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Videos, global und in voller Länge betrachtet

Trends und Innovationen

Schaut man sich die Zahlen des Ooyala Global Video Index für das erste Quartal 2018 an, wird schnell klar, dass keiner mehr in die Röhre schauen muss. Vielmehr wollen das ja viele – am liebsten frisch aus dem Streaming und mit einer Laufzeit von 20 Minuten und länger. Vor allem aber weist ein starker Trend hin zum Videokonsum über mobile Endgeräte. 43 Prozent aller online geschauten Filmchen gingen in Q1 2018 über die Screens von Smartphones, während 13 Prozent auf Tablets entfielen.

Ooyala Global Video Index Q1

(Quelle: Ooyala Global Video Index Q1 2018)

Verglichen mit dem Vorjahresquartal, so der Bericht der Videoanalysten von Ooyala, stieg die Anzahl der insgesamt auf mobilen Endgeräten geschauten Videos in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 1,8 Prozent und lag damit bei 58 Prozent. Betrachtet man bestimmte Regionen separat, ergibt sich wiederum ein anderes Bild: So betrug der Videokonsum in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) über mobile Endgeräte für das erste Quartal 2018 zwar auch 58 Prozent, doch betrug die Wachstumsrate verglichen zum ersten Quartal 2017 hier stolze 22 Prozent. Schaut man gar zwei Jahre zurück, beträgt das Plus 39 Prozent.

In Asien wiederum schauten sich die Befragen 47,8 Prozent aller Online-Videos über Smartphone und Tablets an. In den ersten drei Monaten 2017 waren es noch 52,3 Prozent. In den USA schließlich lag der Videokonsum via mobile Endgeräte im ersten Quartal 2018 bei 56,6 Prozent (plus 9 Prozent zum Vorjahreszeitraum und plus 18 Prozent im Vergleich zu 2016), in Südamerika bei 59,5 Prozent, der höchste jemals gemessene Stand für den Teilkontinent.

Die Länge macht den Unterschied

Dass sich die mobilen Endgeräte mittlerweile auch als einer der häufig genutzten Screens für Streaming-Videos etabliert haben, steht angesichts der Zahlen aus dem Global Video Index Q1 2018 von Ooyala außer Frage. Doch, wie verhält es sich eigentlich mit der Länge der konsumierten Videos? Welche Formate sind hier die beliebtesten und über welche Geräte werden diese geschaut?

Videos mit Längen von mehr als 20 Minuten sind mit 54 Prozent die am meisten geschauten Formate. Damit liegen die Longplayer bereits zum dritten Mal innerhalb der letzten fünf Quartale über der Marke von 50 Prozent. Die Studienteilnehmer verbrachten 99 Prozent ihrer Fernsehzeit mit dem Schauen dieser langen Videos vor Connected TV. Bei Tablets waren es 75 Prozent, bei PC/Laptops und bei Smartphones je 55 Prozent.

Videolänge Smartphones

(Quelle: Statista)

Für das Schauen von Videos in Medium-Länge (5-20 Minuten) investierten die Befragten jeweils unter 10 Prozent ihrer Zeit, um diese auf Smartphones, Tablets und PC/Laptops zu schauen. Kurze Videos, die nicht länger als 5 Minuten laufen, sicherten sich 38 Prozent der Zuschauerzeit. Denselben Anteil machte die Sehzeit auf PC/Laptop aus. Tablets lagen mit 24 Prozent deutlich dahinter.

Bis zum Ende durchschauen

Schaut man sich das Laufzeit-Ranking der konsumierten Videos an, stellt sich gerade Vermarktern und Werbetreibenden die Frage, ob, wie oft und wann die Zuschauer abgesprungen sind bzw. das Video bis zum Ende geschaut haben. Auch hier liefert der Global Video Index Q1 2018 interessante Einblicke in das Konsumverhalten aller Video Addcits. Am ehesten tendierten die Konsumenten der Video-Longplayer (+20 Minuten Laufzeit) dazu, die Filmchen bis zum Ende zu sehen. 71 Prozent der gesamten Sehzeit wurden lange Videos auf PC/Laptops nicht vorher abgebrochen. Bei Tablets waren es 61,3 Prozent und auf Smartphones 56,6 Prozent.

Andere Zahlen hingegen finden sich bei den Ultra-Langspielern. Videos mit Längen von 40 Minuten und mehr wurden zu 59,3 Prozent der gesamten Sehzeit auf PC/Laptops bis zum Ende geschaut. Tablets (51,3 Prozent) und Smartphones (45,4 Prozent) lagen leicht dahinter.

Mobile only auch fürs Mediale

Da immer mehr Menschen praktisch ausschließlich mit mobilen Endgeräten online gehen, wachsen damit natürlich auch die Aussichten darauf, dass der Videokonsum über Tablets und Smartphones ebenso steigen wird – wenn auch global betrachtet nicht im selben Tempo. Beispielsweise gehen in den Schwellenländern Indien und Indonesien über zwei Drittel und in Brasilien über ein Viertel der User ausschließlich mobil online, während es in Frankreich gerade einmal 6 Prozent, in Großbritannien und Kanada 8 Prozent und in den USA immerhin schon 12 Prozent sind.

Ooyala Global Video Index Q1_02

(Quelle: Ooyala Global Video Index Q1 2018)

Wer profitiert vom Mobile Shift?

Je mehr Zeit wir als User mit einem mobilen Endgerät in der Hand auf bestimmten Seiten oder Plattformen verbringen, desto weniger halten wir uns mit anderen Geräten – also vor allem PC/Laptops – auf wiederum anderen Seiten und Plattformen auf. Schließlich hat ein Tag nur 24 Stunden und wir mitunter auch andere Dinge zu tun als online zu sein.

Je stärker sich also unsere Aufmerksamkeit auf unsere Tablets und Smartphones konzentirert und je länger wir auf den Social Media wie Facebook, YouTube, Twitter, Instagram und Snapchat verbringen, desto größer ist die Chance, dass uns die eine oder andere personalisierte Werbung erwischt. Umso weniger erstaunlich erscheinen in diesem Zusammenhang entsprechende Zahlen des Kleiner Perkins Internet Trends Report 2018. Deutlich erkennen lässt sich nämlich auch hier eine Bewegung hin zu Mobile, nicht nur in Sachen Videokonsum.

Kleiner Perkins Internet Trends Report 2018

(Quelle: Kleiner Perkins Internet Trends Report 2018)

Kleiner Perkins Internet Trends Report 2018_02

(Quelle: Kleiner Perkins Internet Trends Report 2018)

Da passt es doch fast wie die Faust aufs Selfie, dass Instagram mit mittlerweile weltweit einer Milliarde Nutzern den Launch seiner App IGTV ankündigte. IGTV steht (natürlich) für Instagram TV und kann sowohl als Standalone-App wie auch über die Instagram-App als solche genutzt werden. Die Anwendung ist praktisch für Videos maßgeschneidert worden. Zudem fällt mit der IGTV-App die bisher auf Instagram geltende zeitliche Begrenzung von maximal einer Minute. So können künftig veritable Longplayer von bis zu einer Stunde Laufzeit hochgeladen und geteilt werden. Passt irgendwie zum in den anderen Abschnitten skizzierten Trend hin zum weltweiten Konsum von immer längeren Videos. Zudem eröffnet IGTV Content-Kreativen eine ganz neue Plattform und – wer weiß – langfristig vielleicht sogar eine Alternative zu YouTube.

Autor: MB

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