Blickwinkel

#Trashtag - Müllsammel Challenge geht viral

Trends und Innovationen

Als „der sinnvollste Hashtag, seitdem es Hashtags gibt“ bezeichnete das Magazin Business Punk den aktuell wie ein Lauffeuer im Social Web kursierenden Hashtag #Trashtag.

Gelangweilte Teenager mobilisieren

Obwohl nicht komplett neu, kam dieser Hashtag jüngst durch einen Instagram-Post des englischsprachigen Inhalteanbieters „thescientistfacts“ richtig in Fahrt. Der Post ruft eine neue Challenge „für alle gelangweilten Teenager“ aus und zeigt auf einem Foto in „Vorher/Nachher“-Manier im ersten Foto einen Mann inmitten Bergen von Müll. Im zweiten Foto steht der Mann in derselben sauberen Landschaft hinter einer Armee grüner Müllsäcke. Die Aufgabe für die knapp eine Million Instagram-Abonnenten des Kanals ist klar umrissen und trifft offenbar den Zahn der Zeit: „Mach ein Foto von einem Gebiet, das dringend aufgeräumt werden muss, fotografiere das Ganze nochmal, nachdem du aufgeräumt hast und poste es dann.“

Web voller Mülltüten

Noch am selben Wochenende türmten sich im Social Web unter besagtem Hashtag unzählige Vorher/Nachher-Fotos von heldenhaften Aufräumern und ihren guten Taten. Auch die Hashtag-Abwandlungen #trashchallenge und #trashtagchallenge sammelten ähnlich viele lobenswerte Aktionen. Online-Plattformen kürten die besten Aktionen und diverse Umweltorganisationen griffen die Posts auf und befeuerten ihre virale Ausbreitung. Sogar ganze Nationen wurden zum Aufräumen mobilisiert.

Weltweit posteten Internetnutzer Fotos von aufgeräumten Landschaften oder verabredeten sich im Social Web zu Aufräumaktionen. Zwar hielten sich nicht alle der umweltfreundlichen Nutzer an das Vorher/Nachher-Schema und das eine oder andere Foto mag auch recycelt worden sein, aber angesichts dieser guten Taten sei hier ein Auge zugedrückt. Hauptsache, die Aktion geht viral.

Vorläufermodelle

Erdacht, beziehungsweise ins Leben gerufen, wurde der Hashtag #trashtag übrigens bereits 2015 von dem amerikanischen Outdoor-Ausrüster UCO, um eine ähnliche Aufräum-Aktion zu organisieren: Bis Oktober 2016 sollten auf diese Weise 10.000 „pieces of trash“ eingesammelt werden. Ob das seinerzeit geklappt hat, ist nicht überliefert aber spätestens jetzt sollte dieses Ziel tausendfach erreicht worden sein. Bereits Anfang dieses Jahres nutzen diverse Umweltorganisationen die #10yearchallenge, um Umweltschäden anzuprangern – anstatt, wie angedacht, zwei Personenfotos mit einem Zeitabstand von 10 Jahren zu posten. Die erschreckenden Fotos von abgeholzten Tropenwäldern, verschwindenden Gletschern und schmelzenden Eisbergen rüttelten sogar den einen oder anderen Promi auf. Ein und derselbe schmelzende Eisberg hatte es seinerzeit sowohl Heidi Klum als auch Mesut Özil so angetan, dass sie via Instagram beziehungsweise Twitter identische Posts veröffentlichten.

Social Web als Umweltschutz-Strategie

Das Social Web für den Umweltschutz zu instrumentalisieren, steht heutzutage auf dem Strategieplan fast aller Umweltorganisationen. Doch richtig viral gehen wohl nur die wenigsten Kampagnen. Selbst beim Aufmerksamkeits-Meister Greenpeace zerbricht sich täglich ein riesiges Social Media Team den Kopf darüber, wie es die Webcommunity wachrütteln und für ihre Belange mobilisieren kann. Legendär war vor ein paar Jahren die Greenpeace` Gamification-Kampagne „Volkswagen – The Dark Side“, die im Spiel-Modus über die CO2-Lobby des Automobilherstellers informierte und eine Petition gegen diese Machenschaften aufsetzte.

Autor: KS

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