Blickwinkel

US-Start für Facebook Pay

Trends und Innovationen

In den USA hat Facebook sein neues Bezahlsystem eingeführt. Mit Facebook Pay können Nutzer Freunden Geld überweisen, In-App- sowie ausgewählte Marketplace-Käufe tätigen oder an Organisationen spenden.

Noch einfacher Geld ausgeben

Das konnten sie zwar vorher auch schon, aber mit Facebook Pay soll das Ganze noch viel einfacher und komfortabler werden; sprich weniger Getippe beziehungsweise Eingelogge. Außerdem soll sich der neue Service in und zwischen allen Konzern-eigenen Apps wie Facebook, Messenger, Instagram und WhatsApp nutzen lassen. Zum US-Start ist es aber vorerst auf Facebook selbst und den Messenger beschränkt. Geplant ist, den Bezahldienst auch auf andere Länder und weitere Bezahlmöglichkeiten auszuweiten. Wann Facebook Pay in Deutschland an den Start gehen wird, wurde noch nicht kommuniziert.

Alles safe, for sure!

Für die Sicherheit seines Bezahldienstes setzt Facebook auf Verschlüsselung und ein System zur Erkennung ungewöhnlicher Aktivitäten. Das will man hoffen, denn mit dem Thema Datensicherheit hatte der Konzern (genau wie mit dem Datenschutz) in der Vergangenheit so einige Baustellen. Glücklicherweise baut Facebook Pay auf einer „bestehenden Finanzinfrastruktur und Partnerschaften auf“, wie der Konzern in einer entsprechenden Pressemitteilung verkündet. So arbeitet Facebook

bei der Abwicklung der Payment-Prozesse mit Partnern wie PayPal und Stripe zusammen. Das Bezahlsystem wird im Einstellungsbereich der Facebook- oder Messenger-Anwendungen verfügbar sein und neben den Services der Micropayment-Partner die meisten Debit- und Kreditkarten unterstützen.

Libra ist außen vor

Der Service sei unabhängig von der Calibra-Wallet, die bei der Abwicklung seiner geplanten Kryptowährung Libra genutzt werden soll, betont der Konzern. Wohl auch besser, denn die geplante hauseigene Digitalwährung stößt derzeit auf breiten Widerstand. So hatte sich vor kurzem auch Facebook Pay Partner PayPal aus dem geplanten Libra-Projekt zurückgezogen – wie andere Finanzdienstleister auch.

Fintech-Wettkampf der Online-Giganten

So backt das Social Network mit Facebook Pay erst einmal kleinere Brötchen. Schließlich ist ein Messenger-Bezahldienst ja auch keine Raketenwissenschaft. Bereits 2013 startete das chinesische WhatsApp-Pendent WeChat eine eigene bargeldlose Bezahlmethode. Ein Jahr später ging dann Apple Pay in den USA an den Start und GAFA-Kollege Google zog im September 2015 auf dem amerikanischen Markt nach. Warum es bei Facebook so lange gedauert hat, lässt sich vielleicht mit dem Libra-Geplänkel erklären. Falls sich dieses weiterhin als zäh erweist, könnte Facebook umschwenken und Googles neuesten Finanzservice-Coup kopieren: Gerade sickerte durch, dass der Tech-Gigant seinen Kunden im kommenden Jahr eigene Girokonten anbieten will. Dafür kooperiert der Konzern mit der Citigroup Bank und einer lokalen Kreditgenossenschaft aus Stanford. Abgesehen davon, dass Google gar keine Bankenlizenz besitzt, überlasse der Konzern laut Spekulationen des Wall Street Journal das eigentliche Geschäft den Banken, weil sein wahres Interesse auf die Daten zum Zahlungsverhalten seiner Nutzer abziele.

Derartige Infos müssten doch auch für Mark Zuckerberg verlockend sein. Wir sind gespannt, wer im Fintech-Wettkampf der Tech-Riesen demnächst das Siegerpodest besteigen wird.

Autor: KS

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