oberste Priorität.

Autor: KS

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