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Visual Search Studie: Mit Bildern sucht man besser

Trends und Innovationen

Bilder sagen mitunter mehr als Worte, doch finden Bilder auch mehr als Worte – egal ob diese Worte nun geschrieben oder gesprochen werden? Noch nicht, lautet die Antwort. Auch wenn sich Visual Search im Sinne der Online- und Mobile-Suche über das Hochladen bzw. Scannen von Bildern, die dann über eine Suchmaschine oder eine andere Künstliche Intelligenz mit den in den Datenbanken vorhandenen Bildern abgeglichen wird, immer mehr zu einer echten Alternative zur text- oder auch sprachbasierten Suche mausert.

Was aber ist Stand der Dinge bei Visual Search und wie steht es um die Akzeptanz seitens der Konsumentinnen und Konsumenten? Diesen Fragen ist das Beratungsunternehmen elaboratum in seiner Studie „Visual Search Revolution: Ein Hype oder das nächste große Ding?“ nachgegangen.

Bildersuchergebnisse mehr als befriedigend

Betrachtet man die Ergebnisse zunächst im Gesamten, kommt Visual Search als Alternative oder Ergänzung zur Suche über eingegebene oder gesprochene Suchbegriffe recht gut weg. Mit 52 Prozent nämlich ist es etwas mehr als die Hälfte der Visual-Search-Suchergebnisse, die von den Befragten als positiv bewertet wird. Knapp über zwei Drittel der Umfrageteilnehmer finden die visuelle Suche sogar einfacher als die Recherche via Worte und Sprachbefehle. 50 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Visual Search exaktere Ergebnisse als die text- oder sprachbasierte Suche liefert. Und drei Viertel der Studienteilnehmer können sich vorstellen, Visual Search anzuwenden. Ob ausschließlich oder als Ergänzung zu anderen Formen der (Produkt)-Suche, wissen wir leider nicht.

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Abhängig von der jeweiligen Visual-Search-„Vorbildung“, wie auch vom Alter, Geschlecht und dem Grad der Nutzer-Erfahrung, variiert die Akzeptanz der visuellen Suche.

Veteranen der Visual-Seach beispielsweise bewerten die Suchergebnisse zu 68 Prozent positiv und Männer sind der visuellen Suche gegenüber generell bzw. zu 14 Prozent wohlwollender eingestellt als Frauen. Wer die weiteren und bereits heute wahrscheinlich wahren Fans von Visual Search sind, fasst elaboratum wie folgt zusammen: „Wie die Studienergebnisse zeigen, sind Nutzer mit hoher Internet-Affinität, Smartphone-Power-User und die Zielgruppe der unter 20-Jährigen von der Visual Search-Technologie besonders begeistert.“

Google begeistert, Amazon enttäuscht

Der Blick auf das Ranking der größten Anbieter von Visual Search und die hinter der visuellen Suche steckenden Technologie birgt zumindest hinsichtlich des ersten Platzes keine Überraschung: Mit 62 Prozent sichert sich Google (bzw. Google Lens) den obersten Platz auf dem Treppchen. Sehr dicht dahinter schiebt sich der britische E-Commerce-Riese Asos, der auf die Bilderkennungslösung ViSenze setzt, auf den zweiten Platz. Die Bronzemedaille sichert sich mit 57 Prozent der deutsche E-Commerce-Platzhirsch Zalando, dessen Bildersuche auf Cortexica-Technologie basiert.

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Erst ein gutes Stück weit hinter Pinterest, das mit Lens und 56 Prozent noch in den Top 5 der besten Visual-Search-Anbieter rangiert, taucht Amazon auf. Nur 42 Prozent der Befragten empfinden die visuelle Suche auf der Plattform des US-E-Commerce-Giganten als die beste. Diese Technologie ist übrigens schon bei Snapchat im Einsatz. Und das bereits seit September 2018. Seither nämlich können Snapchat-User einfach den Finger auf den Snapchat-Kamera-Auslöser legen, ein Objekt oder einen Barcode erfassen und schon erscheint der Amazon-Einkaufswagen mit dem entsprechenden Angebot.

Auch Facebook will Visual Search werden

Das weltweit größte soziale Netzwerk hinkt ja bereits mit seinem E-Commerce-Versuch Marketplace leicht bis schwer hinterher. Um aber wenigstens in Sachen Visual Search von Anfang an dabei zu sein, legte Facebook sich jetzt das Künstliche-Intelligenz-Starup GrokStyle Inc. in den Einkaufswagen. Die Technologie der AI-Könner bereichert bereits die IKEA-App. Dabei reicht es, ein Möbelstück mit der Kamera und der App zu erfassen. Kurz darauf erhält man entweder ein ähnliches bzw. dazu passendes oder sogar dasselbe Möbelstück als Kaufvorschlag. Natürlich will Facebook mehr als nur Visual Search für Sessel und Sofas. Andererseits, so die nicht ganz ernst gemeinte Spekulation von engaged, könnte die Technologie irgendwann dazu eingesetzt werden, das Foto eines stylischen Stuhls auf Facebooks Marketplace hochzuladen und zu sehen, ob der Nachbar ein ähnliches Exemplar gerade für 'n Appel und 'n Ei verscherbelt. Bis dahin gilt: Augen offen halten und sehen, wie sich Visual Search weiterentwickelt.

Autor: MB

(Quelle aller Abbildungen: elaboratum)

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