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Weischer Vlogbuch: SXSW 2019

Trends und Innovationen

Vor dem geistigen Auge laufen, wie ein Film, noch einmal die Highlights ab:

Das Tempo für Content

Jeffrey Katzenberg, der mit stolzer Brust sagt: „Meine Plattform wird in fünf Jahren für Content das sein, was Tempo für Taschentücher ist.“ Highend-produzierter Snack-Content für die Generation Z und Alpha. Keine Episode länger als zehn Minuten. Vor drei Jahren pitchte der DreamWorks CEO dies bereits in Cannes. Jetzt sieht man die Entwicklung des Projekts und das Ganze soll ab April 2020 an den Start gehen.

Brande dich selbst oder werde gebranded

AirBnB, Lyft und Patagonia diskutieren darüber, wie wichtig es in der heutigen Zeit ist, Werte zu haben. Das bedeutet aber durchaus auch, politisch zu sein. Man kann sich vor politischen Themen als Marke nicht mehr wegducken. Die Menschen sehen sich sehr genau an, wie sich ein Unternehmen zu bestimmten Sachverhalten äußert. Und das Problem daran ist: Wenn sich eine Marke nicht selber branded, wird sie von den Konsumenten gebranded. Gutes Beispiel hier: der Weltfrauentag. Keine Chance, sich dieses Jahr nicht als Unternehmen dazu zu äußern. Das wiederum führt auch zu einer Veränderung im Rollenverständnis. Der CMO von morgen muss selbst viel mehr in die Produktentwicklung gehen. Früher hat er den fertigen Joghurt auf den Tisch bekommen und konnte ihn verkaufen. Jetzt beobachtet ein CMO den Markt, den Zeitgeist und wirkt frühzeitig auf das Produkt ein, um es am Ende auch passend für die angestrebte Zielgruppe verkaufen zu können.

Zitat hier: „People have to feel something to do something.”

E-Sports: Teil des Entertainments werden

Die Generation Z hat keine Lust mehr einfach nur Sport zu konsumieren. Sie wollen ein Teil des Games bzw. des Entertainments sein. Daher boomt E-Sport wie nie zu vor. Stadien werden gebaut, die in ihrem Aufbau einem modernen Tesla gleichen. Die Technik, die hier verbaut ist, bietet sämtliche Anknüpfungspunkte, um mit dem gezeigten Content zu interagieren. Diese komplett digital aufgebauten Plattformen bieten selbstverständlich auch neue Formen der Vermarktung. Klassische Billboards sind out. Jetzt kann man per AR zusätzliche Flächen im Stadion ausspielen und durch die damit verknüpfte App auch noch ausschließlich passende Werbung an den passenden Konsumenten ausspielen. Künftig soll AR dann ohne Device möglich sein und sich wie ein magischer Layer über unser Auge legen.

Authentizität macht den Unterschied

Für den Begriff „Influencer“ scheint sich ein neuer Terminus durchzusetzen: „Social Entertainer“. Dies sind Personen des öffentlichen Lebens, mit denen der Fan in Social interagieren kann. Unter anderem hat dies die Managerin von Ariana Grande unterstrichen, die sagte: „Es ist viel mehr wert, wenn der Account von Ariana auf einen Fan-Post reagiert. Dies baut Long-Term-Relationships auf, die authentisch und greifbar sind.

Authentizität war erneut ein großes Thema auf der SXSW – auch über alle Bereiche hinweg. Menschen wünschen sich mehr Authentizität. Was auch nicht verwunderlich ist. Der Großteil unserer Kommunikation findet heute digital auf Plattformen statt. Aber natürlich sehnen sich die Menschen danach, in den echten Austausch zu gehen. Gerade junge Menschen wünsche sich das.

Menschlichkeit über den Algorithmus laufen lassen

Was damit gemeint ist? Nehmen wir einmal das Beispiel Motel One. Eine Hotelkette, bei der an jedem Standort alles gleich ist. Wir wissen, was uns dort erwartet. Wir kennen vom Frühstück bis hin zum Plastikzahnputzbecher alles. Wie reagieren wir aber darauf, wenn dann auf einmal ein handschriftlicher Zettel auf unserem Bett liegt, auf dem steht: „Ich habe gesehen, sie haben sich aus einem Handtuch ein zusätzliches Kissen gemacht. Deshalb habe ich ihnen noch ein kleines Kissen hingelegt.“ Ein bisschen Menschlichkeit über einem ansonsten komplett strukturierten und automatisieren Ablauf. Genau diese Momente bleiben aber als positives Erlebnis im Kopf und sorgen für eine starke Verbindung zum Kunden.

Hinter die Geschichte blicken

Vorträge zum Thema Film gab es auf der SXSW ebenfalls zu sehen. Viele Produzenten und Filmemacher fangen an das Thema komplett anders zu spielen. Themen wie die „Black Panter Challange“ haben uns gezeigt, dass man auch hinter die Story gucken muss. Was für eine Bedeutung oder Aussage hat der Film? Welche Wertesysteme kann man verknüpfen? Wie passt das Standing zur Marke? Daraus können auch kleinere Filme und nicht nur Hollywood Blockbuster zum perfekten Fit werden.

In den USA sind Pre-Screenings mit geladenen Influencern am Kommen. Allein zu Black Panther gab es 375 Pre-Screenings und der FOMO-Effekt (FOMO: Fear of missing out) war damit unglaublich groß. Denn zum einen haben die Influencer, die nicht geladen waren, direkt in der ersten Woche den Film gesehen und drüber berichtet. Uum anderen wollten die Fans das gleiche Erlebnis.

VR kommt. Irgendwann.

Auf der SXSW glaubt man mehr denn je an VR. Das unterstreichen die Hersteller, die immer noch ein unglaubliches Budget in die Weiterentwicklung dieser Hardware stecken. Was immer noch fehlt ist die Plattform, die den Content distribuiert und ausspielt. Wer diese entwickelt, wird die Branche anführen. Zunächst würde es aus der Sicht der SXSW-Teilnehmer aber schon reichen, ein „MTV“ für Musik VR-Clips zu haben, aber auch das gibt es noch nicht.

Green Rush – Cannabis auf dem Vormarsch

In Deutschland sind schon längst einige Geschichten vom „Green Rush“ angekommen. Auf der SXSW wurde einem bewusst, welche enormen wirtschaftlichen Potenziale sich dahinter verbergen: 12 Milliarden US-Dollar ist das aktuelle Marktpotenzial dieser lange verhöhnten Pflanze, die in einem atemberaubenden Marketingpitch als „The new normal“ angepriesen wurde. Profisportler sprechen über die Erleichterung von chronischen Schmerzen durch den Konsum und fast keiner kommt mehr um das neue Wellnessprodukt „CBD“ vorbei. Liebster Satz, der meist männlichen Speaker, zu diesem Thema: „Meine Frau muss keine menstruationsschmerzsenkenden Mittel nehmen, seitdem es diese Produkte gibt.“ Was bedeutet dies für den deutschen Markt? Gerade erst ist das Rennen um die Apotheken in Deutschland gestartet. Wer dieses Rennen gewinnt, hat auch das Rennen um den deutschen Markt gewonnen.

Um „The new normal“ zu bewerben, sind schon diverse Spots und Marketing-Kampagnen gelaufen. Diese werden sicher auch in Deutschland den Weg auf die Werbeflächen finden.

Deutsche überall

Auf der SXSW rückt Deutschland zusammen. Es ist unglaublich, wie viele Deutsche dort sind. An jedem Ort trifft man sie. Vom Generalsekretär bis hin zum CMO großer Automarken. Alle sind da. Und alle treibt der gleich Gedanke um: „Wie kommen wir in Deutschland endlich ins Machen?“ Es juckt am ganzen Körper und am liebsten möchte man direkt aus Austin etwas starten. Und doch verbindet alle direkt der Folgegedanke: „Wir haben noch viel in Deutschland zu tun.“ Aber der Vorteil an der SXSW ist, dass man nicht viel Zeit hat, den Kopf in den Sand zu stecken. Denn spätestens beim nächsten Coffee Break trifft man jemanden, mit dem man gemeinsam ein Thema angehen kann.

Wir sind gespannt, wie weit wir – zurück in Deutschland – ins Machen kommen.

Weischer Vlogbuch

Im US-Bundesstaat Texas brannte die Hütte. Also nicht wortwörtlich, aber in Sachen Trends, Tech und Kommunikantin auf jeden Fall. Denn in Austin fand wieder das South by Southwest (SXSW) statt. Unzählige Konferenzen aus den Bereichen Interactive, Film und Music gab es während des Festivals vom 8. bis 17. März zu sehen. Und wir waren mittendrin. Unsere Trend-Trüffelschweine Franzi, Melina und Julian waren beim SXSW, um Euch die neuesten und heißesten Trends jenseits des großen Teichs zu liefern. Aber bevor Ihr zu viel lesen müsst, schaut einfach rein!

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